(openPR) Interview mit dem Heilpraktiker Benno Niehaus anlässlich der Neueröffnung seiner Praxis Chiropraktik | Osteopathie
rsplus:
Herr Niehaus, Sie sind Heilpraktiker und erst seit kurzem in Berlin ansässig und werden Ihre Praxis für Chiropraktik und Osteophathie am 1. Mai 2009 in Prenzlauer Berg mit einem kleinem Empfang eröffnen. Warum haben Sie sich gerade für diesen Berliner Bezirk entschieden?
Benno Niehaus: Chiropraktik in dem umfassenden Sinne, so wie ich sie ausübe, gibt es in Deutschland – im Gegensatz zu den USA – nach wie vor relativ wenig. Natürlich gibt es in Berlin Mitbewerber, im Prenzlauer Berg jedoch sehr wenige. Andererseits leben hier sehr viele Menschen die Rückenprobleme haben und zumindest wissen, dass Chiropraktik eine Alternative zu Orthopäden, Spritzen oder gar Operationen ist.
rsplus:
Rückenprobleme können ziemlich zermürbend und belastend sein. Wer darunter leidet hat oft nur eines im Sinn: Den Schmerz schnell und effektiv ausschalten. Das geht mit Tabletten und Spritzen doch ziemlich gut, oder?
Benno Niehaus: Es ist völlig legitim, dass wir Schmerzen so schnell wie möglich loswerden möchten. Das ist immer auch das erste Ziel meiner Arbeit. Das zweite ist jedoch die Nachhaltigkeit. Schmerzmittel bekämpfen nicht die Ursache für einen Schmerz, sie verhindern den natürlichen Schutzmechanismus des Körpers. Wird dieser Mechanismus abgeschaltet, kann es zu Folgeschäden an Wirbeln, Bandscheiben, Bändern oder Muskeln kommen. Abgesehen davon, in den allermeisten Fällen geht es auch ohne Schmerzmittel! Mein Ziel ist es, mit meiner Behandlung Fehlstellungen von Wirbeln und Knochen zu beseitigen, denn sie sind in vielen Fällen die Ursache für einen Schmerz. Dabei bewege ich mich oft im Millimeterbereich. Kleine Ursache, große Wirkung. Es ist z.B. phantastisch zu sehen, was kleine Bewegungen der Kopfknochen an positiver Veränderung bewirken können. Es sind bei weitem nicht nur die großen Verschiebungen von Rückenwirbeln!
rsplus: Ist der Chiropraktiker nicht eher was fürs Grobe? Bei der Behandlung knackt und kracht es doch öfter mal so richtig, oder?
Benno Niehaus: Meine Ausbildungen haben fast ausschließlich in US-amerikanischen Chiropraktik- und Osteopathie-Schulen ihren Ursprung. Die Anfänge dieser Schulen liegen bereits über 120 Jahre zurück. Die wesentlichen Weiterentwicklungen der Behandlungstechniken sind jedoch in den letzten 50 Jahren gemacht worden. Wobei klinische und empirische Studien zu der Erkenntnis beigetragen haben, dass Schmerzen, Bewegungsbehinderungen etc. selten von nur einem einzigen Wirbel oder Gelenk verursacht werden, sondern von mehreren. Diese können sich zudem auch noch ganz woanders befinden als an der akuten Stelle. Insofern wird nicht „drauf los geknackt“, sondern die Ursache behandelt, was oft lautlos, unspektakulär geschieht. Schätzungsweise 90% aller Korrekturen verlaufen ohne die bekannte Kavitation. Abgesehen davon, selbst wenn es knackt, sollte es nicht wehtun! Sonst läuft etwas falsch. Darüber hinaus ermöglicht die moderne Liege, der so genannte COX-Tisch, den ich in meiner Praxis habe, eine Lagerung oder sogar passive Bewegungsautomation des Patienten, welche die Behandlung entspannend und sanft gestaltet. Früher schwierige Griffe werden heute mit handlichen Geräten durchgeführt, die festgelegte Impulse geben, um Impulsstärke und Rhythmus zu optimieren.
rsplus: Mit welchen Methoden finden Sie heraus, wo die tatsächliche Ursache für verschobene Wirbel verborgen liegt?
Benno Niehaus
Ich habe die Konzepte und Techniken aus insgesamt acht verschiedenen Chiropraktik- und Osteopathie-Richtungen gelernt. Jedes dieser Konzepte hat eine andere Methode der Diagnosefindung. Kurz gefasst gibt es dazu Haltungsanalysen, Bewegungsanalysen, Beinlängenvergleiche, Messungen der Hauttemperatur und des Hautwiderstandes an Wirbeln und Organen, Tastbefunde, die Vermessung von Röntgenbildern, klassische Muskel- und vasomotorische Tests sowie kinesiologische Muskeltests.
rsplus: Wie viele Termine muss man für eine effektive Behandlung, z.B. von akuten oder chronischen Rückenproblemen, einplanen?
Benno Niehaus: Das Ziel ist natürlich immer, innerhalb einer Sitzung eine spürbare Verbesserung zu erzielen. Um jedoch Nachhaltigkeit, insbesondere bei chronischen Beschwerden, zu erreichen, sind fast immer mehrere Behandlungen notwendig. Durchschnittlich benötige ich dafür 6-8 Sitzungen. Genauer ist dies jedoch nur nach einer ersten Untersuchung zu beziffern.
rsplus: Chiropraktik und Osteopathie sind Behandlungsverfahren, die die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren und unterstützen. Wie kann man sich das vorstellen?
Benno Niehaus
Jeder Körper möchte sich selbst heilen und unternimmt Anstrengungen dahingehend. Das ist oft zielführend, manchmal nicht. Der Therapeut kann nur Hilfestellung geben. In der Osteopathie und Chiropraktik wird diese Hilfe über Impulse an Knochen, Gewebe und auch direkt an das Nervensystem gegeben. Ich löse dort Blockaden, wo es der Körper selbst nicht mehr schafft, diese zu beheben. Ich befördere den Heilungsprozess dort, wo die Selbstheilungskräfte nicht mehr ausreichen. Es ist so, dass ich dem Körper einen kleinen Schubs in die richtige Richtung gebe. Das Schöne dabei ist, dass sowohl der Patient als auch ich sofort sehe und spüre, ob es funktioniert hat. Chiropraktik und Osteopathie sind handfest und keinesfalls schwammig in der Erfolgskontrolle.
rsplus:
Sie haben Betriebswirtschaft studiert, lange als Unternehmensberater gearbeitet und eröffnen jetzt eine Praxis für Chiropraktik und Osteopathie. Wie passt das zusammen? Auf den ersten Blick klingt Ihre Berufskarriere ziemlich ungewöhnlich.
Benno Niehaus: Ich habe direkt nach dem Studium als Werbeleiter eines mittelständischen Unternehmens begonnen. Ein Jahr später war ich Marketingleiter, dadurch hat sich für mich die Gelegenheit eröffnet, mir diverse Ausbildungen im Bereich Körpertherapie zu finanzieren. Zunächst waren das zwei berufliche Pfade, die nichts miteinander zu tun hatten. Ganz ins Gesundheitswesen zu gehen, dafür habe ich mich erst 1989 entschieden. Die Anregung beide Welten – die des Business und der Gesundheit – zusammenzubringen, kam dann von einer Klientin. So bin ich ins Management-Training gekommen: Stressbewältigungstraining, Teamentwicklung, Führungstraining und schließlich das Einzelcoaching von Managern waren dann über 10 Jahre mein Thema. Mein zweites Standbein war die Entwicklung von Unternehmensvisionen. Um unserem Motto „It`s all about people“ gerecht zu werden, habe ich mich stets auf dem Laufenden gehalten, was eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen beinhaltet – und bin dann folgerichtig zur Chiropraktik und Osteopathie gekommen. Viele Führungskräfte haben Rückenprobleme, wie ich selbst auch. Also habe ich diverse Therapieverfahren erst mal selbst ausprobiert und gute Therapeuten weiter empfohlen. Irgendwann wurde mir klar, ja, das möchte ich selbst können und anwenden. Nachdem ich nun jede mögliche Technik und Therapie in diesem Bereich gelernt hatte, war es nur konsequent, daraus einen Vollzeitberuf zu machen.














