openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Herbe Kritik vom Medizinethiker Heffels - „Trivialisierung“ der Diskussion um Patientenverfügung?

11.03.200911:46 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Herbe Kritik vom Medizinethiker Heffels - „Trivialisierung“ der Diskussion um Patientenverfügung?
Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth
Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth

(openPR) An welche Adresse der Vorwurf der „Trivialisierung“ einer gewichtigen Debatte des Kölner Ethikers Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels von der Katholischen Hochschule NRW auch immer gerichtet sein mag, offenbart dieser doch letztlich das Kernproblem in der bisherige Debatte um die Patientenverfügung:



Gegenwartsethiker schwingen sich auf, ihre spezifische Philosophie vom Wert des Selbstbestimmungsrechts und damit dem schriftlich fixierten Willen kunstvoll zu entfalten und damit wird schlicht und ergreifend die zwingend gebotene Verfassungsinterpretation als eine Alltagsphilosophie verstanden, in der das zentrale Freiheitsrecht vollständig seiner Bestimmung und Inhalte „beraubt“ wird. In der Tat ist eine zunehmende Trivialisierung in der Debatte zu beobachten, kommen doch die Philosophen und so manche Ethiker scheinbar ganz ohne eine fundierte Exegese der einschlägigen verfassungsrechtlichen Bestimmungen aus.

Die logische Folge besteht dann in der nicht haltbaren und im Übrigen scharf zu kritisierende These des Kölner Ethikers, dass die juristische Diskussion „am Kern des Problems“ vorbeiführe und von den Praktikern nicht mehr nachvollziehbar sei. Hier ist zu differenzieren zwischen der Notwendigkeit, für mehr Transparenz und Rechtssicherheit für die Praxis zu sorgen und einem intraprofessionellen Dialog, in dem die Rechtswissenschaftler mit Blick auf die mit der Patientenverfügung gebotenen Fragen eine rechtswissenschaftlich geforderte dogmatische Diskussion führen.

Da kann es natürlich sein, dass der eine oder andere ein wenig in der Diskussion mit der Fülle grundrechts(theoretischer) Sichtweisen überfordern zu sein scheint – aber mit Verlaub: die Rechtswissenschaftler identifizieren ebenso wie die Ethiker ihre Problemfelder zunächst im intraprofessionellen Bereich und da wird es wohl wenig zielführend sein, wenn die Rechtswissenschaftler ihren Horizont an dem der Ethiker – gleich welcher Konfession – in einem säkularem Verfassungsstaat ausrichten, geschweige denn hierauf „verpflichtet werden“. Rechtswissenschaft – und hier allen voran die Verfassungsrechtswissenschaft -bedeutet ein stückweit mehr als das Ansinnen, gelegentlich einen Blick in die berühmte Glaskugel zu werfen!

Die These des Kölner Ethikers ist unhaltbar und dürfte insofern geradezu paradigmatisch beredtes Zeugnis für die von ihm selbst gerügte „Trivialisierung“ geben.

Wir nehmen dieses Statement zum Anlass, diesbezüglich einen weiteren Blog im Web zu etablieren, weil durchaus die Befürchtung ansteht, dass der „Glaubenskampf“ um das selbstverständliche Selbstbestimmungsrecht mit unverminderter Härte weiter geführt wird.

Mehr dazu im BLOG >>> “Patientenverfügung und Patientenautonomie – Über den mündigen Patienten“ >>> http://patientenverfuegung-patientenautonomie.iqb-info.de/


Lutz Barth, 11.03.09

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 290164
 129

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Herbe Kritik vom Medizinethiker Heffels - „Trivialisierung“ der Diskussion um Patientenverfügung?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth

Bild: Wir sollen nicht sterben wollenBild: Wir sollen nicht sterben wollen
Wir sollen nicht sterben wollen
Der „Diskurs“ (?) über das frei verantwortliche Sterben eines schwersterkrankten und sterbenden Menschen ist nach wie vor nicht nur soziologisch unterbelichtet, sondern zeichnet sich insbesondere durch Glaubensbotschaften der selbsternannten „Oberethiker“ und deren „Geschwätzigkeit“ aus. „Lebensschützer“ meinen zu wissen, was die Schwersterkrankten und Sterbenden wünschen und welcher Hilfe diese am Ende ihres sich neigenden Lebens bedürfen. Mit Verlaub: Es reicht nicht zu, stets die Meinungsumfragen zu kritisieren, in denen die Mehrheit der…
Bild: Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubarBild: Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubar
Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubar
Es scheint an der Zeit, in einer hoch emotionalisierten Debatte „Ross und Reiter“ zu benennen, die sich fortwährend um den „Lebensschutz“ scheinbar verdienstbar gemacht haben und unbeirrt auf ihrer selbst auferlegten Mission fortschreiten. Einige politisch Verantwortlichen sind gewillt, die „Sterbehilfe“ gesetzlich zu regeln und wie es scheint, besteht das Ziel in einer strikten Verbotsregelung. Auffällig ist, dass es sich um eine handverlesene Schar von Ethiker, Ärztefunktionären, freilich auch Theologen und Mediziner handelt, bei denen ber…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Grenzen der „Medizinethik“ am Lebensende - Medizinethische „Botschaften“ als Patentlösung?Bild: Grenzen der „Medizinethik“ am Lebensende - Medizinethische „Botschaften“ als Patentlösung?
Grenzen der „Medizinethik“ am Lebensende - Medizinethische „Botschaften“ als Patentlösung?
… denn auch auf einen Beitrag von Axel W. Bauer verweisen, der zum weiteren Nachdenken und Diskussion anregen könnte: Grenzen der Selbstbestimmung am Lebensende: Die Patientenverfügung als Patentlösung?, in Zeitschrift für medizinische Ethik 55 (2009), S. 169-182. Besonders problematisch erscheint mir dabei allerdings auch der Umstand, dass der dort vorgetragene …
Bild: Ärztliche Assistenz beim Suizid – ein Tabubruch?Bild: Ärztliche Assistenz beim Suizid – ein Tabubruch?
Ärztliche Assistenz beim Suizid – ein Tabubruch?
… dass das Thema uns in den kommenden Monaten beschäftigen wird, zumal davon ausgegangen werden kann, dass mit der in Aussicht gestellten Verabschiedung des Patientenverfügungsgesetzes gleichsam die erste Hürde genommen wird, auch wenn sich hiergegen erheblicher Widerstand regte. Indes aber dürfen wir in der aktuellen Debatte um das Patientenverfügungsgesetz …
Bild: Der Schierlingsbecher durch den Arzt?Bild: Der Schierlingsbecher durch den Arzt?
Der Schierlingsbecher durch den Arzt?
… erkennbar an die von einzelnen Medizinethiker und Palliativmediziner zunehmend in den Fokus der Debatte gerückten These von dem egozentrischen Patienten an, der mit seiner Patientenverfügung etwa der Palliativmedizin einen „Bärendienst“ erweist und dass es darum gehe, den Sterbewillen in einen Lebenswillen abzuändern. Es liegt auf der Hand, dass ein …
Bild: Ist die neopaternalistische Medizinethik „therapieresistent“?Bild: Ist die neopaternalistische Medizinethik „therapieresistent“?
Ist die neopaternalistische Medizinethik „therapieresistent“?
… Fragen am Ende des Lebens verfassungskonform zu regeln. Allein der neu aufkommende Paternalismus sollte für den Gesetzgeber Anlass genug sein, endlich die Fragen um die Patientenverfügung zu regeln. Es steht zu befürchten an, dass die mündigen Ärzte zur Unmündigkeit erzogen und so zwangsläufig die Interessen der Patienten an einer selbstbestimmten Entscheidung …
Bild: Rechtsbewusstsein bei den Ethikern, geriatrischen u. gerontologischen Fachgesellschaften?Bild: Rechtsbewusstsein bei den Ethikern, geriatrischen u. gerontologischen Fachgesellschaften?
Rechtsbewusstsein bei den Ethikern, geriatrischen u. gerontologischen Fachgesellschaften?
… Demenzkrankheit heimgesuchten Bürger und Bürgerin es nahezu unmöglich machen soll, sich für ein selbstbestimmtes Sterben und damit den Tod qua Patientenverfügung entscheiden zu können. Warum dringend eine nachhaltige Kritik geboten ist, erfahren Sie auf dem nachfolgenden Linkhttp://www.iqb-info.de/Rechtsklarheit_Ethiker_Gerontopsychiater_2009_Lutz_Barth.pdf
Bild: Ist die Medizinethik ideologiefrei?Bild: Ist die Medizinethik ideologiefrei?
Ist die Medizinethik ideologiefrei?
… begeben sich nicht selten auf die Suche nach Argumenten, um halbwegs plausibel ihre ablehnende Haltung gegenüber einer ohne Reichweitenbeschränkung ausgestalteten möglichen gesetzlichen Regelung zur Patientenverfügung begründen zu können. Vielfach wird in dem Diskurs betont, dass in aller Regel gesunde Menschen meinen, nicht mit einer Krankheit – etwa der …
Bild: Sterbehilfe und der ethische Verkündungsauftrag der Bundesärztekammer – der unmündige Arzt?Bild: Sterbehilfe und der ethische Verkündungsauftrag der Bundesärztekammer – der unmündige Arzt?
Sterbehilfe und der ethische Verkündungsauftrag der Bundesärztekammer – der unmündige Arzt?
Der BÄK-Präsident Hoppe hat erneut Pläne zu einer gesetzlichen Regelung zu Patientenverfügung zurückgewiesen. Eine solche Regelung sei nicht notwendig, sagte er. "Es ist alles klar, es ist nur nicht jedem alles klar." Die BÄK bleibt also ihrer Linie treu und nimmt die Debatte um die Sterbehilfeorganisation Dignitas zum Anlass, zum wiederholten Male davor …
Bild: Wie viel Patientenautonomie verträgt der Hospizgedanke?Bild: Wie viel Patientenautonomie verträgt der Hospizgedanke?
Wie viel Patientenautonomie verträgt der Hospizgedanke?
In einer mehr oder minder bewegten Debatte lassen die Neopaternalisten nichts unversucht, um vor der Patientenverfügung zu warnen. Es scheint, als drohe der Wertediskurs zu entgleiten und zu einem bunten Marktplatz höchst individueller Sichtweisen zu werden, die um entsprechende Beachtung heischen. Nicht selten offenbaren sich in den Verlautbarungen …
Bild: Brauchen wir überhaupt die Patientenverfügung?Bild: Brauchen wir überhaupt die Patientenverfügung?
Brauchen wir überhaupt die Patientenverfügung?
… die Medizin kenne am Lebensende keine Grenzen. Wie können Bürger in Fragen ihres eigenen Todes selbst bestimmen? Brauchen wir überhaupt Patientenverfügungen, in denen versucht wird, verschiedene Eventualitäten gedanklich vorwegzunehmen? Der Frankfurter Medizinethiker Stephan Sahm bezweifelt dies. Mit Alternativen wie »Natürlicher Stellvertreterschaft« …
Bild: Rundes Jubiläum: 1.000ste Absolventin der Euro-FHBild: Rundes Jubiläum: 1.000ste Absolventin der Euro-FH
Rundes Jubiläum: 1.000ste Absolventin der Euro-FH
… der Euro-FH in Hamburg wurde am 15. Mai 2011 die 1.000ste Absolventin der Fernhochschule geehrt. Hamburg. Mit einem Bachelor-Abschluss in „Europäischer Betriebswirtschaftslehre“ zählt Britta Heffels (25) aus Erkelenz bei Mönchengladbach nun – wie bereits 999 ihrer Kommilitonen vor ihr – zu den erfolgreichen Absolventen eines Fernstudiums an der Europäischen …
Sie lesen gerade: Herbe Kritik vom Medizinethiker Heffels - „Trivialisierung“ der Diskussion um Patientenverfügung?