01.11.2008 - 16:04 - Gesundheit & Medizin

Zustand des Leichnams nach Organentnahme bzw. Organexplantation

Pressemitteilung von: INFORMATIONSSTELLE TRANSPLANTATION und ORGANSPENDE

Laut einer Umfrage zur Organspende der Techniker Krankenkasse (TK) Hessen leidet die Organspendebereitschaft unter Vorurteilen (Deutsches Ärzteblatt, 31.10.2008). Insbesondere tritt die TK der Sorge entgegen, dass Ärzte „nicht mit der gegebenen Sorgfalt mit dem Leichnam umgehen“ und behauptet, dass nach der Explantation „der Leichnam im würdigen Zustand zur Bestattung überführt“ werde.

Auch wenn die ärztliche Sorgfaltspflicht eingehalten wird: Explantationen können die Leiblichkeit der "Organspender" tiefgreifend verletzen. Dies trifft insbesondere zu, wenn mehrere Organe herausgenommen werden.

Haben "Organspender" oder die Angehörigen keine Einschränkungen vorgenommen, darf eine Multiorganentnahme erfolgen. Laut Jahresbericht 2007 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) „wurden bei über 84 Prozent aller Organspender mehrere Organe entnommen. Betrachtet man die Spender im Alter unter 16 Jahren und zwischen 16 und 54 Jahren waren es sogar etwa 92 Prozent.“

Es können Herz, Lungen, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Magen, Hornhäute, Innenohrknöchel, Kieferknochen, Knochen, Bänder und Knorpel, Haut, Adern und Knochenmark entnommen werden, aber auch Teile des Gesichts, Hände oder, wie im August 2008 das Deutsche Ärzteblatt berichtete, komplette Arme. Die hierbei zwangsläufig auftretenden Verstümmelungen des Körpers können das Aussehen der Leiche entstellen.

Schon 1995 stellte der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe in einer Stellungnahme zum Transplantationsgesetz fest:

"Pflegekräfte äußern (zunehmend), dass die Organentnahme in einer nicht menschenwürdigen Art und Weise geschieht. Die Würde des Menschen und die Achtung vor dem Tod tritt gegenüber den Interessen der Transplantationsmedizin und auch wirtschaftlichen Interessen zurück."

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Dipl.-Psych. Roberto Rotondo
Informationsstelle
Transplantation und Organspende
Rappstraße 9, 20146 Hamburg
Mail:
www.transplantation-Information.de

Homepage des Dipl.-Psychologen Roberto Rotondo, der mit Materialsammlung und Erfahrungsberichten von Betroffenen über Organspende, Transplantation, Lebendspende und Organhandel informiert.
Sachverständiger in Bonn vor dem Gesundheitsausschuss zur Anhörung zum Transplantationsgesetz (1995 & 1996)

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