21.05.2008 - 12:08 - Gesundheit & Medizin
Wenn Roboter und virtuelle Realität den Patienten motivieren
Pressemitteilung von: Neurologische Klinik Bad Aibling / PR Agentur: Redaktionsbüro Steinlein
Ein Patient bei einer Therapieeinheit am erweiterten Lokomat® System: Die akustischen und virtuellen Einspielungen sollen den Patienten während seines Trainings motivieren.
Um das Gehen betroffener Patienten wieder zu trainieren, setzt die Neurologische Klinik Bad Aibling das Lokomat® System bereits seit 2001 ein; in Deutschland sind es derzeit gerade mal neun Kliniken, die über eine derartige motorbetriebene Gangprothese verfügen. Bei einer Therapieeinheit, die zwischen 45 und 60 Minuten dauert, treiben dabei Motoren die Ober- und Unterschenkel des mit Haltegurten gesicherten Patienten so an, dass Schreitbewegungen wie beim Gehen entstehen. Die Forschungsstudie MIMICS geht jetzt einen Schritt weiter: Der Patient läuft wie gehabt auf einem Laufband, die computergesteuerten Elektromotoren übernehmen den Antrieb der gelähmten Beine. Vor dem Patienten befindet sich jetzt aber eine Leinwand, auf der ein virtueller Weg zu sehen ist, den der Betroffene gehen soll. Es können auch Hindernisse, wie beispielsweise eine Bordsteinkante, eingespielt werden, die der Patient übersteigen muss. Während des Trainings werden alle Sinne des Patienten angesprochen. Läuft er zum Beispiel über einen Holzboden, so ertönt aus Lautsprechern ein entsprechendes Geräusch. Sensoren messen ständig die Aufmerksamkeit des Patienten. Lässt diese nach oder sind die Übungen zu einfach, kann der Trainingsablauf automatisch verändert werden. Das virtuelle System interagiert mit dem Patienten und stellt sich auf seine körperliche und mentale Verfassung ein.
„Mit Hilfe dieses Feedbacks möchten wir die Qualität und die Wirksamkeit des Robotertrainings erhöhen und die Rehabilitation beschleunigen und verbessern“, erklärt Dr. med. Dipl.-Psych. Friedemann Müller, Chefarzt an der Neurologischen Klinik Bad Aibling und Leiter des Teilprojekts an der Klinik. „Im Verlauf der Studie geht es in erster Linie um die Messung der physiologischen Werte, der biomechanischen Daten und des Verhaltens des Patienten. Nach Rückführung der ausgewerteten Daten in das System soll damit erreicht werden, den Patienten während seines Trainings bestmöglich zu motivieren und die Übungseinheiten an seine Aufmerksamkeit anzupassen“, so Müller.
Projektleiter der MIMICS-Studie ist Robert Riener, Professor am Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich und Professor am Paraplegikerzentrum (Querschnittsgelähmte) des Universitätsspitals Balgrist. Weitere Projektpartner, die in erster Linie für die technischen Voraussetzungen der Studie zuständig sind, sind das Unispital Balgrist in der Schweiz, die Universität Ljubljana in Slowenien, die Universität „Politècnica de Catalunya“ in Spanien sowie als Industriepartner die Hocoma AG, Schweiz, welche das Lokomat® System herstellt. Die Neurologische Klinik Bad Aibling ist aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrungen mit dem Lokomat® System, der bisherigen wissenschaftlichen Arbeit und des guten Rufes der Klinik von der ETH Zürich als Partner für die medizinischen Fragestellungen einbezogen worden. Erste Ergebnisse der Studie werden im Jahr 2009 erwartet.
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Neurologische Klinik Bad Aibling
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Über die Neurologische Klinik Bad Aibling
Die Neurologische Klinik Bad Aibling ist eines der größten neurologischen Rehabilitationszentren für schwerst Schädel-Hirn-Erkrankte in Europa, insbesondere nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. Die Klinik wird jährlich nach DIN ISO 9001:2000 zertifiziert und entspricht damit höchstem Qualitätsstandard - zudem besteht eine enge Kooperation mit den beiden Universitätskliniken in München. Darüber hinaus wurde ein Konzept für Alzheimer-Patienten aufgebaut, das mittlerweile deutschlandweit Nachahmer findet. Die Klinik verfügt über rund 250 Betten und behandelt ca. 3000 Patienten pro Jahr.
Über die Schön Kliniken
Die Schön Kliniken sind eine Klinikgruppe in privater Trägerschaft (Familie Schön) mit den Schwerpunkten Orthopädie, Neurologie, Chirurgie, Psychosomatik und Innere Medizin. In den insgesamt fünfzehn Kliniken in Bayern, Schleswig-Holstein, Hessen und Hamburg mit mehr als 4000 Betten beschäftigen die Schön Kliniken rund 6150 Mitarbeiter. Mit fünf Kliniken und rund 2800 Mitarbeitern sind die Schön Kliniken im Landkreis Rosenheim der größte Arbeitgeber.
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