22.05.2008 - 13:23 - Energie & Umwelt

Biodiversitätskonferenz - Umweltminister Sigmar Gabriel auf dem Gipfel der Scheinheiligkeit

Pressemitteilung von: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
Bild im Großformat
Toter Schweinswal, copyright: M. Röben
Meeresschutz spielt in Deutschland nur letzte Geige

München, 22.05.2008 – Zur Eröffnung 9. UN-Naturschutzkonferenz (CBD) beteuerte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wortreich, dass der anhaltende Verlust an globaler Artenvielfalt endlich gestoppt werden müsse. Geflissentlich verschwieg er dabei gegenüber den Teilnehmern aus 190 Ländern, dass der Artenschutz in Deutschland regelmäßig vor wirtschaftlichen Interessen kapitulieren muss. „Insbesondere beim Meeresschutz, einem der Kernziele der CBD, hat Deutschland mehr als kläglich versagt“, betont die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD).

So wurde Anfang 2007, maßgeblich auf Betreiben des Bundesumweltministeriums (BMU), das einzige Schutzabkommen für unsere bedrohten heimischen Schweinswale, ASCOBANS, bis zur faktischen Handlungsunfähigkeit verkleinert – angeblich aus finanziellen Gründen.

„Wann immer wir uns in Deutschland im Konfliktfeld von wirtschaftlichen Interessen und Meeresschutz bewegen, zieht letzterer den Kürzeren. Und dies mit Duldung und, wie bei der Zerstörung des Kleinwalschutzabkommens ASCOBANS, teilweise sogar mit Unterstützung des BMU“, bedauert die GRD.
Weitere Informationen auf www.saveascobans.org

Im von Deutschland ausgewiesenen, europäischen Schweinswalschutzgebiet Doggerbank (FFH-Gebiet) führte die Wintershall AG im Mai 2007 bei der Suche nach Erdgas ungestört umfangreiche seismische Tests durch. Die Schallemissionen der dabei eingesetzten Luftpulser (Airguns) sind für in unmittelbarer Nähe befindliche Meeressäuger tödlich und können noch in größerer Entfernung zu schweren Verletzungen, u.a. Gehörverlust führen. Die Erdgassuche wurde selbst dann nicht eingestellt, als sich eine größere Gruppe von Zwergwalen im Schutzgebiet aufhielt.

Im einzigen deutschen Walschutzgebiet bei Sylt dürfen Stellnetze aufgestellt werden, auch in den anderen von Deutschland ausgewiesenen Meeresschutzgebieten gibt es praktisch keine Nutzungseinschränkungen, insbesondere nicht für die Fischerei.

Unter dem Motto "One Nature - One World - Our Future!" eröffnete Gabriel am 19. Mai die bis zum 30. Mai dauernde UN-Naturschutzkonferenz. „Damit kann er aber kaum die Zukunft unserer einzigen heimischen Walart gemeint haben, denn die Ostseeschweinswale sterben langsam, aber sicher aus, während der Bundesumweltminister seine wohltönenden, aber in der Sache mehr als scheinheiligen Reden schwingt“, sagt die GRD.

Kontakt:
Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Ulrich Karlowski (Diplom-Biologe)

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
Society for Dolphin Conservation, Germany
Kornwegerstr. 37 - 81375 München - Germany
Tel.: +49-89-74 16 04 10 - Fax: +49-89-74 16 04 11
E-Mail:
Webseite: www.delphinschutz.org
1. Vorsitzender: Rollo Gebhard / V.i.S.d.P.: Ulrich Karlowski
Vereinsregister 13487, Amtsgericht München
FA-München - USt-IDNr.: DE166760398

Aktiv für Delfine: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD)

Erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Thunfischfänger gründete Weltumsegler Rollo Gebhard 1991 die GRD. Seitdem schlossen sich über 95 % des deutschen Thunfischhandels dem SAFE-Programm für delfinsicher gefangenen Thunfisch an. SAFE ist das umfassendste Meeresschutzprogramm der Welt.

GRD – Weltweiter Einsatz für bedrohte Meeressäuger:

Deutschland – Thunfisch-Kontrollprogramm (SAFE): SAFE bewahrt Tausende Wale und Delfine vor dem grausamen Beifangtod. Publikation einer Verbraucher-Checkliste mit den bestätigten delfinsicheren Thunfischmarken

Peru: Kampf gegen die illegale Delfinjagd, Dynamitfischerei und Meeresverschmutzung. Projektpartner: ACOREMA (Meeresschutzorganisation, Peru)

Adria (Kroatien): Schutzprojekt zur Rettung der letzten ca. 220 Adria-Delfine. Projektpartner: Delfinschutzorganisation VAL (Zagreb), tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb

Spanien / La Gomera: Aufbau von ökologischem Wal- und Delfinbeobachtungstourismus, Einrichtung eines Delfinschutzzentrums. Projektpartner: M.E.E.R.e.V. (Berlin)

Mosambik: Einrichtung eines Schutzgebiets für eine kleine Population von Indopazifischen Buckeldelfinen bei der Inhaca-Insel (Bucht von Maputo). Projektpartner: Universität Maputo, Naturhistorisches Museum Maputo

Dominica: Aufbau und Einrichtung der ersten Walforschungsstation in der Karibik, Etablierung eines Pottwal- und Meeressäugerschutzgebietes

Nord- und Ostsee: Schutz unserer bedrohten heimischen Schweinswale. Projektpartner: NABU, BUND, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere, lokale Behörden und Nationalparkverwaltungen.

„Um Hilfe können Delfine nicht rufen, aber die Signale sind deutlich: ihre Anzahl geht weltweit zurück“, warnt Rollo Gebhard. Helfen Sie mit, das Aussterben der sympathischen Meeressäuger in den Weltmeeren zu verhindern. Werden Sie Förderer, helfen Sie mit Ihrer Spende oder übernehmen Sie eine Delfinpatenschaft.

Weitere Informationen auf unseren Webseiten:
www.delphinschutz.org
www.delfinprojekt.de
www.thunfischliste.de
www.jahrdesdelfins.net
www.weserwale.de

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