(openPR) 30 Berufsakademie Studierende der IBM in Herrenberg entwickelten eine neue Lernplattform für die Fernuniversität des Afghan German Management College (AGMC). Mit diesem Teil der Ausbildung werden die baldigen Berufseinsteiger schon früh an das Projektmanagement herangeführt und übernehmen ganz nebenbei gesellschaftliche Verantwortung.
„Da unser College stetig an Studenten und Dozenten wächst, brauchten wir nach zwei Jahren auch eine neue Onlineplattform, die sich an diese Entwicklung anpasst“, erklärt Sascha Hertel, der Direktor des College´. Das AGMC hat nach knapp zweieinhalb Jahren bereits etwa 300 Studenten und sieben Dozenten, weshalb die alte Lernplattform auf TYPO 3 Basis ersetzt werden musste Ein Interessens- und Informationsaustausch war mit der alten Plattform erschwert. Soziale Aspekte eines Studiums wie die Kommunikation unter den Studenten waren kaum möglich.
Mit ihrem Wissen über Online-Zusammenarbeit trugen die BA-Studierenden einen wesentlichen Teil zum Gelingen des Projekts bei. Die Dozenten des College´ können jetzt mit der neuen Software auf Basis von Moodle die onlinebasierten Tests einfacher kontrollieren, da diese automatisiert ausgewertet werden. „Das ist für uns Dozenten eine enorme Zeitersparnis, denn vorher mussten wir alles selbst kontrollieren“, erklärt die Dozentin Sarah Poranzke, die das Projekt zwischen dem AGMC und IBM leitete. Außerdem haben die Studenten in Afghanistan die Möglichkeit, besser miteinander online zu kommunizieren und sich auszutauschen. Das Lernen wird für sie wesentlich einfacher.
Philipp Boos ist einer der 30 Stundenten des Bachelorstudiengangs bei IBM. Zusammen mit seinen Kommilitonen programmierte er die neue Onlinelernplattform. Er sagt über das gemeinsame Projekt mit dem AGMC: „Ich finde den Ansatz des College sehr cool. Bildung ist eine gute Maßnahme gegen Kriege.“ Genau wie seine Studienkollegen arbeitete er drei Wochen lang jeden Tag zehn bis vierzehn Stunden an dem Projekt. Noten gab es zwar keine, jedoch war die Arbeit Bestandteil seines Bachelorstudiums bei IBM. Insgesamt absolvieren die deutschen Studenten zwei mehrwöchige Projekte mit externen Kunden.
Für beide Seiten ist dieses pro-bono Projekt von Vorteil: Die Studenten erfahren, was es bedeutet mit einem anderen Unternehmen zusammen zu arbeiten und erbringen gleichzeitig einen Pflichtstudienanteil. Das College erhielt dagegen eine hochwertige Lernsoftware, um das Lernen für die Studenten in Afghanistan noch effizienter zu gestalten. „Denn höhere Bildung ist in Afghanistan ebenso wichtig wie der Bau von Grundschulen. Beides sind die Grundpfeiler einer positiven Entwicklung des Landes“, ist sich Projektleiterin Poranzke sicher. „Mit dem neuen Programm geht das noch einfacher“, ergänzt sie.
Bevor die Zusammenarbeit mit IBM begann, engagierte das College den externen IT-Berater Erick Tambo de Gankam. Er unterrichtet im Lehrgebiet Kooperative Systeme an der Fernuniversität Hagen bei Prof. Joerg Haake Forsche. De Gankam bildete die IT-Schnittstelle zu IBM und übersetzte den Studenten die nötigen Anforderungen des Colleges.
Am Tag der Softwareübergabe Mitte Dezember 2008 überreichte Sascha Hertel Geschenke aus Afghanistan als kleines Dankeschön für die Studenten in Form von traditioneller Kleidung, wie mehrere Burkas, die Ganzkörperschleier afghanischer Frauen. Zuvor zeigte er Videobotschaften aus Afghanistan von afghanischen Studenten, die sich bei den Studenten von IBM für ihre Arbeit bedankten. Mariana Neumann, die auch am Projekt mitwirkte, sagt dazu: „Ich wusste vor dem Projekt über das Land am Hindukush kaum etwas. Die Menschen dort wollen auch lernen, das finde ich sehr beeindruckend.“









