(openPR) Düsseldorf/Frankfurt, 4. Dezember 2008: Chronisch herzinsuffiziente Patienten profitieren nachweislich von Telemedizin; zugleich wird das Gesundheitswesen entlastet. Das bestätigt jetzt eine aktuelle gesundheitsökonomische Auswertung des telemedizinischen Betreuungsprogramms Zertiva® von PHTS Telemedizin. Die Daten wurden über den Zeitraum von einem Jahr am Universitätsklinikum Jena für Versicherte der TAUNUS BKK erhoben. Die Krankenkasse bietet ihren Versicherten Zertiva® seit 2005 bundesweit an. Die Ergebnisse wurden von Cordula Gierg, Direktorin der Krankenkasse, im Rahmen des 3. Internationalen C.A.P. Telemedizin Forums Ende November in München vorgestellt.
Die Ergebnisse sprechen für sich: chronisch herzinsuffiziente Patienten, die zusätzlich zu ihrer konventionellen Versorgung, telemedizinisch im Zertiva®-Programm betreut wurden, mussten 58 Prozent seltener stationär behandelt werden, als die Patienten der Vergleichsgruppe. Insgesamt sank die Zahl der Patienten mit Krankenhausaufenthalt um 43 Prozent. Für Patienten, bei denen ein Krankenhausaufenthalt notwendig wurde, verringerten sich die Krankenhaustage je Einweisung um 24 Prozent. Dies entspricht einem Rückgang der gesamten Krankenhaustage pro Kopf um 68 Prozent. Somit ließen sich mit Telemedizin die Krankenhauskosten pro Kopf um 77 Prozent senken. Neu an der gesundheitsökonomischen Auswertung ist der Zeitraum von einem Jahr, in dem die Daten von zusätzlich telemedizinisch betreuten Patienten und von konventionell behandelten herzinsuffizienten Patienten miteinander verglichen wurden.
„Auch, wenn es sich um ein innovatives medizinisches Betreuungsangebot handelt, steckt Telemedizin heute nicht mehr in den Kinderschuhen“, erklärt Cordula Gierg in München. „Die Zahlen aus unserer aktuellen gesundheitsökonomischen Auswertung bestätigen das. Wir haben 2005 mit der Zusammenarbeit mit PHTS Telemedizin begonnen, nachdem wir erste viel versprechende gesundheitsökonomische Zahlen gesehen hatten, die für den unterstützenden Einsatz von Zertiva® sprachen. Die Auswertungen in Jena haben unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Darüber hinaus werten wir derzeit bundesweite Daten von über 3.000 Patienten aus. Hierzu kann ich schon so viel sagen, dass diese einen vergleichbaren Trend aufzeigen, wie wir ihn in Jena sehen. Für uns der Grund, unser Engagement im Bereich Telemedizin weiter zu forcieren. Als Kasse sehen wir uns verpflichtet, zusammen mit den Partnern im Gesundheitswesen, nach Lösungen zu suchen, die Versorgungsqualität immer weiter zu verbessern und zugleich die Kosten zu kontrollieren. Mit Telemedizin ist uns das gelungen.“
Zertiva® ist das telemedizinische Betreuungsprogramm von PHTS Telemedizin für chronisch herzinsuffiziente Patienten. Die Patienten erhalten eine Waage, ein Blutdruckmessgerät und ein Modem. Sie übermitteln ihre Vitalwerte täglich zu vereinbarten Zeiten von zu Hause aus an das Telemedizinische Zentrum. Die Daten werden automatisch in der elektronischen Patientenakte erfasst. Über- oder unterschreiten sie individuell definierte Grenzwerte, wird sofort ein Signal ausgelöst und der Patient angerufen, um die Ursache zu klären. Bei einer Gewichtszunahme z. B. durch Wassereinlagerungen aufgrund von unregelmäßiger Einnahme der Medikamente kann sofort reagiert werden. Ohnehin werden die Patienten im Zertiva® Programm regelmäßig kontaktiert und in standardisierter Form befragt. Schulungsmaßnahmen zu Ernährung, Bewegung und Pharmako¬therapie komplettieren das Programm. Abhängig vom Schweregrad der Herzinsuffizienz erhalten die Patienten auch ein 12-Kanal-EKG, das es ihnen ermöglicht, rund um die Uhr ein EKG in Klinikqualität von dem medizinischen Team im Telemedizinischen Zentrum auswerten zu lassen.
Die TAUNUS BKK wurde 1880 als Betriebskrankenkasse der „Michelbacher Hütte“ gegründet. Seit 1997 ist die gesetzliche Krankenkasse bundesweit geöffnet. Die TAUNUS BKK ist heute eine der größten Betriebskrankenkassen in Deutschland. Sie ist modern und leistungsfähig und stellt die Gesundheit ihrer Mitglieder immer in den Vordergrund all ihres Handelns. Rund 1.300 Mitarbeiter betreuen in 37 Geschäftsstellen über 800.000 Versicherte. Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,5 Prozent.














