(openPR) 160 Ärzte und Therapeuten nahmen am zweiten Schmerztherapie-Kongress der Psychosomatischen Abteilung der Simssee Klinik Bad Endorf letzte Woche im Kultursaal am Park in Bad Endorf teil. Darunter niedergelassene Allgemeinärzte, Orthopäden, Schmerztherapeuten, Psychotherapeuten und Klinikmitarbeiter der psychosomatischen Abteilung.
Dr. Stephan Schill, Ärztlicher Direktor der Simssee Klinik, sprach das Grußwort. Prof. Dr. Peter Henningsen, Ordinarius für Psychosomatik und Prodekan des Klinikums Rechts der Isar in München, stellte in seinem Vortrag die neue bundesweite Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Fibromyalgie-Syndroms vor. Betroffen sind 0,6 bis vier Prozent der Bevölkerung, zu 85 bis 90 Prozent Frauen. Dabei handelt es sich um eine chronische Schmerzkrankheit mit Symptomen des Gelenk- oder Bewegungsapparates: Schmerzen in allen Körperbereichen, insbesondere bei Belastung. Weitere Symptome können sein: allgemeine Schwäche, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, chronische Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) sowie erheblich verringerte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Während für gewisse Fibromyalgie-Patienten vor allem die Schmerzen im Vordergrund stehen, klagen andere Patienten hauptsächlich über Müdigkeit, Verspannungen und Konzentrationsstörungen.
Anstatt das Fibromyalgie-Syndrom als rein rheumatologisches oder rein psychosomatisches Krankheitsbild zu betrachten, schreibt die bundesweite Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Fibromyalgie-Syndroms verbindlich für Ärzte aller Fachrichtungen bei Verdacht auf Fibromyalgie sowohl klassisch medizinische als auch psychosoziale Diagnostik und Therapie vor.
Dr. Franz Pfitzer, Chefarzt der Psychosomatik der Simssee Klinik, erläuterte das Behandlungskonzept seiner Abteilung. Es stehe unter dem Motto „verstehe dich selbst besser und verhalte dich günstiger“. Auf Grundlage eines tiefenpsychologischen Verstehens aktueller Probleme vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte werden emotional aktivierende Verfahren wie Kunsttherapie, Tanztherapie, Musiktherapie und Bewegungstherapie zur lebensgeschichtlichen Klärung eingesetzt. Der Chefarzt betonte, dass der Psychosomatiker bei vielen Schmerzpatienten hilfreich sein könne. Das Spektrum reiche von organischen Erkrankungen mit ungünstiger Krankheitsverarbeitung wie dies häufig unterr anderem nach Bandscheibenschäden oder Arthrose gesehen wird, bis hin zu Schmerz als Symptom einer psychischen Erkrankung wie Depression, Angst oder nach psychischer Traumatisierung.
Klaus Wiegand, leitender Oberarzt der psychosomatischen Abteilung der Simssee Klinik, widmete sich dem Thema „funktionelle und somatoforme Schmerzstörungen“. Hierzu wurde unter Leitung von Wiegand eine spezielle Gruppentherapie „Schmerz, Streß und Beziehungen“ entwickelt.












