(openPR) LehrerInnen sind größeren beruflichen Belastungen ausgesetzt als ErzieherInnen, bestätigte eine Studie von Prof. Dr. Klaus Scheuch und Dr. Reingard Seibt (TU Dresden). Einzelne Burnout-Symptome geben 58% der Lehrer und 9% der Erzieher an. Doch das Vollbild eines "Burnout" (Erschöpfung, Zynismus, reduzierte Leistungsfähigkeit) ließ sich bei keinem Studienteilnehmer diagnostizieren. Offensichtlich sind wesentlich weniger Pädagogen ausgebrannt als häufig unterstellt wird.
"Lehrer weisen ungünstigere arbeitsplatzbezogene Faktoren auf: Im Vergleich zu Erziehern ist bei ihnen die Arbeitsintensität signifikant höher, aber der Tätigkeitsspielraum geringer, und für sie ergibt sich ein ungünstigeres Verhältnis von arbeitsbedingtem Aufwand und" Anerkennung. Bei Erziehern ist allerdings die körperliche Belastung höher.
Die Wissenschaftler warnen vor einer unkritischen Burnout-Diagnose: Die Entstehungsursachen des Ausbrennens seien nicht ausreichend geklärt, es mangele oft an methodischer Transparenz. Zu berücksichtigen sei auch die in der Belastungsforschung aktuell diskutierte "reversed causality", d.h. der Einfluss von Burnout-Merkmalen auf die Bewertung der Arbeitstätigkeit, die selbst u.U. gar nicht zu diesen Symptomen führt.
Die Autoren fordern, weitere wissenschaftliche Studien insbesondere zu Langzeiteffekten von Burnout durchzuführen, und verweisen auf die Bedeutung einer rechtzeitigen Prävention: "Die gesamte Risikoforschung hat nur eine Chance, wirksame Modelle zu entwickeln, wenn sie sich sowohl auf Risiken als auch Ressourcen, sowohl auf Verhalten als auch Verhältnisse, sowohl auf Prävention als auch Gesundheitsförderung konzentriert."
Klaus Scheuch, Reingard Seibt:
Arbeits- und persönlichkeitsbedingte Beziehungen zu Burnout - eine kritische Betrachtung
in: P. G. Richter, R. Rau, S. Mühlpfordt (Hrsg.): Arbeit und Gesundheit
Pabst, 420 Seiten, 978-3-89967-397-5














