09.11.2008 - 20:52 - Energie & Umwelt

Türkei - Streit um hochproblematische Fischzuchten an der türkischen Westküste eskaliert

Pressemitteilung von: Tourismus- und Umweltbulletin Anamur

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Unterwasserufnahmen vom Meeresgrund in der Naehe von Fischzuchten
-anamurnet.net- Seit über 10 Jahren finden sich an der Aegaeis in den Provinzen Muğla und İzmir Fischzuchten in unmittelbarer Nähe der Küste. Im Bestreben, vor den Winterstürmen möglichst gut geschützt zu sein, wurden diese Anlagen teilweise in wunderbaren Buchten errichtet. Seit einigen Jahren wird nun jedoch deutlich, dass auf Grund der geringen Meerestiefe und der fehlenden Strömungen diese Buchten und Strände in Besorgnis erregendem Ausmasse verdrecken und zu einem Gesundheitsrisiko für die Menschen werden. Das wiederum hat Folgen für den Tourismus der Region, da die Touristen angesichts derartiger Zustände von weiterem Urlaub in der Region absehen.

Es gibt jedoch weit gravierendere Fragen zu diesen Fischzuchten:

- Überfütterung führt zu einer Überdüngung des gesamten Öko-Systems und somit zu einer Veränderung der natürlichen Fischpopulation.

- Letztes Jahr gab es ein gewaltiges Fischsterben, Millionen von Tieren verendeten. Untersuchungen ergaben, dass ein zu tiefer Sauerstoffgehalt des Meeres (auf Grund der Überfütterung) für diese Tragödie verantwortlich war.

- Fischfutter übrigens wird hergestellt, indem am Schwarzmeer natürliche Fischbestände mit ganzen Fangflotten abgefischt und zu Futtermehl und Öl verarbeitet werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass Fisch in jener Region für die Einwohner praktisch unbezahlbar wird, es sei denn, sie kaufen Fisch aus den Zuchten…

- Wo in derartiger Konzentration Fische gezüchtet wird, da steigt auch das Risiko von Erkrankungen. Es muss also in grossem Stile Antibiotika und Medikamente zugeführt werden, um den Fischbestand in diesen Kulturen zu nutzen.

- Überfütterung, Überkotung und verantwortungsloser Umgang mit Verpackungsmaterial und andern Abfällen im Zusammenhang mit den Zuchtbetrieben haben dazu geführt, dass der Meeresgrund verschlammt und sich in eine Müll- und Schlammhalde verwandelt. Hier gibt es, abgesehen von den Fischzuchten, kein Leben mehr.

- Dieses Frühjahr bedienten Umweltorganisationen die Presse mit Unterwasseraufnahmen aus solchen Buchten mit Fischzuchtanlagen. Seither wird die gesamte Region von privaten, bewaffneten Sicherheitsdiensten abgeriegelt, das Meer wird zum Sperrgebiet.

Daneben gehen die Zuchtbesitzer auch gegenüber Kritikern mit harten Bandagen vor. So wurden erst kürzlich der Sprecher der regionalen Umweltplattform, Ümit BORA und der Fernsehsender EGE TV, welcher den Anliegen Boras Sendezeit zur Verfügung stellte, mit einer Schadenersatzklage von je 20 000 YTL eingedeckt. Am 23. Dezember beginnt die Verhandlung in İzmir.

Nun Boykottaufrufe

Möglicherweise wird das jedoch für die Fischzüchtereien kontraproduktiv, denn inzwischen laeuft eine Bewegung „wir kaufen keine Produkte mehr aus den Fischzuchten“ an. Es handelt sich hierbei um den Start einer Boykottkampagne mit dem Ziel, auf die Produktionsverhaeltnisse und die Umweltzerstörung an der Aegaeis hinzuweisen. Der gesamte Protest soll nun auch in Richtung Europa getragen werden, sind doch viele dieser Fischzuchten dank Kapitalgebern aus dem Ausland, vor allem Griechenland, Norwegen und Korea, überhaupt erst ermöglicht worden.

Filme:

www.youtube.com/watch?v=2X9NnUm9oBs
www.youtube.com/watch?v=KbVLBhbFQps

Weitere Bilder:
www.egeulusalhaber.com/?p=178

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Naturschutz- und Tourismusverein Anamur
Tourismus- und Umweltbulletin
İskele Mah. İnönü Cadd.
Ayhan App.
33640 Anamur
Kontakverantwortlicher: Walter Helbling
0324 814 65 01 (12-17 Uhr)


www.anamurnet.net

Der Naturschutz- und Tourismusverein Anamur wurde im Jahre 2007 gegründet und strebt ein sanftes Regionaltourismuskonzept an. Haupttaetigkeit 2008 war das grosse Meeresschildkröten-Schutzprojekt an den Straenden Anamurs welche in Zusammenarbeit mit der Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. realisiert werden konnte und auch 2009 fortgesetzt werden soll.
Daneben wehrt sich der Verein gegen die Errichtung von Fischzuchten an der Kylikischen Küste, welche Lebensrauum für die türkeiweit die grösste Population von mediterranen Mönchsrobben darstellt. Diese stehen unter internationalem Schutz und würden durch diese Fischzuchten akut bedroht.

www.anamurced.org


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