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Wenn Wunden nicht heilen - Krampfadern begünstigen Entstehung von „offenen Beinen“

23.10.200816:52 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Wunstorf im Oktober 2008. Ob Schnitte, Schürfwunden oder Kratzer – gewöhnlich heilen kleine Hautverletzungen von selbst und verschließen sich schnell wieder. Doch über fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an schlecht heilenden oder chronischen Wunden. So fördern beispielsweise Krampfadern in vielen Fällen die Anfälligkeit für Verletzungen und Infektionen im Bereich des Knöchels. Mediziner sprechen hier vom „Ulcus cruris“, umgangssprachlich auch „offenes Bein“ genannt. „Betroffene haben häufig einen langen Leidensweg hinter sich“, weiß Dr. Holger Wienecke, Facharzt für Chirurgie und Mitglied im Team der Venenpraxis Wunstorf. „Ohne eine individuell abgestimmte ärztliche Behandlung bestehen diese Wunden oft jahrelang und gehen nicht selten mit schmerzhaften Entzündungen oder auch gefährlichen Infektionen einher.“



Kleine Kratzer mit großen Folgen

Neben Diabetes, Erkrankungen der Schlagadern oder Veränderungen der Lymphgefäße zählen Krampfadern zu den bei weitem häufigsten Ursachen für chronische Wunden. Während Venen in gesundem Zustand für den Abstrom des Blutes aus den Geweben sorgen und dabei auch den Transport von Lymphe unterstützen, kommt es bei Krampfadern durch schadhafte Venenklappen zu einer regelrechten „Überfüllung“ des Gewebes. In der Folge lagern sich Flüssigkeiten im Gewebe ab und führen zu Schwellungen der Beine, den sogenannten „Ödemen“. Häufig zu beobachtende braune Verfärbungen resultieren aus roten Blutkörperchen, die durch die poröse Venenwand sickern, und stellen ein deutliches, für jeden sichtbares Warnzeichen dar. „Bei fortgeschrittener Schwellung ist der Stoffaustausch im Gewebe gestört und die Anfälligkeit für Hautverletzungen und Infektionen steigt“, erklärt Dr. Wienecke. Selbst alltägliche Aufgaben bergen dann Risiken. So kann bereits ein Kratzer beim Strümpfe anziehen oder ein kleiner Stoß an die Fahrradpedale zu lang anhaltenden Wunden führen. Viele Patienten gehen anfangs von einer normalen Verletzung aus und versorgen diese eigenständig. Tritt jedoch auch nach etwa zwei, spätestens jedoch nach vier Wochen keine Besserung ein, liegt der Verdacht auf ein „offenes Bein“ nahe. In diesem Fall gilt es, einen Arzt aufzusuchen, der eine entsprechende Behandlung einleitet.

Wundbehandlung allein reicht nicht aus

Für eine erfolgreiche Therapie behandeln Ärzte nicht nur die Wunde, sondern auch gezielt die Ursache. Bei alleiniger Pflege der Wunde bestünde ansonsten die Gefahr, dass sie sich nie ganz verschließt. Spezielle moderne Wundauflagen für den individuell und regelmäßig zu beurteilenden Wundzustand sowie Kompressionsverbände unterstützen den Heilungsprozess in der Haut. Liegen Krampfadern als Ursache vor, die einer operativen Therapie bedürfen, erfolgt zunächst eine Behandlung der Wunde, damit Entzündungen und Infektionen abklingen. Dadurch minimiert sich das Risiko bei einer Operation. Moderne venenerhaltende Verfahren wie die CHIVA-Methode ermöglichen den Ärzten, so zu operieren, dass Schnitte am Unterschenkel zunächst unterbleiben und die Umgebung der Wunde verschont bleibt. Falls die Krampfadern es erfordern, folgt nach der Abheilung des „offenen Beines“ ein zweiter Eingriff am Unterschenkel. „Nach der Krampfaderbehandlung heilen die Wunden oft innerhalb weniger Wochen ab“, bestätigt Dr. Wienecke.

Weitere Informationen unter www.venenpraxis-wunstorf.de.

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