05.05.2008 - 16:10 - Wissenschaft, Forschung, Bildung
MR-PET - Neuester Meilenstein in der Medizin
Pressemitteilung von: ipse Communication
Weltweit erster MR-PET-Scanner in Tübingen in Betrieb genommen
Berlin, 5. Mai 2008. Radiologen und Nuklearmediziner des Universitätsklinikums Tübingen haben den weltweit ersten MR-PET-Scanner erfolgreich für medizinische Anwendungen in ihre Klinik integriert. Das gemeinsam mit Siemens Medical Solutions entwickelte Kombinationsgerät eröffnet den Ärzten ganz neue Möglichkeiten der Diagnose von Erkrankungen des Gehirns und der Schädelbasis. Die Fusion von Magnetresonanztomographie (MR) und Positronen-Emissionstomographie (PET) verbessert die Aussagekraft der Bilder entscheidend. Zudem verkürzt die simultane Durchführung die Scanzeiten um ein Vielfaches und reduziert so die Behandlungsdauer für die Patienten. Momentan kommt die Innovation hauptsächlich bei neurologischen Befundungen zum Einsatz. Das Tübinger Team sieht in der MR-PET-Hybridtechnik jedoch auch Potenzial für die frühzeitige Krebserkennung sowie die Vermeidung von Schlaganfällen und Herzinfarkten.
Die Anwendung der parallelen MR-PET-Bildgebungstechnik in einer klinischen Einrichtung ist ein enormer medizinischer Fortschritt: Der neue Kombinationsscanner bündelt die Vorzüge beider Verfahren in einem Kamerasystem. Jetzt kommen bei einer einzigen Untersuchung sowohl die hohe Spezifität und der Weichteilkontrast der MR als auch die hochgradige Empfindlichkeit der PET zum Tragen. Die erzeugten Bilder ermöglichen es den Ärzten, die physiologische Beschaffenheit der untersuchten Organe und deren Stoffwechselfunktion präzise zu beurteilen.
„Der neue MR-PET-Scanner ist äußerst effizient. Die Dauer der Untersuchung verkürzt sich erheblich und wir können direkt eine exakte Diagnose stellen. Die meisten Patienten halten bereits nach wenigen Stunden ihren Befund in der Hand“, erläutert Prof. Dr. Heinz-Peter Schlemmer von der Radiologischen Klinik der Universität Tübingen einen weiteren Vorteil des Gerätes. Lebensrettende Therapiemaßnahmen können folglich noch schneller eingeleitet werden.
Das Tübinger Ärzteteam setzt die 3-Tesla starke MR-PET-Verbundtechnik momentan zur Diagnose des Schädels ein. Das Gerät ist gerade für Neuroonkologen und Neurologen zukunftsweisend. Laut Prof. Schlemmer birgt das simultane Bildgebungsverfahren jedoch ein weitaus höheres Potenzial: „Ich denke, dass sich diese Hybridtechnik zu einem Ganzkörperscanner entwickeln wird. Im onkologischen und kardiovaskulären Bereich weist sie klare Vorteile gegenüber anderen Geräten auf. Vor allem bei der frühen Erkennung von Krebsherden ist sie den bisher verfügbaren Methoden überlegen.“ Das Team um Prof. Dr. Heinz-Peter Schlemmer, Prof. Dr. Bernd J. Pichler und Prof. Dr. Claus D. Claussen arbeitet daran, die Möglichkeiten des MR-PET-Scanners konsequent weiterzuentwickeln.
Diese und weitere Informationen sowie Bildmaterial zum 89. Deutschen Röntgenkongress finden Sie in digitaler Form unter: www.ipse.de/roeko2008.
Der MR-PET-Scanner
Der neue MR-PET-Prototyp für das Gehirn wurde von Siemens Medical Solutions und der Arbeitsgruppe Präklinische Bildgebung am Universitätsklinikum Tübingen entwickelt, seit 2006 in verschiedenen Studien getestet und kommt nun erstmalig in einem klinischen Betrieb zum Einsatz. Der Detektor des PET-Scanners arbeitet mit neuartigen Dioden – den so genannten Avalanche Photodioden (APD). Auf diese Weise schirmt sich das Gerät gegenüber möglichen Störungen durch das Magnetfeld des MR-Systems ab. Der innovative MR-PET-Scanner für Patientenuntersuchungen wurde gleich mit einer Tim-Technologie (total imaging matrix) für eine 3-Tesla hohe Feldstärke ausgestattet, um seine Anwendungsmöglichkeiten in Klinik und Forschung zu maximieren.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Pressekontakt
Daniel Postulka
ipse Communication
Tel. 030 288846-22
Fax 030 288846-47
Mail
Katrin Lewandowski
ipse Communication
Tel. 030 288846-14
Fax 030 288846-47
Mail
Wissenschaftlicher Ansprechpartner
Prof. Dr. med. Dipl.-Phys. Heinz-Peter Schlemmer
Universitätsklinikum Tübingen
Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Tel. 07071 29-80497
E-Mail
Über den Deutschen Röntgenkongress
Mit etwa 7.000 Besuchern pro Jahr ist der Deutsche Röntgenkongress der wichtigste radiologische Fachkongress im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr wird er gemeinsam von der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG) veranstaltet. Im Zentrum stehen der wissenschaftliche Austausch sowie die fachliche Weiterbildung. Im Rahmen des angeschlossenen Industrieforums stellen jedes Jahr weit über 100 Aussteller aus der Medizintechnik ihre Produktneuheiten vor. Seit 2005 findet der Röntgenkongress in Berlin statt.
Berlin, 5. Mai 2008. Radiologen und Nuklearmediziner des Universitätsklinikums Tübingen haben den weltweit ersten MR-PET-Scanner erfolgreich für medizinische Anwendungen in ihre Klinik integriert. Das gemeinsam mit Siemens Medical Solutions entwickelte Kombinationsgerät eröffnet den Ärzten ganz neue Möglichkeiten der Diagnose von Erkrankungen des Gehirns und der Schädelbasis. Die Fusion von Magnetresonanztomographie (MR) und Positronen-Emissionstomographie (PET) verbessert die Aussagekraft der Bilder entscheidend. Zudem verkürzt die simultane Durchführung die Scanzeiten um ein Vielfaches und reduziert so die Behandlungsdauer für die Patienten. Momentan kommt die Innovation hauptsächlich bei neurologischen Befundungen zum Einsatz. Das Tübinger Team sieht in der MR-PET-Hybridtechnik jedoch auch Potenzial für die frühzeitige Krebserkennung sowie die Vermeidung von Schlaganfällen und Herzinfarkten.
Die Anwendung der parallelen MR-PET-Bildgebungstechnik in einer klinischen Einrichtung ist ein enormer medizinischer Fortschritt: Der neue Kombinationsscanner bündelt die Vorzüge beider Verfahren in einem Kamerasystem. Jetzt kommen bei einer einzigen Untersuchung sowohl die hohe Spezifität und der Weichteilkontrast der MR als auch die hochgradige Empfindlichkeit der PET zum Tragen. Die erzeugten Bilder ermöglichen es den Ärzten, die physiologische Beschaffenheit der untersuchten Organe und deren Stoffwechselfunktion präzise zu beurteilen.
„Der neue MR-PET-Scanner ist äußerst effizient. Die Dauer der Untersuchung verkürzt sich erheblich und wir können direkt eine exakte Diagnose stellen. Die meisten Patienten halten bereits nach wenigen Stunden ihren Befund in der Hand“, erläutert Prof. Dr. Heinz-Peter Schlemmer von der Radiologischen Klinik der Universität Tübingen einen weiteren Vorteil des Gerätes. Lebensrettende Therapiemaßnahmen können folglich noch schneller eingeleitet werden.
Das Tübinger Ärzteteam setzt die 3-Tesla starke MR-PET-Verbundtechnik momentan zur Diagnose des Schädels ein. Das Gerät ist gerade für Neuroonkologen und Neurologen zukunftsweisend. Laut Prof. Schlemmer birgt das simultane Bildgebungsverfahren jedoch ein weitaus höheres Potenzial: „Ich denke, dass sich diese Hybridtechnik zu einem Ganzkörperscanner entwickeln wird. Im onkologischen und kardiovaskulären Bereich weist sie klare Vorteile gegenüber anderen Geräten auf. Vor allem bei der frühen Erkennung von Krebsherden ist sie den bisher verfügbaren Methoden überlegen.“ Das Team um Prof. Dr. Heinz-Peter Schlemmer, Prof. Dr. Bernd J. Pichler und Prof. Dr. Claus D. Claussen arbeitet daran, die Möglichkeiten des MR-PET-Scanners konsequent weiterzuentwickeln.
Diese und weitere Informationen sowie Bildmaterial zum 89. Deutschen Röntgenkongress finden Sie in digitaler Form unter: www.ipse.de/roeko2008.
Der MR-PET-Scanner
Der neue MR-PET-Prototyp für das Gehirn wurde von Siemens Medical Solutions und der Arbeitsgruppe Präklinische Bildgebung am Universitätsklinikum Tübingen entwickelt, seit 2006 in verschiedenen Studien getestet und kommt nun erstmalig in einem klinischen Betrieb zum Einsatz. Der Detektor des PET-Scanners arbeitet mit neuartigen Dioden – den so genannten Avalanche Photodioden (APD). Auf diese Weise schirmt sich das Gerät gegenüber möglichen Störungen durch das Magnetfeld des MR-Systems ab. Der innovative MR-PET-Scanner für Patientenuntersuchungen wurde gleich mit einer Tim-Technologie (total imaging matrix) für eine 3-Tesla hohe Feldstärke ausgestattet, um seine Anwendungsmöglichkeiten in Klinik und Forschung zu maximieren.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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