(openPR) Die offene Drogenszene in der Schweiz ist nahezu verschwunden. Neueinstieg in den Drogenkonsum, Beschaffungskriminalität, Drogentote werden immer seltener. Einen Hauptgrund sieht Professor Dr. Gerhard Wiesbeck (Universitätsklinik Basel) in der "heroingestützten Behandlung": Schwerstabhängige, die von anderen Maßnahmen nicht erreicht werden können, erhalten pharmazeutisch hergestelltes Heroin (Diacetylmorphin) unter kontrollierten Bedingungen und psychosozialer Begleitung.
In einer Monografie "Heroin - von der Droge zum Medikament" berichten Insider der Szene über Ihre Erfahrungen mit der umstrittenen Behandlungmethode.
Während der 90er Jahre hat Professor Dr. Dieter Ladewig die Therapie in Basel durchgesetzt. Er sieht bestätigt: "Ist ein Patient noch nicht extrem abhängig, scheint eine Behandlung mit Methadon oder Buprenorphin angezeigt. Bei einer stärker ausgeprägten Abhängigkeit und wenn jemand den psychotropen Effekt einer Substanz sucht, meine ich, dass das Heroin eher geeignet ist."
Den wesentlichsten Erfolg der heroingestützten Behandlung aller relevanten Zentren der Schweiz sieht Ladewig in einer "psychosozialen Stabilisierung".
Der Psychiater räumt ein, dass für viele Patienten eine Abstinenz illusorisch bleibt. Doch einige Kranke werden clean. "Im Sommer sprach mich ein ehemaliger Patient während des Urlaubs im Tessin an. Der Mann ist heute abstinent, und es geht ihm gut. Gerade bei ihm fragte ich mich damals, ob er nicht zu alt für das Projekt sei und ob seine Mehrfachabhängigkeit nicht Probleme aufwerfen könnte..."
Otto Schmid, Thomas Müller:
"Heroin - von der Droge zum Medikament"
Pabst Lengerich/Berlin, 196 Seiten, ISBN 978-3-89967-514-6

















