08.10.2008 - 09:17 - Gesundheit & Medizin

800 Millionen Euro Minus bei den Krankenkassen – liegt Vertrauen in diesen Zahlen?

Pressemitteilung von: acteam interNETional GmbH
PR Agentur: acteam interNETional GmbH

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Dass es nie billiger werden wird, ist schon klar. Doch was sich im ersten Halbjahr 2008 abspielte, lässt die Vermutung nahe, dass der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkasse in Kürze bis zu 15,8 Prozent ansteigen wird.

Was war zuerst da: Das Defizit oder der neue einheitliche Prozentsatz für die Krankenkassen?

Fest steht, dass Ersatz- und Innungskrankensassen, sowie die mehr als 170 Betriebskrankenkassen im ersten Halbjahr 2008 ein Defizit von insgesamt 800 Millionen Euro meldeten. Doch bleibt zu vermuten, dass die Kassen jede Art Verlust geschickt in das erste Halbjahr gepackt haben, um sich eine gute Ausgangsbasis für die Festsetzung des neuen einheitlichen Krankenkassenbeitrages beim Gesundheitsfonds zu verschaffen. Denn bei dieser Finanzlage ist es einfacher, die Politik zu kritisieren, um einen Status Quo zu schaffen, als seinen Versicherten hinterher erklären zu müssen, dass der individuelle Beitrag durch Zuzahlung steigen wird.
Aus diesem Grunde haben die gesetzlichen Krankenkassen keinerlei Interesse daran, irgendwelche Verluste aus dem ersten Halbjahr zu kaschieren, wie es analog die Hypo Real Estate (HRE) bei der Schönfärberei ihrer Finanzsituation auf der anderen Seite tat. Letztendlich zahlt in beiden Fällen der "kleine Mann" die Zeche und das Vertrauen ist futsch!

Der mittlerweile vereinbarte Prozentsatz von 15,5 Prozent stand politisch und damit faktisch schon zu Beginn des Jahres fest, als die gesetzlichen Krankenkassen noch gar nicht wussten, wie hoch ihre Verluste im ersten Halbjahr ausfallen würden. Dennoch wurde gejammert und schon zu gleicher Zeit ein Beitragssatz von 15,8 Prozent gefordert - ohne die Verluste des ersten Halbjahres zu kennen.

Blickt man hinter die Kulissen, dann stellt man fest, dass man den gesetzlichen Krankenkassen ebenso wenig vertrauen kann, wie den Finanzjongleuren an der Börse. Würden die Kassenoberen nämlich vernünftig handeln, so würden sie schwache Krankenkassen mit starken fusionieren. Sie würden betriebliche Kosten reduzieren und nicht an ihren Sesseln kleben und jammern.

Alle Kostensteigerungen nur auf die Erhöhung der Kosten für Medikamente, Klinikaufenthalte, Krankengeld und Vorsorgeleistungen zu schieben, greift zu kurz, ebenso wie die Erhöhung der Arzt-Honorare um rund 2,5 Milliarden Euro, die bekanntlich erst im nächsten Jahr greifen wird. Denn nicht eingerechnet werden in die Debatte die Kostensenkungen durch Wegfall versicherter Leistungen, die immer ohne Getöse und kleinlaut verschwiegen werden. Ab dem nächsten Jahr erhalten beispielsweise 1,5 Millionen Selbstständige kein Krankentagegeld mehr, wenn sie freiwillig gesetzlich versichert sind. Diese Zahlen liest man bei der Nennung von Defiziten und Einheitssatz nicht.

"Daher stellt sich bei diesen Beitragssteigerungen und Leistungskürzungen immer die Frage, ob man sich nicht lieber privat versichern sollte, wenn man kann", meint Versicherungsmakler Roman Felske von www.1a-finanzkontor.de aus Berlin. "Denn wer kann, sollte es noch dieses Jahr tun, weil auch in diesem Bereich die Preise durch politische Entscheidungen steigen werden." Auch Roman Axel Schuh vom Maklerhaus RS Heilbronner meint, dass eine private Zusatzabsicherung zur gesetzlichen Krankenhasse sinnvoll ist und einen vertraglich festgelegten Leistungskatalog für die gesamte Laufzeit des Versicherungsvertrages festlegt. "Gerade im Bereich der Zahnarztleistungen sollte sichergestellt sein, dass man alle Leistungen verbindlich zugesagt bekommt, anstatt Angst haben zu müssen, dass sie still und leise gekürzt werden. Schuh betreibt das Zahnversicherungsportal www.zahnversicherung-shop.de

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Thomas Koch
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