(openPR) Standen bei Chefärzten in Krankenhäusern bis vor kurzem noch individuelle Selbstverwaltung und Ausübung der beruflichen Tätigkeit nach eigener schöpferischer Befähigung im Vordergrund, so sind sie heute meist Angestellte einer Institution. Die gesetzlich limitierte Arbeitszeit für Assistenz- und Oberärzte ändert den Klinikalltag und das Verhältnis zum Patienten grundlegend.
Damit ist der Arztberuf im Krankenhaus, zumindest in gewisser Hinsicht, tatsächlich
vergleichbar mit anderen Berufen geworden. Der Einfluss von Recht, Verordnungen,
Klagen und Gutachten hat in der heutigen Medizinwelt zugenommen, wenn nicht gar überhand genommen. Den einzelnen Patienten interessiert dies nicht. Er wünscht ein eher unkonventionelles und dennoch einwandfreies Verhalten seines Arztes. Ein Spagat, den so mancher Therapeut nicht ohne Problem schafft.
Ärzte beklagen häufig den Verlust der individuellen therapeutischen Freiheit und sehen ihre therapeutisches Wissen standardisierten Verfahren unterworfen. Die evidenzbasierte Medizin wird gewissermaßen mit der „seelenlosen“ Bewertung der Leistungen gleichgesetzt.
Musste der Krankheitsverlauf früher lange beobachtet werden und standen den behandelnden Ärzten lediglich eingeschränkte Diagnose und Laboranalysen zur Verfügung, konnten auch keine schnellen Entscheide getroffen werden. Heute jedoch steht das gesamte medizintechnische Instrumentarium Tag und Nacht zur Verfügung. Jede nicht durchgeführte
Abklärung muss gerechtfertigt und nicht, wie noch vor 20 Jahren, jede angeordnete Untersuchung begründet werden. Diese Form der defensiven Medizin ändert das ärztliche Denken und Handeln. Nicht die analytische Deduktion, sondern das Ausschlussverfahren mithilfe aller technischen Möglichkeiten wird erwartet. Hierbei immer den Überblick zu behalten ist nicht ganz einfach und führt auf ärztlicher Seite öfter zu Unbehagen.
Diese Spannungsfelder im Gesundheitssystem rütteln am Selbstverständnis der Ärztinnen und Ärzte und finden ihren Niederschlag in Artikeln über unzufriedene Ärzte oder gar ansteigende Zahlen von Burn-out-Syndromen bei Ärzten.
Andererseits ist der sorgsame Umgang mit menschlichen und zwischenmenschlichen Extremsituationen zu erlernen und kann das Vertrauen als Basis einer therapeutischen Arzt-Patientenbeziehung erhalten. Und nach wie vor genießen Ärzte als Berufsgruppe das höchste Vertrauen in Ihre Arbeit, weit vor allen anderen Berufsgruppen. Dies ist sicher ein enormer Vorschuss, mit dem sich viele Konflikte überdauern lassen.
In einem Aufsatz für das Deutsche Ärzteblatt hat der Arzt Thomas Bergner (Bergner, Thomas: Lebensaufgabe statt Lebens- Aufgabe Dtsch Arztebl (2004) 101:A 2232–2234) die Gründe analysiert, die Ärzte, im Gegensatz zu vielen anderen Berufsgruppen, persönlich stark belasten. So standen nach Meinung der befragten Ärzte, hohe Anforderungen an die Arbeit und Person des Arztes, die subjektiv wahrgenommen geringe Einflussmöglichkeit für den einzelnen Arzt gegenüber. In diesem Spannungsfeld fühlten sich viele überfordert.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient zeigen sich letztendlich in einem echten Dialog, Patientenzufriedenheit und Behandlungserfolg. Eine überlegte, gezielte und intendierte Kommunikation ist dabei die unabdingbare Notwendigkeit, um mit Patienten schnell auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, Glaubwürdigkeit zu sichern und Probleme kooperativ zu lösen sowie die zwischenmenschlichen Beziehungen herzustellen und zu erhalten.
Im Workshop „Professionelle Kommunikation und Coaching“ von MedProfiCoach lernen Ärzte ihre Kommunikationsfähigkeit gegenüber ihren Patienten zu verbessern und ihre Fähigkeiten zu trainieren auch schwierige Situationen mit Patienten, aber auch Mitarbeitern und Kollegen überzeugend zu meistern. Der Workshop wird von zwei erfahrenen Trainern und Moderatoren geleitet und findet am Wochenende statt von Freitag 15:00 Uhr bis Samstag 18:00 Uhr. Neue Termine und Informationen finden Sie im Internet unter www.medproficoach.de.











