(openPR) Berlin, 30.09.2008, Unter dem Motto „Networking in der Altenpflege“ bot der 6. PRO PflegeManagement Kongress vom 24.- 26. September 2008 eine gelungene Plattform für Geschäftsführer, Heimleiter, Pflegedienst- und Einrichtungsleiter, um sich über Entwicklungen und Trends in der Altenhilfe zu informieren.
Die drei Kongresstage boten den Teilnehmern ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm. Neben zahlreichen Vorträgen konnten die Teilnehmer zwischen einer breiten Palette an Praxis-Seminaren zu den aktuellsten Themen und neuen Ertragspotentialen in der ambulanten und stationären Altenhilfe wählen, wie z.B. zum Thema „Stundenweise Verhinderungspflege“, wodurch die Teilnehmer zusätzlichen Umsatz generieren können. Einen der Höhepunkte des Kongresses stellte zudem die Verleihung des 3. Deutschen PflegeManagement Preises dar.
Zu den Referenten des Kongresses zählten renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis. Bereits der Beginn des Kongresses war hochrangig besetzt: Frau Prof. Dr. Ursula Lehr, 1988 bis 1991 Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und international anerkannte Gerontologin auf dem Gebiet der Altersforschung - hielt den Eröffnungsvortrag. In ihrer Rede machte sie auf die Folgen des demografischen Wandels aufmerksam und betonte sowohl die präventive Bedeutung der Altenpflege als auch die Tatsache, dass sich die Gesellschaft langfristig auf das Alter und die Alternden einstellen müsse.
Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion am Abend des 1. Kongresstages stand die Frage nach den zukünftigen Herausforderungen für die Altenpflege. Es diskutierten namhafte Experten wie Willi Zylajew - Mitglied im Deutschen Bundestag und Pflegeexperte der CDU/CSU, Detlef Friedrich - Geschäftsführer der Contec GmbH, Unternehmensberatung für Sozial- und Gesundheitswirtschaft, Claus Fussek - Autor des Buches „Im Netz der Pflege-Mafia“ und Träger des Bundesverdienstkreuzes und Heike Bohnes - Chefredakteurin „Stationäre Pflege aktuell“ und Inhaberin eines Sachverständigenbüros für Pflege.
Die Experten definierten unterschiedliche Schwerpunkte. Willi Zylajew schärfte den Blick für einen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft, die darauf vorbereitet werden müsse, für gute Pflege auch mehr zu bezahlen. Claus Fussek richtete den Fokus auf die Pflegebedürftigen und deren Angehörige. Eindrucksvoll machte er vor allem auf die herrschenden Missstände in vielen Pflegeheimen aufmerksam und appellierte an die Pflegekräfte, sich dagegen zur Wehr zu setzen und an die Öffentlichkeit zu gehen. Detlef Friedrich trat für eine verbesserte Kooperation der Pflegeeinrichtungen untereinander sowie eine stärkere Professionalisierung der Pflege ein. Heike Bohnes betonte, die Pflegeeinrichtungen müssten lernen, aktiv in eigener Sache zu agieren, anstatt nur zu reagieren, während andere für sie entscheiden.
In einer engagierten Diskussion konnten die Experten unterschiedliche Handlungsfelder festlegen: Im Kern waren sich alle Experten einig, dass Transparenz unerlässlich sei, um die Pflegequalität in ambulanten und stationären Einrichtungen langfristig zu verbessern. So müsse eine solide Grundlage dafür geschaffen werden, um gute von schlechten Einrichtungen klar und sichtbar unterscheiden zu können. Auch sollten vom Gesetzgeber mehr Anreize für eine gute Pflege geschaffen werden. Als weitere Herausforderung definierten die Experten zudem die Notwendigkeit einer aktiven Interessenvertretung der ambulanten und stationären Einrichtungen zur Begleitung des gesellschaftlichen Wandels.
Den Abschluss des Kongresses bildete ein gewohnt engagierter und gleichermaßen anspruchsvoller Vortrag von Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg und Vorsitzender der Altenberichtskommission der Bundesregierung. Prof. Dr. Kruse rief auf eindrucksvolle Art und Weise zu einem neuen, positiveren Selbstbild der Altenpflege auf. Gleichzeitig betonte er die Bedeutsamkeit einer altersgerechten Ansprache alter Menschen, die deren seelische und geistige Potentiale fördert. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wies er der Altenpflege eine gesellschaftliche Schlüsselrolle zu.




