(openPR) Es ist 22:30 Uhr und Heike wirft noch einen letzten Blick auf ihren Tourenplan. Kontrolliert, ob es Neuigkeiten über die Menschen gibt, die sie in den kommenden vier bis fünf Stunden besuchen wird. Heike wird bis ca. 3 Uhr in der Nacht unterwegs sein. Während dieser Zeit wird sie Medikamente verabreichen, beim Zubettgehen und Waschen behilflich sein, Schlafende vorsichtig umlagern oder lediglich schauen, ob alles in Ordnung ist. Sie wird etwas zu trinken reichen oder einfach ein paar Worte mit Menschen wechseln, zu denen der Schlaf einfach nicht kommen will und für die die Nacht deshalb manchmal länger ist, als für andere.
Heikes Revier ist keine Station in einem Krankenhaus oder Pflegeheim, sondern der ganze Stadtteil; denn sie besucht die Menschen in ihrer Häuslichkeit.
Im Unterschied zu anderen Pflegediensten, von denen jeder laut Gesetzgeber eine 24-Stunden Erreichbarkeit gewährleisten muss, versorgt Heike auch ihre Klienten und das nicht nur, wenn ein medizinischer Notfall vorliegt, sondern jede Nacht, regelmäßig und verlässlich. Dies tut sie zusammen mit sieben anderen Kollegen, die zum Nachtteam der Hamburger Gesundheitshilfe gehören, allesamt überzeugte „Nachteulen“.
Wenn um 3 Uhr hoffentlich jeder ihrer Klienten zur Ruhe gefunden hat, ist ihre Schicht aber noch lange nicht zu Ende; denn dann heißt es, da zu sein für den Notfall, das Telefon und Autoschlüssel griffbereit. Es muss nicht immer etwas Schwerwiegendes passieren, manchmal genügt schon eine kleine Verwirrtheit, die zu großer Verunsicherung führen kann. Aber das Team kennt seine „Pappenheimer“ und weiß genau, wann wirklich ernsthafte Gefahr im Verzug ist und wann nur ein beruhigendes Wort oder eine geduldige Anwesenheit gefragt sind.
So sorgen Heike und ihre KollegInnen dafür, dass die Menschen, die die Entscheidung gefällt haben, den letzten Abschnitt ihres Lebens in ihrer Häuslichkeit zu verbringen, dies auch tun können.
Wenn draußen auf der Strasse der erste frühe Berufsverkehr einsetzt, neigt sich Heikes Schicht dem Ende zu und sie kann ihrem wohl verdienten Feierabend entgegen sehen. Ab jetzt übernehmen die Kollegen der Frühschicht.
Das außergewöhnliche Nachtteam feiert übrigens in diesem Jahr sein 10jähriges Bestehen. Eine kleine Feier fand bereits statt und die nicht in der Nacht, denn da waren sie schon wieder unterwegs.
C.-M. Richter







