14.01.2009 - 17:47 - Energie & Umwelt
Thermografieaktionen - Was bringen Sie?
Pressemitteilung von: VATh
Ob Energieversorger, Banken, Baumärkte, Baustoffhändler, Kommunen oder Städte, so genannte "Thermografieaktionen" werden für wenig Geld immer mehr angeboten und verunsichern oft mit wenigen Außenaufnahmen den Endverbraucher. Häufig erkundigen sich Bürger beim Bundesverband für Angewandte Thermografie über die Aussagekraft der Bilder von den geplanten Thermografieaktionen.
Generell sind solche Thermografieaktionen oft bedenklich und der Endkunde wird in den überwiegenden Fällen "nicht umfassend und zum Teil falsch informiert", auch wenn der meist sehr geringe Preis von oft unter 100,- EUR für einige Infrarot- Außenaufnahmen eines Einfamilienhauses liegt. Dieser geringe Preis kann sich nur rechnen, wenn pro Nacht mehrere Gebäude, welche örtlich nahe beieinander liegen untersucht werden. Bei den Thermografieaktionen ist es meist die Regel, schon im Herbst einen Termin für den Winter dafür festzulegen. Um seriöse Infrarotuntersuchungen durchführen zu können ist es unmöglich, eine langfristige Terminplanung vorzunehmen. Es ist in keinster Weise absehbar, was in einigen Wochen für Wetter herrscht. Eine thermografische Untersuchung eines Gebäudes ist nur möglich, wenn eine ausreichende Temperaturdifferenz von mindestens 15K (z.B. 20°C Innentemperatur und +5°C Außentemperatur oder niedriger) vorhanden ist. Auch wenn durch Sonneneinstrahlung die Häuserwand am Tage erwärmt wurde, kann frühestens 12 Stunden nach Sonnenuntergang eine thermografische Messung erfolgen. Auch Windeinfluss macht thermografische Untersuchungen unbrauchbar.
Bei den meisten Thermografieaktionen wird der Endkunde nicht über die Nachteile von nur Außenaufnahmen informiert. Außenaufnahmen von Gebäuden sind sehr plakativ und auch in Fachzeitungen als Blickfang oft zu finden. Viele thermische Schwachstellen an Häusern können aus dem Außenbereich jedoch gar nicht erkannt werden. Dächer haben eine erhöhte Abstrahlung und durch den meist spitzen Aufnahmewinkel im Dachbereich, spiegelt sich im Regelfall die kalte Atmosphäre wider. Das Dach erscheint im Infrarotbild bedeutend kälter als es in Wirklichkeit ist. Auch das Problem der Schimmelbildung und /oder Taupunktunterschreitung in Zimmerecken oder Geschossdeckeneinbindungen kann mit Außenaufnahmen nicht erkannt und somit nicht untersucht werden. Undichte Dachbereiche und Bodenluken sind nur von innen zu erkennen. Alle Gebäude mit einer hinterlüfteten Fassade müssen zwangsläufig aus dem Innenbereich untersucht werden. Eine Außenthermografie zeigt hier keinerlei Wärmebrücken. Der Hausbesitzer wiegt sich bei nur Außenuntersuchungen möglicherweise in Sicherheit, obwohl das Gebäude gravierende bautechnische Mängel aufweist. Werden nur Außenaufnahmen für scheinbar billiges Geld angeboten, ohne den Hauseigentümer von den Nachteilen der unvollständigen Messung zu informieren, so ist dies unseriös. Auch bei den Thermografieaktionen sollte das Ziel zu verfolgt werden, dass der Endverbraucher schon im Vorfeld über den Initiator der Aktion und das Thermografiebüro umfassend informiert und aufgeklärt wird, damit mögliche Fehlentscheidungen bei der Gebäudesanierung vermieden werden.
Für eine aussagekräftige Gebäudeuntersuchung sind mindestens 2 Stunden vor Ort zu veranschlagen. Die Auswertung der Infrarotaufnahmen mit der Berichterstellung im Büro dauert dann nochmals 6- 8 Stunden.
Auf der Webseite des Bundesverbandes findet man Richtlinien zur Bauthermografie, den notwendigen Kameratechniken und den benötigten Zertifizierungen. Nach der DIN EN 473 gibt es 3 Zertifizierungsstufen. Personen, welche Infrarotmessungen ohne Aufsicht durchführen, müssen nach der Stufe 2 zertifiziert sein. Hier findet man auch Stellungnahmen des Österreichischen und Schweizer Thermografieverbandes zu diesem Thema.
Der Bundesverband für Angewandte Thermografie hat einen Flyer zur qualitätsgerechten Untersuchung von Gebäuden über Infrarot- Messungen erarbeitet, dem Mindestanforderungen für die Überprüfungen zu entnehmen sind. An diese Richtlinien sollte sich jeder halten, der thermografische Messungen durchführt. Der VATh hat es leider schon erleben müssen, das bei Sonneneinstrahlung Häuser untersucht worden sind oder es viel zu warm für die Messungen an Gebäuden war. Der Endverbraucher bekommt einige bunte Bilder, welche oft das Geld nicht wert sind. Dies ist womöglich nicht weit von Scharlatanerie entfernt und der Endverbraucher wird unzureichend oder sogar falsch Beraten. Er kann um diese Sachverhalte nicht wissen.
Da die einfachen Infrarot- Kameras seit einiger Zeit für relativ wenig Geld zu erwerben sind, wird der Markt mit dieser Technik überschwemmt. Eine gute Infrarot- Kamera ist nach wie vor sehr kostenintensiv. Gepaart mit leider zum Teil wenig Sachverstand der Bediener kann dies sehr gefährlich sein und verärgert bzw. verunsichert die Endverbraucher.
Für eine seriöse Thermografie, welche dem Zweck dienen soll und nicht der "Aktion" ist es unumgänglich, Standards einzuhalten und den Endverbraucher umfassend zu informieren.
Der VATh- Flyer zur Gebäudeuntersuchung kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
www.vath.de/docs/artikel/VATh%20Flyer%20Gebaeude%202008.pdf
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Bundesverband für Angewandte Thermografie
Am Burgholz 26
99891 Tabarz
Tel.: 036259/311444
Fax: 036259/311445
e-Mail:
www.vath.de
Der Bundesverband für Angewandte Thermografie ist mit fast 300 Mitgliedern der größte Thermografieverband in deutschsprachigen Raum. Durch die Mitgliedschaft von erfahrenen Anwendern als Dienstleister, Hochschulen, Instituten, Universitäten, Infrarot- Geräteherstellern, Vertretern der Bauwirtschaft und Industrie verfügt der Verband über den umfangreichsten Erfahrungsschatz auf dem Gebiet der Infrarotthermografie.
Der VATh verfolgt das Ziel, die Thermografie, ihre Anwendung und Weiterentwicklung zu fördern, neue Anwendungsgebiete zu erschließen und die Mitarbeit und Interessenvertretung in Gremien und Normenausschüssen zu forcieren.
In Zusammenarbeit mit einer Zertifizierungsgesellschaft werden vom VATh Schulungen und Zertifizierungen durchgeführt sowie an Normen- und DIN - Ausschüssen mitgearbeitet.
Generell sind solche Thermografieaktionen oft bedenklich und der Endkunde wird in den überwiegenden Fällen "nicht umfassend und zum Teil falsch informiert", auch wenn der meist sehr geringe Preis von oft unter 100,- EUR für einige Infrarot- Außenaufnahmen eines Einfamilienhauses liegt. Dieser geringe Preis kann sich nur rechnen, wenn pro Nacht mehrere Gebäude, welche örtlich nahe beieinander liegen untersucht werden. Bei den Thermografieaktionen ist es meist die Regel, schon im Herbst einen Termin für den Winter dafür festzulegen. Um seriöse Infrarotuntersuchungen durchführen zu können ist es unmöglich, eine langfristige Terminplanung vorzunehmen. Es ist in keinster Weise absehbar, was in einigen Wochen für Wetter herrscht. Eine thermografische Untersuchung eines Gebäudes ist nur möglich, wenn eine ausreichende Temperaturdifferenz von mindestens 15K (z.B. 20°C Innentemperatur und +5°C Außentemperatur oder niedriger) vorhanden ist. Auch wenn durch Sonneneinstrahlung die Häuserwand am Tage erwärmt wurde, kann frühestens 12 Stunden nach Sonnenuntergang eine thermografische Messung erfolgen. Auch Windeinfluss macht thermografische Untersuchungen unbrauchbar.
Bei den meisten Thermografieaktionen wird der Endkunde nicht über die Nachteile von nur Außenaufnahmen informiert. Außenaufnahmen von Gebäuden sind sehr plakativ und auch in Fachzeitungen als Blickfang oft zu finden. Viele thermische Schwachstellen an Häusern können aus dem Außenbereich jedoch gar nicht erkannt werden. Dächer haben eine erhöhte Abstrahlung und durch den meist spitzen Aufnahmewinkel im Dachbereich, spiegelt sich im Regelfall die kalte Atmosphäre wider. Das Dach erscheint im Infrarotbild bedeutend kälter als es in Wirklichkeit ist. Auch das Problem der Schimmelbildung und /oder Taupunktunterschreitung in Zimmerecken oder Geschossdeckeneinbindungen kann mit Außenaufnahmen nicht erkannt und somit nicht untersucht werden. Undichte Dachbereiche und Bodenluken sind nur von innen zu erkennen. Alle Gebäude mit einer hinterlüfteten Fassade müssen zwangsläufig aus dem Innenbereich untersucht werden. Eine Außenthermografie zeigt hier keinerlei Wärmebrücken. Der Hausbesitzer wiegt sich bei nur Außenuntersuchungen möglicherweise in Sicherheit, obwohl das Gebäude gravierende bautechnische Mängel aufweist. Werden nur Außenaufnahmen für scheinbar billiges Geld angeboten, ohne den Hauseigentümer von den Nachteilen der unvollständigen Messung zu informieren, so ist dies unseriös. Auch bei den Thermografieaktionen sollte das Ziel zu verfolgt werden, dass der Endverbraucher schon im Vorfeld über den Initiator der Aktion und das Thermografiebüro umfassend informiert und aufgeklärt wird, damit mögliche Fehlentscheidungen bei der Gebäudesanierung vermieden werden.
Für eine aussagekräftige Gebäudeuntersuchung sind mindestens 2 Stunden vor Ort zu veranschlagen. Die Auswertung der Infrarotaufnahmen mit der Berichterstellung im Büro dauert dann nochmals 6- 8 Stunden.
Auf der Webseite des Bundesverbandes findet man Richtlinien zur Bauthermografie, den notwendigen Kameratechniken und den benötigten Zertifizierungen. Nach der DIN EN 473 gibt es 3 Zertifizierungsstufen. Personen, welche Infrarotmessungen ohne Aufsicht durchführen, müssen nach der Stufe 2 zertifiziert sein. Hier findet man auch Stellungnahmen des Österreichischen und Schweizer Thermografieverbandes zu diesem Thema.
Der Bundesverband für Angewandte Thermografie hat einen Flyer zur qualitätsgerechten Untersuchung von Gebäuden über Infrarot- Messungen erarbeitet, dem Mindestanforderungen für die Überprüfungen zu entnehmen sind. An diese Richtlinien sollte sich jeder halten, der thermografische Messungen durchführt. Der VATh hat es leider schon erleben müssen, das bei Sonneneinstrahlung Häuser untersucht worden sind oder es viel zu warm für die Messungen an Gebäuden war. Der Endverbraucher bekommt einige bunte Bilder, welche oft das Geld nicht wert sind. Dies ist womöglich nicht weit von Scharlatanerie entfernt und der Endverbraucher wird unzureichend oder sogar falsch Beraten. Er kann um diese Sachverhalte nicht wissen.
Da die einfachen Infrarot- Kameras seit einiger Zeit für relativ wenig Geld zu erwerben sind, wird der Markt mit dieser Technik überschwemmt. Eine gute Infrarot- Kamera ist nach wie vor sehr kostenintensiv. Gepaart mit leider zum Teil wenig Sachverstand der Bediener kann dies sehr gefährlich sein und verärgert bzw. verunsichert die Endverbraucher.
Für eine seriöse Thermografie, welche dem Zweck dienen soll und nicht der "Aktion" ist es unumgänglich, Standards einzuhalten und den Endverbraucher umfassend zu informieren.
Der VATh- Flyer zur Gebäudeuntersuchung kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
www.vath.de/docs/artikel/VATh%20Flyer%20Gebaeude%202008.pdf
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Am Burgholz 26
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Tel.: 036259/311444
Fax: 036259/311445
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Der VATh verfolgt das Ziel, die Thermografie, ihre Anwendung und Weiterentwicklung zu fördern, neue Anwendungsgebiete zu erschließen und die Mitarbeit und Interessenvertretung in Gremien und Normenausschüssen zu forcieren.
In Zusammenarbeit mit einer Zertifizierungsgesellschaft werden vom VATh Schulungen und Zertifizierungen durchgeführt sowie an Normen- und DIN - Ausschüssen mitgearbeitet.
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