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Antibiotika-resistente Erreger im Krankenhaus auf dem Vormarsch - Die Politik muss handeln

04.06.200810:06 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) 20.000 bis 40.000 Menschen sterben pro Jahr durch Infektionen an deutschen Krankenhäusern. Die Politik kann das verhindern. Die Zeit drängt, denn multi-resistente Erreger breiten sich schnell aus.

Anlässlich des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit 2008 richtet die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) den dringenden Appell an die Politik: Der Infektionsepidemie an deutschen Krankenhäusern muss umgehend mit gesetzlichen Vorschriften begegnet werden.



„Jedes Jahr sterben zehntausende Menschen, weil die Politik nicht entschieden handelt“, betont der Sprecher der DGKH, Dr. Klaus-Dieter Zastrow. „Das Schlimme dabei ist, dass wir genau wissen, was zu tun ist. Das Robert-Koch-Institut hat seit 1976 fortlaufend Richtlinien zur „Krankenhaushygiene“ erarbeitet, die sich überall dort, wo sie angewendet werden, auch bewährt haben.“

Das Problem ist, dass zu viele Krankenhäuser diese Richtlinien ignorieren. Das ist nicht zu billigen, denn jeden Tag aufs Neue geht es um Menschenleben. Wir brauchen dringend Ärzte für Hygiene und Hygienefachkräfte in allen Krankenhäusern. Alle Krankenhäuser müssen gesetzlich verpflichtet werden, dieses Personal zum Schutz der Patienten
einzustellen.“

Multiresistente Erreger stoppen
Multiresistente Erreger breiten sich mit rasanter Geschwindigkeit aus. Hiermit sind Erreger gemeint, die gegen drei oder mehr Antibiotika resistent sind. Sie können nur noch mit einer Mischung von Reserveantibiotika behandelt werden. Die große Gefahr besteht darin, dass gegen diese Erreger irgendwann gar keine Mittel mehr wirken. „Wir müssen ihre Verbreitung endlich stoppen“, fordert Zastrow. „Es ist nicht hinzunehmen, dass Krankenhäuser als Verbrei-tungsstätte dienen.“

In der Tat sind multiresistente Erreger, der derzeit häufigste ist der MRSA, in Krankenhäusern besonders häufig anzutreffen. Ihr Anteil gegenüber Antibiotika empfindlichen Keimen hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verzehnfacht.

Was ist zu tun?
Infektionen im Krankenhaus lassen sich vermeiden. Nachbarländer machen es vor. So die Niederlande, wo MRSA-Infektionen höchst selten sind, weil jeder neu eingelieferte Patient gezielt auf MRSA untersucht wird.

Aber auch in Berlin und anderen Teilen Deutschlands gehen einzelne Kran-kenhäuser mit gutem Beispiel voran. So haben die Vivantes-Kliniken in Berlin und das Klinikum Greifswald ein Screening-Programm eingeführt, in dem Risi-kopatienten auf Erreger untersucht werden. Infizierte und besiedelte Patienten werden sofort von anderen Patienten getrennt. Der Erfolg spricht für sich: Seit Einführung des Programms haben sich kaum noch Patienten mit MRSA an-gesteckt.

„Die Anforderungen sind klar“, betont Zastrow. „Jedes Krankenhaus muss ein Screening-Programm unterhalten und es muss eine Meldepflicht für jeden MRSA-Fall geben.“


Mangelnde Hygiene
Ob hoch resistente oder andere Erreger: Die jährlich rund 800.000 Infektionen an deutschen Krankenhäusern sind Ausdruck mangelnder Hygiene. „Mit den richtigen Hygienemaßnahmen im Krankenhaus lassen sich Infektionen von Patienten verhindern“, erklärt Zastrow. „Dazu reicht es aber nicht, Ärzte und Pfleger an regelmäßige Händedesinfektion zu erinnern. Ausreichende Hygie-nemaßnahmen lassen sich ohne spezialisierte Fachkräfte wie den Facharzt für Hygiene oder Hygienefachpflegekräfte nicht garantieren.

Die Forderungen der DGKH und die Richtlinien des RKI lauten: Jeweils ein Arzt für Hygiene für Krankenhäuser mit mehr als 450 Betten, sowie eine Hy-gienefachkraft für 300 Betten. Dieses muss im Infektionsschutzgesetz (IfSG) gesetzlich verankert werden.

Hygiene rechnet sich
Screening-Programme und Hygienefachpersonal rechnen sich für jedes Kran-kenhaus, weil die Kosten hierfür um ein vielfaches niedriger sind, als die Fol-gekosten die durch Infektionen verursacht werden.

„Wir können aber nicht warten, bis das letzte Krankenhaus verstanden hat, dass sich Vorsorge rechnet. Es geht um Patientenleben. Die muss der Staat jetzt schützen.“

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