(openPR) Schlafwandler sind im Mittel depressiver, innerlich erregter und angespannter als Gesunde. Symptombelastungen psychosomatischer Beschwerden sind häufig, stellte Dr. Christiane Fügemann (Universität Köln) in einer Studie fest. Allerdings ließ es sich nicht klären, ob und wieweit die Probleme Ursache oder Folge des Schlafwandels sind.
Die Psychologin beobachtete, dass Schlafwandler sich häufig unausgeschlafen fühlen und ohne Schwung in den Tag gehen. Sorgen, Misserfolge und Menschenansammlungen werden häufiger subjektiv stressreich erlebt.
Allerdings sind Schlafwandler keinen überdurchschnittlichen Stressoren ausgesetzt.
Fügemann empfiehlt, zur Behandlung einer Depression bei Schlafwandlern keine Antidepressiva einzusetzen, die die Tiefschlafanteile erhöhen (z.B. trizyklische Antidepressiva), sondern eher aktivierende Antidepressiva (z.B. SSRIs). "Bei einer Verminderung der depressiven Symptomatik und der dadurch verbesserten Schlafarchitektur müsste sich auch das Schlafwandeln reduzieren." Die Erfolgschancen sind hier jedoch ebenso wenig gesichert wie bei einer antidepressiven Psychotherapie, räumt die Autorin in ihrem Beitrag in "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin" ein.
Christiane Fügemann:
Psychische Situation erwachsener Schlafwandler
in: Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin 3/2008, S. 243-255

















