27.04.2009 - 08:44 - Gesundheit & Medizin

Brustkrebs - Fürs Erste Rehabilitation für Deodorants

Pressemitteilung von: Klinikum Amberg
PR Agentur: Beratung im Gesundheitswesen

Immer wieder ist zu lesen, dass die Brustkrebsgefahr steigt durch bestimmte Deodo-rants. Was ist dran an dieser Aussage? Es geht hier vorrangig um Deodorants, wel-che Aluminiumsalze, antimikrobielle Substanzen und Konservierungsmittel enthal-ten. Eine antimikrobielle Substanz ist ein Stoff, der die Vermehrungsfähigkeit oder Infektiosität von Mikroorganismen reduziert oder sie abtötet beziehungsweise inakti-viert.

Brustkrebs ist in Deutschland und generell in Ländern der industrialisierten Welt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Häufigkeit stieg in Europa in den letzten 20 Jahren an, die Sterblichkeitsrate sinkt jedoch. Experten gehen heute davon aus, dass höchstens fünf bis acht von hundert Brustkrebspatientinnen ein vererbtes oder vererbbares Brustkrebsrisiko aufweisen. Bei den meisten Patientinnen sind wohl mehrere Faktoren als Ursache denkbar, wovon sich wiederum nur ein Teil beeinflus-sen lässt, etwa über den Lebensstil. Da die spezifischen krebsauslösenden Fakto-ren noch unbekannt sind, werden Erklärungsversuche jeglicher Art gerne he-rangezogen und lösen auch grosse Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit aus, wie bspw. die Hypothese, dass bestimmte Deos Brustkrebs auslösen können.

Es gibt eine Reihe ernst zu nehmender wissenschaftlicher Arbeiten, die prüfen, ob eine solche Beziehung besteht. Um einen karzinogenen Effekt zu haben, müssen Chemikalien in Deodorants entweder an die DNS binden und diese verändern oder Zellwachstum stimulieren. Es gibt aber keine Belege dafür, dass die Aufnah-me dieser Substanzen über die Haut groß genug ist, um signifikante Gewebekon-zentrationen zu erreichen. Diesbezüglich wird spekuliert, dass durch das Rasie-ren der Achselhöhle die Hautbarriere geschwächt und die Aufnahme dieser Che-mikalien verbessert werde. Mehrere Studien haben einen möglichen statistischen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Deos und Brustkrebs untersucht. Fast alle waren negativ – außer einer Untersuchung, die 2003 im European Journal of Cancer erschien und zu dem Ergebnis kam: Je mehr Deo die Frauen benutzten, des-to früher erkrankten sie an Krebs. Die Studie wurde jedoch methodisch kritisiert, vor allem weil keine Kontrollgruppe von gesunden Frauen einbezogen wurde. Die wis-senschaftliche Datenlage insgesamt ist sehr dürftig, so dass es nicht erstaunt, dass die Beziehung zwischen Unterarmhygiene und Brustkrebs unter Experten sehr kontrovers diskutiert wird.

„Es gibt derzeit keine stichhaltigen Beweise für eine brustkrebsverursachende Wir-kung von Deodorants und somit auch keine Rechtfertigung dafür, in der Öffentlichkeit Besorgnis auszulösen“ , so Prof. Dr. Anton Scharl, Chefarzt der Frauenklinik am Kli-nikum St. Marien Amberg. „Vor allem unter dem Aspekt, dass die risikosteigernde Wirkung anderer Faktoren der Lebensführung wie Reproduktions- und Ernährungs-verhalten deutlich besser belegt ist, sollte der Fokus der Aufklärungsarbeit darauf zielen, dass diese Erkenntnisse zu einer positiven Verhaltensänderung führen, an-statt durch schlecht oder gar nicht belegte Thesen zur Brustkrebsentstehung Ängste auszulösen“, erläutert Prof. Dr. Scharl.

Sollte allerdings eine Beziehung zwischen Rasieren der Achselhöhle und Gebrauch von Deodorants und der Brustkrebsgenese bestehen, wäre aufgrund der weiten Verbreitung dieser Verhaltensweisen eine riesige Anzahl von Frauen einem Risiko ausgesetzt. Dies ist Grund genug, die Hypothese weiter zu prüfen und sorgfältig geplante toxikologische, pharmakologische und epidemiologische Stu-dien durchzuführen.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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Das Klinikum St. Marien - Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt Amberg - wird als Kommunalunternehmen geführt und ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Regensburg. Es ist ein Schwerpunktkrankenhaus (Versorgungsstufe II) und verfügt über 574 Betten in 13 Fachabteilungen (Kliniken für Innere Medizin I und II, Allgemein-, Visceral-, Thorax-und Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Neurochirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie, Urologie, Neurologie, Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Strahlentherapie, Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie), vier Belegabteilungen (Augen, HNO, MKG, Orthopädie) sowie einer angegliederten Gemeinschaftspraxis für Pathologie. Die Bausubstanz ist neu, die Ausstattung einschließlich der EDV-Vernetzung auf höchstem Niveau. Die Chefärzte, leitenden Abteilungsärzte und Oberärzte verfügen über zahlreiche Weiterbildungsermächtigungen.

Das Klinikum ist nach KTQ zertifiziert.

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