(openPR) In einer neuen Ausstellung zeigt die Essener GAM / Galerie Obrist Fotoarbeiten von Helge Emmaneel. Der Hamburger Künstler bedient sich in seinem Medium einer bewussten Vergröberung: Er arbeitet mit einer rudimentären Kamera aus den 60er Jahren, einer Agfa Click, mit nur einer Verschlusszeit und wenigen Blendeneinstellungen. Das veraltete Werkzeug verhilft ihm dazu, allein durch Mehrfachbelichtung seinen Bildern eine sinnlich visionäre Aufladung zu geben.
Emmaneel arbeitet stets analog, und die Bildgestaltung geschieht ausschließlich während des Aufnahmeprozesses. Der Künstler wird aktiv in der Wahl des Motivs und des Ausschnittes, die Kamera gibt ihren Teil in der Abstraktion des Motivs hinzu. Emmaneel richtet sich gegen eine digitale Veränderung des Bildes in der Postproduktion, er überlässt einen Teil der Bildfindung lieber dem Zufall, der durch die nicht immer kalkulierbaren Prozesse in der Mechanik des Fotoapparates und im Fotopapier bestimmt wird.
Das Hineingehen in die Natur und ihr Erleben sind grundlegende Bestandteile der Kunst von Helge Emmaneel. Er gibt in seinen Bildern Ahnungen von Landschaften, und zeigt gerade soviel, dass eine Küstenlinie oder ein Wald, ein Feld oder eine Figur erkennbar sind, an der Grenze zur Verklärung. Daraus spricht die Sehnsucht nach einer Landschaft, die so nicht mehr existiert. Und durch fehlende Eindeutigkeit werden seine Landschaften zu archetypischen Sehnsuchtsbildern einer bereits verloren geglaubten Natur.
Helge Emmaneel wurde 1969 in Essen geboren, und lebt und arbeitet in Hamburg. Im DruckVerlag Kettler / Bönen ist jüngst unter dem Titel "Helge Emmaneel: Photographien 2001-2007" eine Monographie erschienen (ISBN 978-3-941100-38-1).
Ausstellungstitel: Helge Emmaneel. Photographien.
Ausstellungseröffnung: Freitag, 20. Februar 2009, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 20. Februar – 04. April 2009













