(openPR) Derzeit sind rund 2,3 Millionen Bundesbürger Pflegefälle, Tendenz steigend. Schon jetzt ist damit jeder 35. Deutsche direkt und im familiären Umfeld jeder Zehnte zumindest indirekt betroffen. Zugleich grassiert erhebliches Unwissen über den Vorsorgebedarf und die Umstände im Pflegefall. So ist vielfach weder die monatliche Maximalleistung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung von lediglich € 1470 bekannt, noch die Versorgungslücke im Pflegefall von teilweise über € 2.000 monatlich. Jüngsten Umfragen vom Januar 2009 zufolge schätzen Verbraucher, dass 47 % der Menschen im Alter zum Pflegefall werden. Jedoch nur 18 % derselben Befragten schätzen das eigene Pflegerisiko hoch ein.
Dr. Rainer Reitzler, Vorstandsvorsitzender eines Versicherers und ausgewiesener Senioren-Experte, warnt nach dieser Umfrage vor einer drohenden Pflege-Armut und fordert eine stärkere Aufklärung zum Lebensrisiko Pflegefall. Jetzt hat er dies auch mit einem eindringlichen Buch getan. Titel: „Wenn Eltern Pflege brauchen“. Es richtet sich an die Generation der 40- bis 60-Jährigen, für die eigenen Eltern vorzusorgen, da die Älteren auf diesem Ohr zumeist taub zu sein scheinen. Daher der Untertitel: „So begleiten Sie Ihre Mutter und Ihren Vater“. Neben psychologisch einfühlsamen praktischen Tipps, mit der häufig plötzlich eintretenden Extremsituation Pflegefall fertig zu werden, zeigt er schonungslos die Folgen auf, die auf die „Kinder“ zukommen, wenn die Risiken auf Dauer verdrängt werden.
„Die finanzielle Konsequenz der Pflegebedürftigkeit ist ohne privaten Zusatzschutz wenig verlockend“, so Reitzler. Früher überlebten die schweren Pflegefälle ihren Schicksalsschlag nur sieben bis acht Monate, heute bringen sie es durchschnittlich auf weitere sechs Jahre Lebenserwartung. Da kommen auf Familien Kosten von rund € 135.000 zu, die nicht von der gesetzlichen bzw. sozialen (privaten) Pflegeversicherung abgedeckt sind. Folge: Fast 40 % aller stationär Pflegebedürftigen werden durch ihren Pflegefall schon heute zu Sozialhilfe-Empfängern. Betroffen sind vor allem Familien der rund 500.000 Pflegebedürftigen in Heimen. „Wer sich bessere Pflegequalität leisten kann, hat in der Regel die Chance, seine Menschenwürde auch im Alter zu bewahren“, weist Reitzler den Ausweg auch für die „Kinder“, die vom Staat in aller Regel finanziell an den Kosten der Sozialhilfe beteiligt werden. Auch hier liefert das Buch zahlreiche Tipps, dieser Falle zu entgehen.
Rainer Reitzler: Wenn Eltern Pflege brauchen. humboldt 2009. ISBN 978-3-86910-004-3; € 12,90.












