13.06.2008 - 16:52 - Gesundheit & Medizin

Angiogenese-Hemmer in der Brustkrebstherapie - Beim Mammakarzinom ergänzt Antiangiogenese die Chemotherapie

Pressemitteilung von: Medizin Aspekte

Die Therapie des Brustkrebs (Mammakarzinom) wird von kontinuierlichem Fortschritt in den letzten Jahren begleitet. Galt vor wenigen Jahren noch die Entfernung der kompletten Brust als conditio sine qua non in der Brustkrebsbehandlung, so steht heute nach PD Dr. Volkmar Müller, Leiter des Bereichs Konservative Gynäkologische Onkologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Erhaltung der Brust im Fokus der Therapiediskussion. Entscheidungsgrundsätze, denen sich die Brustkrebscentren und ihre angeschlossenen Kliniken und Praxen verpflichtet haben, sorgen für ein therapeutisches Optimum der betroffenen Frauen.

Auch das Vorgehen bei der Chemotherapie hat sich kontinuierlich gewandelt und verbessert und ermöglicht heute in vielen Fällen auch eine ambulante Behandlung der Brustkrebspatientinnen. Allein in den vergangenen zehn Jahren konnte eine Verdoppelung der Heilungsraten durch neue Chemotherapien erzielt werden.

Zu der Optimierung der therapeutischen Wirkungen gehört auch die kontinuierliche Senkung der Nebenwirkungen. Denn die Zellgifte treffen nicht nur die Tumorzellen sondern wirken auch auf gesundes Gewebe, vor allem Schleimhäute, Blutzellen, Eierstockgewebe und Haarwurzelzellen.

Tumorbiologie liefert weitere Therapiesäule in der Behandlung des Brustkrebs
Im Kampf gegen den Krebs und die therapeutischen Nebenwirkungen bildet nunmher die Tumorbiologie seit wenigen Jahren eine weitere hoffnungsvolle Therapie-Säule. Die Idee ist einfach, stellt aber eine große Herausforderung an die Mikrobiologen dar: das Tumorwachstum soll mit körpereigenen Substanzen, also durch Hormone oder Wachstumsfaktoren verhindert und geblockt werden.

Für das Wachstum des Tumors ist die Blutversorgung lebenswichtig, da das Blut den An- und Abtransport von Stoffwechselprodukten sicher stellt. Hier setzen Angiogenesehmmer an, die die VEGF-Rezeptoren auf Blutgefäßen blockieren und so die Angiogenese, die Neubildung von Blutgefäßen zur Versorgung des wachsenden Tumors unterbinden. In der Folge wird der Tumor ausgehungert, kapselt sich ab und wird bestenfalls zurückgebildet.
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