(openPR) Gesundheit ist Reichtum: ausgehend davon, dass eine Gesellschaft nur wirtschaftlich erfolgreich sein kann, wenn sie aus gesunden Menschen besteht, muss das aktuelle Gesundheitssystem an die zunehmend alternde Gesellschaft angepasst werden.
In einem Report, der am 08.10.2008 an Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission, übergeben werden soll, ruft Prof. Felix Unger dazu auf, das Gesundheitssystem neu zu strukturieren.
Doch welches System der Marktwirtschaft eignet sich dafür? Dieser Frage stellt sich Unger, Präsident der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und des European Institute of Health aus Salzburg, in seinem Report. In den USA hat sich das Konzept der freien Marktwirtschaft seit langem etabliert. Es bringt bahnbrechende Forschungsergebnisse hervor, die Europa schon seit dem Zweiten Weltkrieg bewundert. Doch die medizinische Versorgung für den Einzelnen ist für viele zu teuer. Insgesamt 30 Prozent der Patienten in den USA profitieren von der außerordentlich guten medizinischen Versorgung im Land nicht. Zudem sei das System zwar politisch relativ unabhängig, hänge dagegen aber stark vom globalisierten Finanzmarkt ab, schreibt Unger.
Eine sozio-ökonomische Marktwirtschaft wurde in Europa durch Reichskanzler Otto Bismark entwickelt, der schon 1875 bemerkte, dass eine Gesellschaft eine gute medizinische Versorgung braucht, um stabil sein zu können. In Europa werde dieses System hauptsächlich durch Versicherungen und Steuern finanziert, was sich lange Zeit bewährt habe, so Unger weiter. Angesichts einer alternden Gesellschaft und der mittlerweile kostenintensiven Behandlungsweisen könne aber „Gesundheit für Alle“ nicht mehr gewährleistet werden – durch den Druck auf die medizinischen Kosten steige außerdem der Einfluss der Politik. Das bedeute einen Schritt in Richtung der Planwirtschaft der ehemaligen DDR, wovon abzuraten sei, da dadurch der medizinische Sektor unflexibel und uneffizient werde. Eine Entpolitisierung sei demnach notwendig, eine Liberalisierung des Marktes unumgänglich, so Unger.
Ein sozio-ökonomischer Markt sei das vernünftigste und menschlichste Konzept. Darin würde der traditionell weniger produktive Gesundheitssektor von den erfolgreichen Sektoren wie zum Beispiel der Automobilindustrie mitfinanziert – denn von gesunden Mitgliedern profitiere schließlich die gesamte Gesellschaft. Darüber hinaus müsse der Gesundheitssektor bestmögliche medizinische Versorgung und weitreichende Abdeckung der Patienten garantieren, also „Gesundheit für Alle“. Eine moderne und effiziente Medizin basiere auf Innovation – und Kreativität benötige eine adäquate und vitale Ökonomie, so Unger weiter.
Ein Marktsystem dieser Art müsse als „europaweit führendes Marktsystem des Gesundheitswesens“ konzipiert sein, um die Qualitätsunterschiede der medizinischen Versorgung in den einzelnen Ländern auszugleichen. Dieser Markt, der bereits 25 Prozent des Bruttosozialproduktes ausmache, habe das Potential, der umfangreichste Binnenmarkt mit einem sehr großen Stellenmarkt zu werden, schließt Unger.



















