30.07.2008 - 11:21 - Gesundheit & Medizin

Psychokardiologie - Wenn das Herz in Sorge gerät

Pressemitteilung von: Dr. Becker Klinikgesellschaft

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Die Klinik Möhnesee behandelt dank der fächerübergreifenden Zusammenarbeit von psychosomatischer und kardiologischer Abteilung psychokardiologische Patienten.
Koronare Herzerkrankungen werden oft von psychischen Symptomen begleitet. Häufig werden diese psychokardiologischen Beschwerden aber nicht diagnostiziert. Die Klinik Möhnesee bietet hier ein interdisziplinäres Behandlungsprogramm. In Kürze startet eine Studie zur Überprüfung der Wirksamkeit des Programms.

„Insbesondere bei koronaren Herzkrankheiten kommt es häufig vor, dass diese von psychischen Symptomen wie Angststörungen und Depressionen begleitet werden“, erklärt Dr. Rainer Schubmann, Chefarzt der Abteilung Kardiologie in der Klinik Möhnesee. Studien belegen mittlerweile, dass die Symptome sich sogar wechselseitig bedingen. „Das Problem: Psychische Störungen im Zusammenhang mit kardiologischen Erkrankungen werden meist nicht erkannt, weil die Symptome sich oftmals sehr ähneln.“ Die Folge ist, dass Herzpatienten häufig als psychisch gesund angesehen werden, obwohl sie es de facto nicht sind. Das kann im Zusammenhang mit koronaren Herzerkrankungen gefährlich werden: Gehen diese mit psychischen Störungen einher, ist eine höhere Sterblichkeit, eine geringere Lebensqualität und ein langsamerer Genesungsprozess zu verzeichnen.
„Hier ist eine psychokardiologische Behandlung angezeigt“, rät Dr. Schubmann. Denn mittlerweile besteht in der weltweiten, interdisziplinären Forschung Einigkeit darüber, dass durch eine begleitende psychotherapeutische Behandlung bei kardiologischen Patienten überwiegend positive Effekte erzielt werden können. Beispielsweise sinkt die Sterblichkeitsrate, und die Häufigkeit der kardialen Ereignisse nimmt ab. Die Klinik Möhnesee bietet dank der Ansiedlung von kardiologischer und psychosomatischer Abteilung im jüngst gegründeten Zentrum für Psycho-Kardiologie gute Voraussetzungen für eine interdisziplinäre Behandlung.


Neue Studie soll Wirksamkeit des Behandlungsprogramms prüfen

„Wichtig ist in diesen Fällen, dass das jeweilige Symptom im Gesamtzusammenhang gesehen und fächerübergreifend behandelt wird“, erklärt Dr. Rainer Schubmann. Die Rehabilitationseinrichtung im Kreis Soest behandelt seit dem Jahr 2002 kardiologische Patienten mit Depressionen und Angsterkrankungen bzw. Depressive mit Herzkrankheiten in einem umfassenden Therapieprogramm. Mit gutem Erfolg: Laut einer Studie, die in den Jahren 2002 und 2003 in Kooperation mit der Psychosomatischen Abteilung der Universität Göttingen in der Klinik Möhnesee durchgeführt wurde, konnten die Angst- und Depressionswerte der 152 kardiologischen Studienpatienten während der Rehabilitation deutlich verringert werden. Jetzt führt die Einrichtung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften der Universität Würzburg erneut eine Studie durch. Die Fragestellung: Wie wirksam ist die psychokardiologische Rehabilitationsbehandlung in der Klinik Möhnesee? Hierbei sollen 278 freiwillige Patienten mit psychokardiologischem Krankheitsbild befragt werden. Die Hälfte von ihnen erhält eine psychokardiologische Betreuung, die Kontrollgruppe eine klassische kardiologische Behandlung. Die Befragungen finden jeweils zu Beginn, unmittelbar im Anschluss und nochmals sechs Monate nach der Rehabilitation statt. Sobald der Antrag von der Ethikkommission der Universität Würzburg genehmigt wird, starten die Befragungen. „Mit der Teilnahme an der Studie möchten wir einen weiteren Beitrag zu dem bisher recht stiefmütterlich behandelten, medizinischen Zweig leisten“, erklärt Dr. Thomas Müller-Holthusen, Chefarzt der Abteilung Psychosomatik an der Klinik Möhnesee.

Beste Voraussetzungen dank fächerübergreifender Zusammenarbeit

Aber wie genau sieht eine psychokardiologische Behandlung aus? „Die Erstellung eines Therapieprogramms im Rahmen der Psychokardiologie setzt immer die Untersuchung auf seelische Probleme voraus“, so Dr. Müller-Holthusen. „Wenn nötig, umfasst die Behandlung dann neben der kardiologischen Therapie die intensive Information zu psychisch relevanten Faktoren und Schulungen in der Stressbewältigung genauso wie die Aktivierung von psychischen Schutzfaktoren. Außerdem sind ein jeweils individuell abgestimmtes Entspannungstraining sowie Einzel- und Gruppentherapien möglich,“ erklärt Dr. Müller-Holthusen. Jahrelange Expertise ermöglicht es den behandelnden Ärzten vor Ort, die medikamentöse Behandlung – auch hinsichtlich einer antidepressiven Medikation, zu optimieren. Hierzu gehört ebenfalls die Verbesserung der Blutdruck- und Blutzuckereinstellung. Die Sport- und Physiotherapie ergänzt das Behandlungsportfolio, damit Herz und Seele wieder in Einklang gebracht werden können.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Klinik Möhnesee
Schnappweg 2
59519 Möhnesee
Tel.: (0 29 24) 8 00-0
Fax: (0 29 24) 8 00-5 55


Pressekontakt:
Dr. Becker Klinikgesellschaft
Eva Kindsvater
Parkstraße 10
50968 Köln
Tel.: (02 21) 93 46 47-48
Fax: (02 21) 93 46 47-40


Die Klinik Möhnesee ist auf die psychosomatische und kardiologische Rehabilitation spezialisiert. Dank der fächerübergreifenden Zusammenarbeit beider Abteilungen kann die Einrichtung Patienten mit entsprechender Indikation psychokardiologisch behandeln.

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