(openPR) Für so manchen der rund 1900 Hobby- und Sportradler, die am 23. August bei strömendem Regen an der Wendelsteinrundfahrt teilgenommen haben, wird die 115 km lange Strecke mit ihren 1600 Höhenmetern zweifellos eine arge Anstrengung gewesen sein, sicherlich auch für den 63-jährigen Josef Gartner. Doch im Unterschied zu den „gesunden“ Radsportlern, die allenfalls mit ihrer Kondition zu kämpfen hatten, ist die Teilnahme des Landwirtes aus Söchtenau etwas Besonderes: er hat die Radrundfahrt mit einem künstlichen Hüftgelenk bewältigt.
Josef Gartner hatte sich nach jahrelangen Schmerzen an seiner linken Hüfte Ende 2007 zu einer Operation entschlossen. Konservative Methoden halfen bei den durch eine schwere Arthrose verursachten Beschwerden nicht mehr. Der Landwirt konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben, Sport war denkbar unmöglich. Sven Eckhardt, Belegarzt der Klinik für Orthopädie und Sporttraumatologie, Endoprothetik, Knie- und Schulterchirurgie am Behandlungszentrum Vogtareuth, setzte dem Patienten Ende Januar 2008 ein künstliches Hüftgelenk ein. „Da Herr Gartner einen sehr rüstigen Allgemeinzustand hat, und er sich aus beruflichen und sportlichen Gründen viel bewegen muss, haben wir ihm eine so genannte Kappenendoprothese mit einer Metall-Metallgleitpaarung eingebaut“, erklärt Sven Eckhardt. „Das ist ein Implantat, das wir normalerweise bei Patienten unter 60 Jahren verwenden.“ Eine konventionelle Hüftendoprothese hätte bei den schweren Belastungen, denen Josef Gartner ständig ausgesetzt ist, zu einem erheblichen Mehrverschleiß und zu einem frühen Versagen oder Lockerung des Implantats geführt. „In Vogtareuth implantieren wir bereits seit sieben Jahren diese so genannten Oberflächenersatzprothesen. Die Patienten können mit diesen modernen Kunstgelenken sportliche Aktivitäten wie alpines Skifahren, Reiten, Tennisspielen, Radfahren, Mountainbiken oder sogar Kampfsport wieder durchführen“, so Eckhardt.
Josef Gartner ging es bei der Wendelsteinrundfahrt nicht um eine möglichst gute Platzierung. Er ist in einer Gruppe mitgefahren, in der jeder auf den anderen gewartet hat. Sven Eckhardt, der selbst an der Radrundfahrt teilnahm, schmunzelt: „Überrascht hat mich schon, dass mir Herr Gartner auf der Bergstrecke zum Duftbräu entwischt ist. Das spricht für seinen guten Allgemeinzustand.“
Neben seinem geliebten Radsport kann Josef Gartner auch wieder Berge erklimmen, er ist begeisterter Bergsteiger. Über den Erfolg der Operation ist er glücklich: „Letztes Jahr konnte ich an der Wendelsteinrundfahrt nur mit Hilfe von Schmerzmitteln teilnehmen. Ich habe mich damals irgendwie damit abgefunden, dass dies meine letzte Rundfahrt ist. Dass ich jetzt nicht mal sieben Monate nach der OP völlig beschwerdefrei an der Rundfahrt 2008 teilnehmen konnte, ist für mich großartig. Ich habe an meiner Hüfte überhaupt keine Beschwerden und bin sehr zufrieden.“















