openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Experten kritisieren Reaktionen auf angeblichen Vogelgrippefall

13.03.200916:43 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Experten des Wissenschaftsforums Aviäre Influenza (WAI) zeigten sich besorgt über die Reaktionen auf den angeblichen Nachweis der hoch pathogenen Vogelgrippe "H5N1 Asia" in Bayern. Dort waren bei der Untersuchung einer Ente, die bereits im Januar am Starnberger See geschossen worden war, Gen-Spuren gefunden worden, die von den Behörden als Beweis für eine Infektion durch Vogelgrippe interpretiert wurden. Dr. Peter Petermann vom WAI warnt dagegen vor voreiligen Schlussfolgerungen: "2008 wurde bekannt, dass es weltweit wiederholt zu falschen Ergebnissen bei Genanalysen von Influenza-Viren gekommen ist, meistens infolge einer Verunreinigung von Proben im Labor. Auch bei mehreren angeblichen Nachweisen von Vogelgrippe-Viren in Mitteleuropa besteht der begründete Verdacht auf eine Kontamination im Labor". Besonders verdächtig seien immer sogenannte "Einzelbefunde" bei gesunden Tieren, also Virennachweise bei einem einzigen Vogel aus einem größeren, negativ beprobten Schwarm. Da H5N1-Asia-Viren als "hoch-ansteckend" gelten, sei eine solche Situation sehr unwahrscheinlich - genau wie bei der Ente am Starnberger See, die zusammen mit 38 anderen Enten und Gänsen erlegt worden war.



Der internationale Wasservogelexperte Dr. Johan H. Mooij verweist darauf, dass solche "Einzelbefunde" bisher nur extrem selten gefunden wurden: „Seit 2005 wurden weltweit mehr als 350.000 lebende Wildvögel auf HPAI-H5N1 untersucht. Dabei gab es - einschließlich des aktuellen Falles - lediglich acht mal positive Laborbefunde (davon sechs 2005 in China), die jedoch in jedem einzelnen Fall mehr Fragen aufwerfen, als dass sie Antworten liefern.“ Zuletzt wurden im März 2008 bei einer Tafelente in der Schweiz Fragmente eines Viren-Gens gefunden, jedoch konnten keine Viren isoliert werden. Bis zu 5% falsch-positive PCR-Ergebnisse seien jedoch normal, betonte Dr. Mooij, aber keiner der „positiv“ getesteten Vögel sei zur Kontrolle mit einem alternativen Verfahren untersucht worden.

Angesichts der großen Zahl von jährlich auf Vogelgrippe untersuchten Proben ist eine geringe Zahl an falsch-positiven Befunden unausweichlich. Gewissheit kann die Isolierung der Viren und die vollständige Analyse (Sequenzierung) ihres Erbguts geben. Durch Vergleiche lassen sich daraus Hinweise auf die Herkunft der Viren und eine mögliche Kontamination ableiten. Das WAI fordert deswegen, die Laborbefunde vollständig zu veröffentlichen und auf grundlose Spekulationen zu verzichten.

Hinweise auf eine versehentliche Kontamination von Proben gab es nach Erkenntnissen des WAI auch bei zwei früheren "Ausbrüchen" in Deutschland. In beiden Fällen war jeweils nur ein einzelner Vogel (eine Hausgans und eine Hausente) aus einem größeren Bestand positiv beprobt worden, wogegen alle anderen Tier im Bestand frei von Vogelgrippeviren waren. Die genetische Analyse ergab, dass die Viren fast identisch waren mit Viren aus anderen Fällen, von denen einer bereits zwei Jahre zurücklag. Zu einer Kontamination kann es kommen, wenn im Labor eingelieferte Vögel verschiedener Herkunft nicht sicher getrennt werden, aber auch durch sogenannte Positiv-Proben, die Viren-Erbgut aus früheren Nachweisen enthalten, und bei jeder Analyse zur Kontrolle mitlaufen.

Aus der Luft gegriffen ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des WAI die Behauptung der Behörden, der positive Befund bei einer Ente lasse auf eine anhaltende, verbreitete Durchseuchung von Wildvögeln mit Vogelgrippe-Viren schließen. "Anscheinend hat man aus den dramatischen Vorgängen im Jahr 2007 nichts gelernt," resümiert Dr. Peter Petermann vom WAI. Damals hatten Funde infizierter Wildvögel auf die seit Wochen anhaltende Zirkulation von Vogelgrippeviren in Geflügelbeständen in Bayern und Tschechien hingewiesen, deren Ausmaß dennoch erst Wochen später erkannt wurde. Die Wildvögel, die tot oder sterbenskrank aufgefunden worden waren, waren offenbar durch Virenaustrag aus den Geflügelbeständen infiziert worden, wie genetische Vergleiche zeigten. Eine Ausbreitung der Viren unter Wildvögeln habe es jedoch damals so wenig gegeben wie in diesem Jahr.

Abschließend äußerten sich Vertreter des WAI erstaunt über die Tatsache, dass dieser zweifelhafte Nachweis von Vogelgrippe viel größeres Aufsehen erregt habe als der gefährliche Laborunfall mit Vogelgrippeviren im Februar 2009. Dabei war es bei der Impfstoffentwicklung in einem Labor des Pharmakonzerns Baxter zur Verseuchung der Proben mit Vogelgrippeviren gekommen. Anschließend waren die Proben für Tierversuche an verschiedene Labors in Europa geschickt worden. Zum Verbleib dieser gefährlichen Sendung gibt es bis heute keine Informationen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 291116
 2078

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Experten kritisieren Reaktionen auf angeblichen Vogelgrippefall“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von WAI - Wissenschaftsforum Aviäre Influenza

Mexikanische Schweinegrippe - kein neuer Mix aus Schwein-Mensch-Influenzaviren - Experten korrigieren Irrtum
Mexikanische Schweinegrippe - kein neuer Mix aus Schwein-Mensch-Influenzaviren - Experten korrigieren Irrtum
Das Schweine-Influenza-Virus des Subtyps H1N1 scheint bei der zur Zeit in Mexiko grassierenden Grippewelle eine Hauptrolle zu spielen. Nicht nur das Alltagsleben in Mexiko-City ist völlig aus den Fugen geraten, selbst weltweit sind die Gesundheitsbehörden in Alarmbereitschaft. Denn es hieß, es hätte sich eine neue Schweine-Mensch-Virenmutante gebildet, die eine Pandemie verursachen könnte. Doch diese Schreckensmeldung stellte sich mittlerweile als falsch heraus: Recherchen des Wissenschaftsforum Aviäre Influenza haben ergeben, dass es sich n…
Laborzwischenfall durch mit H5N1 verseuchten Grippeimpfstoff
Laborzwischenfall durch mit H5N1 verseuchten Grippeimpfstoff
Meldungen tschechischer Medien zufolge kam es in einem Labor der 70 km östlich der Hauptstadt Prag gelegenen Biotest Ltd. in Konarovice zu einem schwerwiegendem Zwischenfall durch mit hoch pathogenen H5N1 Viren kontaminiertem Impfstoff. Nach dem Wissenschaftforum Aviäre Influenza (WAI) vorliegenden Informationen ereignete sich der Vorfall bereits am 06. Februar diesen Jahres. Der experimentelle Impfstoff war am 30.01.2009 von der Avir Green Hills Biotechnology GmbH im Auftrag des Wiener Pharma Herstellers Baxter an das Labor der Biotest Ltd…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Vogelgrippe rückt nach Westen vor - Kein Grund zur Panik - aber auch keiner zur SorglosigkeitBild: Vogelgrippe rückt nach Westen vor - Kein Grund zur Panik - aber auch keiner zur Sorglosigkeit
Vogelgrippe rückt nach Westen vor - Kein Grund zur Panik - aber auch keiner zur Sorglosigkeit
… - einem Vogelgrippeschutzportal für Zivilpersonen. Einige Unternehmen und zahlreiche Privatpersonen haben sich bereits mit Schutzmasken eingedeckt. "Im Vogelgrippefall sind wir höchstwahrscheinlich nicht mehr lieferfähig", so Pogreth weiter. M.J. Hintegrundinformationen: Fakten zur Vogelgrippe: http://www.pandemie.com/vogelgrippe.htm Häufig gestellte …
Bild: Fachleute viralisieren ihr WissenBild: Fachleute viralisieren ihr Wissen
Fachleute viralisieren ihr Wissen
… die Gefällt-mir-Schaltfläche bewirkt die Verbreitung eines Inhaltes über die Kanäle des Kurznachrichtendienstes Twitter sowie die Aktualitäten-Indizes von Facebook und LinkedIn. “Marketing-Experten brauchen viele Reaktionen auf ihre Aktionen. Share with your Network oder kurz SWYN ist das Ziel. Die Reaktionen kommen am schnellsten in Kombination mit …
Bild: IOVAVUM stellt Log-O vor: Modernes und innovatives Transport- und Logistikmanagementsystem
IOVAVUM stellt Log-O vor: Modernes und innovatives Transport- und Logistikmanagementsystem
… Softwarelösung wurde von Usability-Experten optimiert und ist sowohl On-Premise als auch in der Cloud verfügbar. Robert Kienberger, Produktmanager bei IOVAVUM, freut sich über die positiven Reaktionen von Insidern: "Es zeigt sich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, als wir den Entschluss fassten, in die Entwicklung von Log-O zu investieren. …
HR- und Führungskräfte-Forum "Zukunft sichern in schwierigen Zeiten" am 7.7.2009 im Main Airport Center FFM
HR- und Führungskräfte-Forum "Zukunft sichern in schwierigen Zeiten" am 7.7.2009 im Main Airport Center FFM
… Krise binden“ einige wesentliche Ergebnisse einer aktuellen wissenschaftlichen Studie zur Trennungsprävention vor. Ausgehend vom demographischen Wandel sowie den dadurch ausgelösten Reaktionen der HR wird in diesem Beitrag eine praxisorientierte HR-Strategie zur Trennungsprävention entwickelt, der es darum geht, konkreten Nutzen für HR-Professionals …
Bild: Höhepunkt der Wespenplage: Warnung vor Gefahren für HaustiereBild: Höhepunkt der Wespenplage: Warnung vor Gefahren für Haustiere
Höhepunkt der Wespenplage: Warnung vor Gefahren für Haustiere
… kann für Hunde und Katzen schwerwiegende Folgen haben, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Es kann zu Schwellungen und Schluckbeschwerden, aber auch zu allergischen Reaktionen, wie Kreislaufstörungen kommen. Wird ein Haustier gestochen, sollte man es zunächst beruhigen. Sofern nicht der Rachenraum gestochen wurde und keine Auffälligkeiten auftreten, …
Bild: SCHWING Technologies mit Wirbelschicht-Prozesstechnik auf der Powtech 2017Bild: SCHWING Technologies mit Wirbelschicht-Prozesstechnik auf der Powtech 2017
SCHWING Technologies mit Wirbelschicht-Prozesstechnik auf der Powtech 2017
… (Fluidized Bed Energy Storage Reactor), einen thermochemischen Energiespeicher für thermische Kraftwerke und industrielle Wärme. „Dieser Speicher beruht auf der Reversibilität chemischer Reaktionen“, betont Ralf Sonnen. „Herzstück des von SCHWING entwickelten Wirbelschicht-Reaktors ist dessen proprietärer Gasverteiler. Unter Überdruck kann der Reaktor bis 700 …
Bild: experten-bewerten.de mit Paketrabatten für Mitglieder von Filialisten, Unternehmervereinigungen und VerbändenBild: experten-bewerten.de mit Paketrabatten für Mitglieder von Filialisten, Unternehmervereinigungen und Verbänden
experten-bewerten.de mit Paketrabatten für Mitglieder von Filialisten, Unternehmervereinigungen und Verbänden
Gut vier Wochen ist das neue Bewertungsportal experten-bewerten.de online, und die positive Resonanz hat die Macher überrascht: „Es gibt viele Bewertungsportale, aber die Reaktionen zu unserem neuen Portal zeigen, dass die transparente Bewertung sehr gut ankommt,“ freut sich Gründer Björn Rüsing. „Besonders auch im B2B-Bereich wird seitens der Experten …
Bild: onlineweg.de setzt auf direkten KundenkontaktBild: onlineweg.de setzt auf direkten Kundenkontakt
onlineweg.de setzt auf direkten Kundenkontakt
… Motto der onlineweg.de Touristik GmbH. Mit dieser fröhlichen Aufforderung werden jedes Jahr aufs Neue die Endkunden auf einer ganzen Reihe von Touristikmessen begrüßt. Die Reaktionen der Besucher sind dementsprechend positiv. Der Kunde kann sich über aktuelle Neuheiten informieren, Angebote und Preise direkt vergleichen und sich vor allem direkt vor …
ControlExpert launcht neue Homepage
ControlExpert launcht neue Homepage
… Schadendatenmanagers ControlExpert ist online. „Transparenz und Kundenorientierung sind die Leitlinien des neuen Informationsangebots“, sagt Wolfgang Kallweit, Geschäftsführer von ControlExpert. „Die ersten Reaktionen unserer Kunden sind sehr positiv“, sagte Geschäftsführer Gerhard Witte. Unter anderem bietet die Homepage direkte Zugänge zu den Kundenportalen des …
Wenn der Pollenflug zum Pollenfluch wird
Wenn der Pollenflug zum Pollenfluch wird
… zu den saisonal auftretenden Allergien. Andere Allergien kommen ganzjährig beim Kontakt mit bestimmten Stoffen zum Vorschein. Mittlerweile leidet jeder dritte Deutsche unter allergischen Reaktionen – Tendenz steigend. Die Behandlung der Allergien ist noch immer schwierig. Doch mit der naturheilkundlichen Enzymtherapie können die Folgen von Allergien – …
Sie lesen gerade: Experten kritisieren Reaktionen auf angeblichen Vogelgrippefall