(openPR) GBS ist eine Nervenkrankheit, die Menschen innerhalb weniger Wochen fast vollständig lähmen kann. Bekannt ist sie kaum, doch die Betroffenen organisieren sich in einer Initiative in der Schweiz. In regionalen Selbsthilfegruppen unterstützen sie sich gegenseitig. Betroffene und Angehörige können sich hier Hilfe und Ratschläge holen. Am Samstag 8. November findet im Restaurant au Premier in Zürcher Hauptbahnhof ab 14.00 Uhr ein Treffen der GBS-Initiative Schweiz statt.
Experten rechnen mit etwa 70 bis 140 Neuerkrankungen an GBS in der Schweiz jedes Jahr. Die genaue Zahl ist unbekannt, denn es fehlt an einem zentralen Register und zudem werden einige Fälle von den Ärzten nicht richtig erkannt. Die Zahl der Menschen, der an der weitaus schlimmeren CIDP erkranken, liegt darunter. «Es ist wichtig, dass Betroffene und Angehörige über die Krankheit besser informiert werden», sagt Daniel Zihlmann, Präsident der GBS & CIDP Initiative. «Für viele ist es ein Schock, wenn die ersten Symptome auftreten.»
Das Guillain-Barrè Syndrom (GBS) ist eine schwere Nervenerkrankung, die zu akuten Lähmungserscheinungen führt. Die Nerven, die die Muskeln steuern verlieren ihre Funktionstüchtigkeit, so dass die Betroffenen nicht mehr gehen, ihre Hände nicht mehr bewegen und sie nicht mehr selbständig leben können. In manchen Fällen gehen die Lähmungen so weit, dass der Betroffene vollständig bewegungsunfähig ist, künstlich beatmet werden muss und mit der Umwelt nur noch über Augenbewegungen und Wimpernzucken in Kontakt treten kann. Der Kranken ist hilflos in ihrem Körper eingeschlossen, aber bei vollem Bewusstsein und vollkommen klar. Für jeden Menschen ist eine solche Situation eine kaum vorstellbare Belastung. Neben dem Guillain-Barrè Syndrom gibt es die CIDP als sehr ähnliche Erkrankung, die allerdings chronisch und nicht heilbar ist. Bei dieser «Chronic Inflammatory Demylienating Polyneutrophy» entwickeln sich die Lähmungserscheinungen sehr langsam und führen zu einer dauernden Behinderung.
GBS Patienten brauchen eine intensive Betreuung und werden im Spital behandelt. Um die Symptome zu lindern, geben die Ärzte Medikamente, die in das Immunsystem eingreifen, da es für die Zerstörung der Nervenbahnen verantwortlich ist. Sie verbringen oft längere Zeit in der Intensivstation.
In etwa 90 Prozent der Fälle gehen die Symptome der GBS im Verlauf von sechs Monaten bis zu zwei oder mehr Jahren zurück. Bei etwa fünf bis fünfzehn Prozent der Betroffenen bleiben allerdings mehr oder minder schwere Behinderungen zurück, die es ihnen nicht mehr erlauben ihrem alten Beruf nachzugehen. In einigen Fällen führt GBS auch zum Tod, wenn die Atmung durch eine Lähmung der Lungenmuskulatur aussetzt.
Die genaue Ursache der GBS ist unbekannt. Wissenschafter haben einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Bakterien- und Vireninfektionen gefunden, wobei allerdings die Mechanismen unklar sind. Die Nerven verlieren ihre Funktionsfähigkeit, weil Antikörper des eigenen Organismus sie angreifen und wichtige Bestandteile zerstören.










