(openPR) Konsequente Therapie verringert Komplikationen, Transplantationen, Arbeitsunfähigkeit, Frühverrentung, Todesfälle
Die Versorgungssituation chronisch Kranker in Deutschland lässt in vielen Bereichen zu wünschen übrig. Betrachtet man zehn wichtige Indikationen, wie zum Beispiel Demenz, rheumatoide Arthritis und chronische Hepatitis, so kann man eine deutliche Unterversorgung in der Behandlung feststellen. Dies geht aus einem Gutachten hervor, das von Prof. Dr. Dr. Richard Rychlik, Institut für empirische Gesundheitsökonomie, für den Verband forschender Arzneimittelhersteller erstellt und im Februar dieses Jahres veröffentlich wurde (im Internet unter http://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-005-2008-attachments/). Danach liegt z. B. für Hepatitis C die wahrscheinliche Unterversorgung bei ca. 90 Prozent, das heißt, nur einer von zehn Erkrankten wird leitliniengerecht behandelt. Grund: häufig wird die Erkrankung wegen zunächst fehlender Symptome nicht erkannt oder Laborwerten wird nicht die notwendige Beachtung geschenkt. „Betrachtet man die Kosten über einen Zeitraum von 20 Jahren, so beläuft sich diese Unterversorgung auf die gewaltige Summe von 21,77 Milliarden €. Hauptkostenfaktor sind zum einen die Entwicklung von Komplikationen der Hepatitis C, wie die Leberzirrhose, die Ösophagusvarizenblutung sowie das Leberzellkarzinom“, sagt Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Vorsitzender der Gastro-Liga anlässlich des 9. Deutschen Lebertages. Einen Großteil der Kosten verursachen die notwendigen Lebertransplantationen. Setzt man die Kosten der Unterversorgung über einen Zeitraum von 20 Jahren in Relation zur leitliniengerechten Mono- oder Kombinationstherapie der Hepatitis C, so würden durch Mehrkosten von ca. 1,3 Milliarden € viele Komplikationen und vor allem Todesfälle vermieden werden. Die konsequente Therapie ist im Verhältnis nicht viel teurer, erspart aber viel Leiden.
Kosten entstehen den Krankenkassen vor allem durch stationäre Behandlungsepisoden, Arbeitsunfähigkeitstage und Frühverrentung. Die Folgen der Erkrankung führen zu einem Produktivitätsverlust, der Arbeitgeber, Krankenkassen und Rentenversicherer gleichermaßen betrifft. Bedenkt man die Häufigkeiten der Komplikationen, wie z.B. das Erfordernis der Lebertransplantation bei 20 bis 25 Prozent der Betroffenen, so wird die Bedeutung der konsequenten Therapie im Verhältnis zur bisher noch zu registrierenden Unterversorgung deutlich.
Die jährlichen Behandlungskosten HCV bedingter Erkrankungen, vor allem ihrer Komplikationen, sind hoch. Dies kann man einer tabellarischen Übersicht von WASEM (Gesundheitsökonomische Aspekte chronischer Infektionskrankheiten am Beispiel, der chronischen Hepatitis C, Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschungs-Gesundheitsschutz 2006;49:57-63) entnehmen.
http://www.springerlink.com/content/y828455mu451361n/?p=bc4ed6cb94324cf48fb28961157de0bc?=8
Neue Kooperation
Die Gastro-Liga und die Deutsche Leberstiftung werden diese wichtigen Themen gebündelt in die Öffentlichkeit bringen. Die Gastro-Liga, die sich bisher auch intensiv um die Darstellung von Lebererkrankungen gekümmert hat, wird in Zukunft dieses Feld gemeinsam mit anderen Partnern, so auch der Deutschen Leberstiftung, bearbeiten. Die Gastro-Liga bringt in diese Kooperation ihre Kompetenz für Öffentlichkeitsarbeit ein, die sich durch viele Aktivitäten wie Sprechstunde, Newsletter, Hotlines, Aktionstage etc. abbilden lässt. Die Gastro-Liga verfügt über ein breites Spektrum an Gremien mit Persönlichkeiten aus allen wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens. Auch durch die Gewinnung von Prof. Peter Voß (ehemaliger Intendant des Südwestrundfunks) als Schirmherrn ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der öffentlichen Wahrnehmung erreicht worden.
Die Gastro-Liga und die Deutsche Leberstiftung werden in Zukunft gemeinsame Aktionstage veranstalten und vor allem bei Fortschritten in der Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen intensiv kommunizieren und diese in die Öffentlichkeit transportieren. Die gegenseitige Mitgliedschaft im Kuratorium sorgt für eine kontinuierliche und breite Kommunikation. Diese intensivierte Zusammenarbeit wird dazu führen, dass sich die Unterversorgungssituation durch mehr Transparenz zu den gesundheitspolitischen Gremien verbessert.




