(openPR) Trotz der kontroversen Diskussionen um Details des Monetären, Fachlichen und Gesellschaftlichen sind sich die Kenner des Gesundheitssystems über eins einig. Das System benötigt prinzipiell eine Generalüberholung und eine Neuausrichtung. Immer so weiter wird es nicht gehen können. Würde man die Interessenkonflikte, Altlasten und Aktuelles zunächst außer Acht lassen, dann ginge es um die Entwicklung alternativer Varianten. Theoretisch eine Basis für eine fruchtbare Diskussion über Pros und Kontras von Systemen. Ein revolutionärer Ansatz? Vielleicht, aber wie könnte man diese Aufgabe
dennoch sinnvoll und praktisch angehen? Wie fängt man an?
Systeme sollen nachhaltig und zukunftssicher sein. Sie müssen eine stabile Basis haben, von der aus mittelfristig agiert werden kann. Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit kann man schaffen, wenn man sich systematisch mit der Zukunft auseinandersetzt und die wesentlichen Zukünfte kennt:
• Die wahrscheinliche Zukunft, die auf unseren Annahmen basiert,
• die machbare Zukunft, die durch das Ergreifen von Chancen gestaltbar wird,
• die gewünschte Zukunft, die wir durch die Wahl einer Vision bestimmen,
• die überraschende Zukunft, die es gilt zu antizipieren und vorzubeugen und
• die zu schaffende Zukunft, die mittels einer Strategie zu erreichen ist.
Vor einem solchen Hintergrund von Erkenntnissen und Argumenten geschieht die Entwicklung alternativer Varianten des Gesundheitssystems auf sehr bewusste Weise.
Um sich Alternativen des Systems auf einfacher Weise vorstellen zu können, ist es hilfreich, die definierenden Dimensionen des Systems zu kennen, zum Beispiel:
1. Was ist das Ziel des Systems?
Ist das Ziel das Erreichen und die Erhaltung von Gesundheit oder das Kurieren von Krankheiten?
2. Welche Art von Medizin wird angewandt?
Ist es die High-Touch- oder die High-Tech-Medizin, die im Vordergrund steht?
3. Wie ist die Struktur des Systems?
Ist das System staatlich reguliert (Gesundheitswesen) oder ein Teil der Marktwirtschaft (Gesundheitsmarkt)?
Durch Kombinationen dieser drei Dimensionen können acht verschiedene Zukunftsszenarien beschrieben werden, wovon nicht alle sinnvoll oder machbar sein werden. Denkbar ist auch ein weiteres neuntes Szenario, das den Versuch unternimmt, für alle Anforderungen Platz zu schaffen und die Realität abzubilden. Quasi ein integriertes realitätsnahes System. Ein System, das sich die Natur ausdenken würde. Der Systemfokus liegt auf Gesundheit, für den Umgang mit Krankheiten ist jedoch ausreichend gesorgt. Es besitzt High-Touch-Elemente, ist allerdings an geeigneten Stellen auch High-Tech-orientiert. Das System ist reguliert, kann aber nicht-regulierte Anteile beinhalten. Das scheinbar Unmögliche könnte durchaus möglich sein.
Sich mit der Zukunft systematisch zu beschäftigen heißt methodisch vorzugehen, Denkfallen zu vermeiden und den Prozess durchzustehen. Unternehmerisches Zukunftsmanagement schafft eine Brücke von der täglichen Führungspraxis in die Zukunftsforschung und zurück. Es lohnt sich. Die Zukunft wird dadurch greifbarer. Und die Systeme, die darauf basieren, stabiler und nachhaltiger.













