12.12.2008 - 10:35 - Politik, Recht & Gesellschaft

Kuba - Psychoterror gegen unabhängigen Journalisten und seine Familie

Pressemitteilung von: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

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Roberto de Jesús Guerra Pérez, unabhängiger Journalist auf Kuba. Bild: payolibre.com
IGFM: Meinungsfreiheit in Kuba nicht existent

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, verstärken sich die repressiven Maßnahmen gegen den unabhängigen kubanischen Journalisten Roberto de Jesús Guerra Pérez und seine Familie aufgrund seiner offenen Kritik am Castro-Regime. Der steigende Druck äußerte sich in Bedrohungen und Verhaftungen im engen Familien- und Freundeskreis des Dissidenten und einem Brandanschlag auf seine Wohnung. Jüngst führte die Terrorisierung der Familie zum Verlust seines ungeborenen Kindes.

In den letzten Monaten intensivierte sich das repressive Vorgehen gegen den unabhängigen Journalisten und Direktor des Informationszentrums "Corriente Martiana", Roberto de Jesús Guerra Pérez, sowie seine Familie und Freunde. Im Juli 2008 wurde er vor der US-Interessenvertretung in Havanna verhaftet. Er hatte an einer spanischen Web-Tagung im Rahmen des Projekts "Erwachsene und Bibliotheken", zu der er von der US-Universität Arlington eingeladen wurde, teilgenommen.

Im August 2008 verhafteten Polizisten seine Mutter Consuelo Pérez García, seinen Bruder Arian Gierra, dessen Frau sowie fünf Mitglieder des "Corriente Martiana" und zwei Jugendliche unter 16 Jahren. Als Begründung wurde der Besitz von zwei Radiogeräten und "subversiver" Literatur angegeben. Am 21. August zerrten Beamte der Staatssicherheitsabteilung (DSE) und der Nationalen Revolutionären Polizei (PNR) Isamris Salomón Carcaces (36 J.), die im fünften Monat schwangere Ehefrau von Guerra Pérez, in einen Polizeiwagen, als sie die Büros der US-Interessenvertretung in Havanna verließ. Sie hatte an einer Journalistenschulung der Internationalen Florida-Universität teilgenommen, da sie plante, eine Agentur für unabhängige Journalistinnen zu gründen. Während des Verhörs drohte man, dass ihr Kind vielleicht gar nicht geboren werde und wenn, dann nur mit Komplikationen. Auch müsste man ihr als einer "Konterrevolutionärin" möglicherweise das Kind zu seinem Eigenwohl entziehen, denn falls sie ins Gefängnis käme, könne der Vater unmöglich alleine für das Kind sorgen. Ihre Kursbücher über Journalismus und Literatur in der Demokratie wurden beschlagnahmt. Aufgrund des psychischen Drucks erlitt sie gesundheitliche Komplikationen, die zum Verlust des Kindes führten. Kurze Zeit später wurde ein Brandanschlag auf das Haus der Familie Guerra Pérez verübt.

Da die Castro-Regierung alle Tageszeitungen außer dem Parteiorgan der regierenden Kommunistischen Partei verbietet und auch alle Sender überwacht, wird nur das veröffentlicht, was die Regierung für richtig erachtet. Guerra Pérez berichtet deswegen in ausländischen Sendern und im Internet über die tatsächliche Realität der Kubaner – mit der Folge, dass er mehrmals im Monat vorübergehend festgenommen wird.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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Die IGFM ist eine Menschenrechtsorganisation, die 1972 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Sie unterstützt Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder die verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Nach Auffassung der IGFM sind nach dem Recht auf Leben und Sicherheit der Person, die bürgerlichen Rechte wie Meinungs-, Versammlungs- Religions- und Pressefreiheit die wichtigsten Menschenrechte. Ohne sie kann es weder Frieden noch sozialen Fortschritt geben. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.

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