30.03.2009 - 10:41 - Kunst & Kultur

Ronald Paris in der Galerie am Gendarmenmarkt, Berlin

Pressemitteilung von: Galerie am Gendarmenmarkt
PR Agentur: PR + WEB-DESIGN

Bild im Großformat
Ronald Paris: Stillleben in Weißensee, 1954, Öl auf Leinwand 60 x 89,5 cm, Foto: Hermann Büchner
»Ronald Paris - Ein Realist: Malerei und Zeichnungen«
vom 3. April bis 21. Mai 2009, Vernissage: Donnerstag, den 2. April 2009, um 19 Uhr.
Mit dieser Ausstellung durchbricht die Galerie am Gendarmenmarkt ihre Ausstellungreihe zur figürlichen Plastik und zeigt Werke des in Rangsdorf bei Berlin lebenden Malers, der im vergangenen Jahr seinen 75. Geburtstag feierte und mit einer umfassenden Retrospektive, begleitet von einem großen Katalog in Sondershausen, seinem Heimatort, in Schwerin und in Potsdam geehrt wurde.

Die Galerie am Gendarmenmarkt zeigt nun ebenfalls Werke aus sechs Jahrzehnten, Ölbilder, Gouachen und Zeichnungen, Thematisches und Landschaftliches.
Freilich kann die Galerie nicht die vielfältige Entwicklung des Malers Paris zeigen, aus Platzgründen und aus Gründen der Verkäuflichkeit, sondern nur punktuell Beispiele herausgreifen, da seine »Ikonen« sich vor allem in Museen bzw. in Privatbesitz befinden.
Erinnert sei an solche Bilder wie die »Ernteausfahrt« von 1960, das Triptychon »Dorffestspiele in Wartenberg« von 1961, das Porträt von Wolfgang Heise von 1967, die Porträts zu Ernst Busch aus dem Jahre 1972 oder »Der Streit zwischen Marsyas und Apollon« im Gewandhaus Leipzig von 1981.
Solche Bilder haben die Kunstgeschichte der DDR geprägt, mit der sein Schaffen untrennbar verbunden bleibt.
Unter deren politischen Verhältnissen stießen die Bilder von Paris so manches Mal neue Türen auf, vermittelten neue Sichten auf Gestaltungsweisen und Inhalte, die dann zum Allgemeingut wurden, oft auch gegen politische Widerstände. Trotzdem genoss Paris eine hohe Reputation. Sie half ihm Spielräume für die Kunst zu erweitern.

Die Ausstellung zeigt, dass Paris in seiner Kunst sehr unterschiedliche Phasen durchschritten hat, beginnend mit einer strengen linearen Flächenhaftigkeit nach dem Studium, über einen stärker malerischen, sinnlich-emotionalen Stil unter dem Einfluss von Otto Nagel, bei dem er Meisterschüler an der Akademie der Künste war, hin zu einer explodierenden Expressivität vor allem im Zusammenhang mit seinen komplexen, thematischen Kompositionen in Reaktion auf das Weltgeschehen. Mit ihnen nahm er auf seine Weise am gesellschaftlichen Leben teil. Bei aller Veränderung seines Stils hat Paris nie die Wirklichkeit aus den Augen verloren hat. Er blieb immer ein Realist, sowohl in der Methode künstlerischen Schaffens als auch in der Sicht auf die gesellschaftlichen Verhältnisse.

Heute hat Paris sich verstärkt der Landschaft zugewandt, genährt durch die für ihn neuen Möglichkeiten zu reisen, von Paris bis Indien oder von Irland bis Spanien, sicher aber auch, weil er die Möglichkeiten des Eingreifens in das Zeitgeschehen mit künstlerischen Mitteln als relativ wirkungslos empfindet. Dennoch weisen seine Bilder noch heute Gedankenreichtum von gesellschaftlicher und politischer Relevanz auf.
In den Jahren 2003 und 2004 stellte sich Paris noch einmal der Herausforderung eines großen thematischen Werkes, er schuf für die Trinitatis-Kirche seiner Geburtsstadt Sondershausen einen fünfteiligen Flügelaltar.

Auch im Werk Ronald Paris hat sich die Vitalität der Malerei der DDR bewahrt, die ihre Kraft geschöpft hat aus dem Traum vom Humanismus und der stetigen Auseinandersetzung mit jenen, den Menschen und die Kunst einengenden Verhältnissen. Im 76. Jahr seines Lebens ist Ronald Paris nach wie vor ein leidenschaftlicher Maler voller Expressivität und malerischer Kultur.

(29.3.2009)

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Kontakt/Ansprechpartner:
Dr. Wilfried Karger
Galerist
Taubenstraße 20
10117 Berlin
Telefon 0[049]30 20648417
Telefax 0[049]30 20648418
Mail

Internet
www.galerie-am-gendarmenmarkt.com

Die Galerie

Am 1. Dezember 2004 eröffnete die Galerie am Gendarmenmarkt in der Taubenstraße 20, unmittelbar am beeindruckenden historischen Architekturensemble in Berlins Mitte ihre erste Ausstellung.
Ihr Schwerpunkt ist die figürliche Skulptur, die in der Kunstgeschichte Berlins seit dem 19. Jahrhundert eigentlich eine hervorragende Rolle gespielt hat, wogegen sie heute im aktuellen Kunstgeschehen eher stiefmütterlich behandelt wird.
Die Galerie am Gendarmenmarkt knüpft an eine bedeutende künstlerische Tradition der Stadt an, an die »Berliner Bildhauerschule des 19 Jahrhunderts«, die bis in die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts mit ihrem Bemühen um die Gestaltung der menschlichen Figur in der Plastik hinein wirkte.
Die Berliner Bildhauerschule ist eine Kunstrichtung der realistischen und naturalistischen Porträt- und Denkmalskunst im 19. Jahrhundert, der etwa 400 Bildhauer angehörten.

Hier knüpft die Galerie am Gendarmenmarkt an: Werke bedeutender Bildhauer, die sich innerhalb der vielfältigen Möglichkeiten plastischen Gestaltens im 20. Jahrhunderts – wie Kubismus, Assemblage, Kinetik usw. – und besonders entgegen der Vorherrschaft des Abstraktionismus auf dem westeuropäischen Kunstmarkt nach 1945 der menschlichen Figur verschrieben haben, wie Theo Balden (1904–1995), Heinrich Drake (1903–1994), Fritz Cremer (1906–1993), René Graetz (1908–1974), Waldemar Grzimek (1918–1984), Ludwig Kasper (1893–1945), Gerhard Marcks (1889–1991), Gustav Seitz (1906–1969) und Hans Wimmer (1907–1989), sind im Bestand der Galerie bzw. Bestandteil ihrer Ausstellungstätigkeit.
Es folgt die Generation, zu der die Bildhauer Joachim Dunkel, Wieland Förster, Gerd Jaeger, Richard Heß, Sabina Grzimek, Ingeborg Hunzinger, Waldemar Otto und Karl-Heinz Krause gehören, die sich weiterhin der menschlichen Figur widmen.
In der neuen Ausstellungsreihe »Junge BildhauerInnen« beginnt die Galerie im Jahr 2008 die jüngste Generation figürlicher Bildhauerei in Berlin vorzustellen. Die Reihe beginnt mit Plastiken, Reliefs und Zeichnungen von Sarah Esser, einer Absolventin der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Das Bemühen um das Menschenbild vereint die Galerie am Gendarmenmarkt mit den Traditionen der Berliner Bildhauerschule über alle unterschiedlichen Richtungen hinweg.

Daneben widmet sich die Galerie am Gendarmenmarkt auch der Malerei jener Generation, die zunächst in der Zeit des Nationalsozialismus in die Emigration getrieben wurde und danach, entweder aufgrund der Formalismusdebatte im Osten oder wegen des entgegengesetzten Diktats der Gegenstandslosigkeit im Westen Deutschlands, nicht die ihrem künstlerischen Rang entsprechende Würdigung erfahren hat.
Ausstellungen und Werke der Maler Hermann Bachmann (1922-1995), Charles Crodel (1894–1973), Albert Hennig (1907–1098) und Carl Marx (1911–1991) stehen für diese ›verlorene‹ Generation.

Während Galerien naturgemäß auf neueste Tendenzen künstlerischer Leistungen setzen, diese erfassen und vorausschauend fördern, orientiert sich die Galerie am Gendarmenmarkt seit ihrer Gründung sowohl in der Bildhauerei als auch in der Malerei insbesondere auf die Bewahrung zeitloser, überkommener Qualitätsmaßstäbe in der bildenden Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts, auf dass diese verdienter Maßen im Blickfeld bleiben und nicht verloren gehen, auf dass jenes, was von künstlerischem Rang ist, sich behauptet gegenüber aktuellen Tendenzen einer sich im Vormarsch befindenden Eventkultur.

Ergänzt wird der Bestand der Galerie durch Werke weiterer Künstler, wie beispielsweise Manfred Butzmann, Sabine Heller, Friedrich B. Henkel, Horst Janssen (1929-1995), Wolfgang Mattheuer (1927-2002), Kerstin Seltmann, Ursula Strozynki oder Veronika Wagner.

Internet
www.galerie-am-gendarmenmarkt.com


Die PR-Beratung
Dr. Hermann Büchner berät die Galerie in Fragen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und realisiert den Internet-Auftritt. Seine Kompetenz als ›gelernter‹ Kunsthistoriker und langjährige Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Kunstvermittlung kommen ihm dabei besonders zugute. PR + WEB-DESIGN wurde 2002 gegründet und nimmt neben Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit vor allem Aufträge zur Gestaltung und Betreuung von Internet-Auftritten im Bereich Kunst und Kultur wahr. Zu den Kunden zählen bildende Künstler, Galerien, Kunsthandlungen und Kunstvereine, Rechtsanwälte und freie Autoren.

Internet
www.pr-und-web-design.de

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