(openPR) Am 18. Februar 2009 kommt die 13-jährige Sewa über die Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ nach München. Anfang März operiert Belegarzt Dr. Boris Shilov, Facharzt für Plastische Chirurgie, zusammen mit den Kollegen der Chirurgischen Abteilung der Schreiber Klinik die durch schwere Verbrennungen deformierte linke Hand es Mädchens. Die Kosten für Operation und Krankenhausaufenthalt übernimmt die Klinik.
Sewa leidet unter einer Syndaktelie, das sind sog. „Schwimmhäutchen“ zwischen den Fingern der linken Hand. Im Alter von drei Jahren zieht sie sich unter nicht geklärten Umständen zusätzlich schwere Verbrennungen zu, die zu Vernarbungen und einer Beugekontraktur führen. Seitdem kann sie die Finger der linken Hand nur eingeschränkt bewegen.
In ihrer Heimat, einer der ärmsten Provinzen Tadschikistans, können solche Verletzungen und Fehlbildungen nicht behandelt werden. Sewas Eltern sind Bauern, deren Einkommen gerade für das Nötigste reicht. Die Familie lebt in ärmsten Verhältnissen.
Oftmals ist die humanitäre Hilfe von „Friedensdorf international“ die einzige Chance für Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten später ein normales Leben zu führen. Seit 42 Jahren kooperiert die Hilfsorganisation mit deutschen Kliniken, die die kostenlose Behandlung dieser Kinder übernehmen. Die Schreiber Klinik ist eine davon. Und auch ihr Belegarzt Dr. Boris Shilov, der eine eigene Praxis für Plastische Ästhetische Chirurgie in Dachau betreibt, verzichtet auf sein Honorar.
Insgesamt 3 mal operiert Dr. Shilov die schwer geschädigte linke Hand der jungen Patientin, durchtrennt die Syndaktelie, löst die Beugekontraktur auf, entfernt das Narbengewebe und transplantiert gesunde Haut, die aus der Leistengegend entnommen wird.
Die Operationen gelingen Dr. Shilov nur mit Hilfe einer starken Lupenvergrößerung. Da die zarten Gefäße und Nerven in jedem Finger durch den langjährigen Narbenzug bereits ihren Verlauf geändert haben, müssen sie sorgfältig präpariert sowie Kapseln und Bandapparat der versteiften Gelenke gelöst werden.
Mehrmals in der Woche kommt er zum Verbandswechsel. Aber es ist mehr als nur eine ärztliche Visite. Während Sewa selbst die Verbände löst und die Wunden mit Kochsalz spült, wechselt er ein paar Worte in seiner Muttersprache Russisch mit ihr. Die beiden verstehen sich und lachen viel zusammen. Dazu haben sie aufgrund des bisherigen Heilungsverlaufes auch allen Grund. Denn nicht nur die Wundheilung verläuft optimal. Dank der sofort begonnen Physio- und Ergotherapie gibt vor allem die Beweglichkeit der Hand Anlass zur Freude.
Aber nicht nur die behandelnden Ärzte, sondern auch die Pflegekräfte und andere Mitarbeiter der Klinik geben ihr Bestes um Sewa den Krankenhausaufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Sie bringen Spielzeug und Kleidung von zu Hause mit. Und immer wieder nimmt sich zwischendurch mal jemand Zeit für Sewa, nicht nur für einen Verbandswechsel, sondern für ein Spiel oder eine kleine Unterhaltung. Die Verständigung gelingt über Zeichen- und Körpersprache erstaunlich gut. Das stellt auch die ehrenamtliche
Mitarbeiterin der benachbarten Gemeinde fest, die regelmäßig zu Besuch kommt. Auf eine Runde Mensch-ärgere-dich-nicht.
Bevor Sewa in ihre Heimat und zu ihrer Familie zurückkehren kann, kommt sie Ende April noch einmal zur Kontrolle in die Schreiber Klinik. Möglicherweise ist eine weitere Operation notwendig. Die Zeit bis dahin verbringt die Rekonvaleszentin im Reha-Camp des Kinderhilfswerks Friedensdorf in Oberhausen.
Durch die umfassende Korrektur der Fehlbildungen stehen die Chancen für Sewa gut, in ihrer Heimat ein ganz normales Leben führen zu können, denn schon jetzt kann sie ihre Hand für alltägliche Verrichtungen benützen. Und in Zukunft muss sie die Hand auch nicht mehr aus Scham unter der Kleidung verstecken.











