01.04.2009 - 10:35 - Politik, Recht & Gesellschaft

Gemeinsame Erklärung Koordinierungsrat, Jüdische Gemeinde Berlin, JFDA zu Durban II-Konferenz

Pressemitteilung von: Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus

Wir fordern erneut den Boykott der antidemokratischen und antisemitischen
Durban-II-Veranstaltung der Vereinten Nationen in Genf! Die UN-„Durban Review Conference“ („Durban II“) in Genf soll an die UN-Konferenz von 2001 in Durban anknüpfen, die unter der Flagge eines angeblichen „Antirassismus“ zu antisemitischen Attacken auf Israel und die Juden geführt hat. Wir fordern die Bundesregierung erneut auf, nicht an dieser Konferenz der Israelhasser teilzunehmen. Auch der letzte bislang vorgelegte Entwurf für eine Abschlussresolution zeigt, dass die Durban-II-Konferenz, vom „UN-Menschenrechtsrat“ organisiert, im nächsten Monat eine ähnliche Richtung einschlagen wird wie die Veranstaltung in Durban von 2001 („Durban I“). Denn dieser Entwurf bezieht sich ausdrücklich auf die Durban-I-Abschlussresolution, in der Israel diffamiert und als einziger Staat angegriffen sowie delegitimiert wird.

Der auch sonst höchst einseitige Entwurf für Durban II gibt kein realistisches Bild von der globalen Menschenrechtslage und vom Antirassismuskampf. Kein Wort verliert er etwa über die Massenmorde im Süd- und Westsudan oder im Kongo, über die Frauendiskriminierung in vielen islamischen Ländern, über den verbreiteten Antisemitismus in muslimischen Gesellschaften, der die Friedensbemühungen behindert, über die zahlreichen Zivilopfer in Sri Lanka, über Tibet oder Sinkiang. Das ist auch auf den Einfluss der Islamischen Republik Iran zurückzuführen, die Durban II mit vorbereitet. Öffentliche Hinrichtungen von Frauen wegen des Vorwurfs des Ehebruchs oder von Homosexuellen gehören im Iran ebenso zum Alltag wie die Unterdrückung von religiösen Minderheiten wie der Baha’i. Der Präsident der Islamischen Republik Iran, Mahmud Ahmadinedschad, und andere Vertreter der iranischen Staatsführung fordern öffentlich die Vernichtung Israels, was als Völkermordpropaganda und Menschenrechtsverletzung anzusehen ist. Der Durban-II-Entwurf erwähnt keinen der damit beschriebenen Menschenrechtsverstöße.

Kanada, Israel, die USA und Italien boykottieren Durban II. Deutschland darf nicht zu den letzten europäischen Ländern gehören, die sich gegen Durban II entscheiden!

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus
Pressesprecher: Daniel Kilpert, M.A. • Herthastr. 5 • 13184 Berlin• Tel.: (030) 69 81 83 76 • E-Mail:

Jüdische Gemeinde zu Berlin • Oranienburger Str. 28-31 •10117 Berlin
Vorsitzende: Lala Süsskind • Tel.: (030) 880 28-232 • Fax (030) 880 28-250 • E-Mail:

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus• Oranienburger Str. 28-31 •10117 Berlin
Vorsitzender: Levi Salomon • Tel.: (030) 880 28-357 • Fax (030) 880 28-250 • E-Mail:

Der Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus ist am 16. Juni 2007 von Organisationen, Einrichtungen und Personen gegründet worden, die sich in der Antisemitismusbekämpfung engagieren. Ihm gehören Christen, Juden und Muslime sowie Menschen mit einer anderen Glaubens- oder ohne eine entsprechende Orientierung an. Der Koordinierungsrat wendet sich gegen alle Formen von Antisemitismus, auch gegen den neuen, israelfeindlichen Antisemitismus. Von Anfang an hat er einen regelmäßigen Bericht der Bundesregierung mit einer entsprechenden Antisemitismusbeschreibung und zur Antisemitismusbekämpfung gefordert. Der Beschluss des Bundestags vom 4. November 2008 entspricht dieser Forderung.

Jedes Jahr lädt der Koordinierungsrat zu einer öffentlichen Konferenz deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus ein. Schwerpunktthemen waren auf der letzten Konferenz vom 24. November 2008 mit über 120 Teilnehmern u. a. die Anti-Durban-II-Kampagne und die Aktionen gegen die atomare Aufrüstung der antisemitischen Islamischen Republik Iran. Zum Dachverband Koordinierungsrat zählen 20 Mitgliedsverbände und andere Mitglieder

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