(openPR) Verbesserte OP-Methode für Patienten mit operablem Hirn-Tumor: Dank moderner endoskopischer Operationsverfahren müssen gefährliche Gewebeveränderungen immer seltener durch die geöffnete Schädeldecke entfernt werden, sondern werden risikoärmer durch die Nase operiert. Experten aus der ganzen Welt haben sich vom 14.-17. Januar für diese fortschrittliche OP-Methode bei einem Workshop in Pittsburgh fit gemacht und an medizintechnischen Operationsmodellen aus Leipzig geübt.
Diese neuartigen OP-Modelle bestehen aus Kunststoff und sind realitätsnahe Nachbildungen beispielsweise des menschlichen Schädels. Sie werden mit einem speziellen 3D-Drucker im Schichtbauverfahren aus Spezialgips hergestellt. Chirurgen können an diesen Operationsmodellen trainieren, da sie sich optisch und haptisch kaum von echten humanen Präparaten unterscheiden und kleinste OP-Fehler sofort angezeigt werden. Das macht eine spezielle Elektronik möglich. Der Operateur kann den Schädel ohne zusätzliche Spezialhardware direkt mit dem PC verbinden und eigene OP-Instrumente benutzen. Jeder Handgriff wird hinterher direkt ausgewertet.
Aus Fehlern lernen – so oft wie nötig
„Die Mediziner machen eigentlich alles so wie immer, sie benutzen ihre gewohnten Instrumente und führen die notwendigen Handgriffe wie an einem echten Körper aus“, beschreibt Ronny Grunert, Geschäftsführer des Medizintechnik-Herstellers PHACON einen wichtigen Vorteil des Trainingssystems. „Eine gehörige Portion Stress rundet diese Realitätsnähe noch ab, denn kleinste OP-Fehler werden optisch und akustisch sofort angezeigt. Gut für den Operateur, denn nach dem Motto ‚Aus Fehlern lernt man’ kann der entsprechend darauf reagieren und sich sofort verbessern“, fügt er an. Eine Möglichkeit, die bei bisherigen Trainingsmethoden an medizinischen Phantomen nicht gegeben war. „Wir haben das Phantom quasi lebendig gemacht“, meint Grunert, denn „jedes Modul beinhaltet eine Kombination aus simulierter knöcherner Struktur und Weichteilgewebe aus Silikon.“
Zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Methoden
Auch gegenüber herkömmlichen Echtkörper-Präparaten bietet die Entwicklung Vorteile. Während Leichen bzw. Leichenteile meist rar, teuer und nur in Spezialräumen einsetzbar sind, sind Kunststoff-Modelle preiswert, universell einsetzbar und in großer Stückzahl herstellbar. Zudem können für bestimmte Übungen gezielt Krankheitsherde in die Modelle eingebracht werden.
In Pittsburgh waren es Tumore des Schädel-Hirn-Bereichs, die im Mittelpunkt der Weiterbildung standen. Unter Leitung von Professor Carl Snydermann, renommierter Chirurg und Hals-Nasen-Ohren-Experte der University of Pittsburgh School of Medicine, feilen Mediziner der Universität schon seit Jahren an Operationstechniken durch die Nase. „Tumore sind nicht nur mit weniger Verletzung des Gehirns operierbar“, so Prof. Carl Snyderman, „die Eingriffe gehen auch meist schneller und kostengünstiger als die herkömmliche Methode, bei der den Patienten die Schädeldecke geöffnet werden muss.“
Pittsburgh als Sprungbrett für weltweite Vermarktung
30 Nasen-Module hatten die Leipziger für die Pittsburgher im Gepäck. Ronny Grunert und Mitarbeiter Robert Haase sind nach vier intensiven Tagen in Amerika zufrieden: „Das Trainingssystem wurde von den Kursteilnehmern gut angenommen.“ Robert Hase betont: „Pittsburgh war für uns eine optimale Plattform, um unsere Entwicklung publik zu machen und einem internationalen Publikum vorzustellen. Wir haben Erfolg versprechende Kontakte zu amerikanischen Firmen geknüpft, die an unserem System sehr interessiert sind.“










