04.05.2008 - 21:17 - Politik, Recht & Gesellschaft

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung & die ungeheuerlichen Berlin-Sparpläne

Pressemitteilung von: EZB

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Elternzentrum Berlin
... nein, in Berlin wird w e i t e r gespart bis es quietscht!
(siehe auch --> openpr --> Erster Welt-Autismus-Tag am 2. April und in Berlin "wird gespart bis es quietscht")

Das Berliner Schulhelfer SPAREN geht weiter für schwerbehinderte Kinder:
Das vorläufige Verhandlungsergebnis zwischen der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der Finanzverwaltung sichert den Regelschulen seit dem 31.März 2008 die benötigten Schulhelferstunden zu. Für die sonderpädagogischen Förderzentren wird weiter verhandelt.
Betroffene Kinder, Schulen und Schulhelfer brauchen aber auch an Förderzentren eine verlässliche Beschulung, und berufstätige Eltern brauchen ein Minimum an Planungssicherheit.
Die an den sonderpädagogischen Förderzentren im Einsatz befindlichen Schulhelfer werden dringend benötigt. Die Verträge müssen verlängert und Neuanträge bedarfsgemäß bewilligt werden:

Der Berliner Senat beabsichtigt, die Schulhelfer schwer behinderter Kinder an den sonderpädagogischen Förderzentren durch unqualifiziertes Personal aus dem Zentralen Stellenpool zu ersetzen. Die Schulhelfer sind aber ein über Jahre hinweg qualifiziertes und bewährtes Personal, das sich nicht so einfach ersetzen lässt. Ihr Einsatz wurde noch im Behindertenbericht 2006 deutlich befürwortet. Die gewachsenen Vertrauensverhältnisse leichtfertig zu zerstören ist ein fataler Plan für die schwer behinderten Kinder. Wir fordern einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Kindern; sie haben ein Recht auf Sicherheit und Qualität der Bildung.

» Wir haben Kinder, autistische Kinder, für die der Senat seit Jahren die benötigten Schulplätze NICHT schafft.
» Wir haben Kinder, autistische Kinder, die stattdessen auf ANDERE Schulen geschickt werden, an denen ihnen ein Schulbesuch ohne Schulhelfer NICHT möglich ist.
» Wir haben Kinder, autistische Kinder, die wegen zu geringer Stundenzahlen schon jetzt NICHT gemäß ihres R e c h t s a n s p r u c h e s beschult werden.
» Wir haben bisher vieles hingenommen, aber weitere Kürzungen oder den Austausch unserer bewährten Schulhelfer gegen ungeeignetes Personal werden wir nicht hinnehmen, ohne unsere Zeit und Energie in die Verteidigung der Grundrechte unserer Kinder zu investieren.

Wenn Betreuer aus dem Stellenpool geschickt werden, so sollten sie mindestens 200 Stunden berufsbegleitend umgeschult werden:
Der Senat entsendet nach dem neuen Konzept "Förderstufe II" bereits Personal aus dem Stellenpool als sogenannte Betreuer an die sonderpädagogischen Förderzentren. Diese fachfremden Kräfte wurden bisher vor ihrem Einsatz nicht umgeschult. Nach den schlechten Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise will der Senat diese Betreuer in Zukunft vor ihrem Einsatz 8-10-Tage lang qualifizieren. Das reicht für die umfangreiche zu erlernende Arbeit (Pflege, Verhalten gegenüber/ Wissen zum Krankheitsbild, Wissen zu alternativen Kommunikationsmethoden etc.) nicht aus: analog zur Umschulung in der Altenpflegehilfe sollten mindestens 200 Stunden angeboten werden.

Diese neuen Betreuer können nur als Zusatzpersonal an die Schulen geschickt werden, sie können eingearbeitete und qualifizierte Arbeitskräfte wie die Schulhelfer in der Einzelarbeit nicht ersetzen:
Es muss betont werden, dass diese neuen Gruppenbetreuer für bis zu 5 Personen zuständig sind und auch im Fall einer ausreichenden Umschulung die Schulhelfer nicht ersetzen können, weil diese in einer 1:1-Einzelbetreuung für sowohl pflegerische als auch pädagogische Aufgaben tätig sind.

Noch mehr M i s s s t ä n d e im Berliner Schulsystem!

Im Bereich Integration besagen die neuen Sparpläne des Senats, dass die sonderpädagogischen Förderstunden für Kinder mit schwerer Behinderung von ehemals 10 auf demnächst 5 Stunden, für Kinder mit Sprach oder Körperbehinderung von 5 auf demnächst 2,5 Stunden pro Woche (!!) gekürzt werden sollen.
Das bedeutet für viele Schulen mit Integrationsklassen den Verlust von mehreren vollen Lehrerstellen & demzufolge noch weniger Integration von schwerbehinderten Kindern an ‚normalen’ Schulen!
Und das ist untragbar für die Lernqualität aller Schüler!
[P r o t e s t] Aufruf zur Demo:
"Eltern für Integration“ und mehrere Behindertenverbände möchten auf die groben Missstände im Berliner Schulsystem im Bereich Integration aufmerksam machen.
Wann? 05. Mai 2008 um 15.00 Uhr (bis ca.19.00 Uhr)
Wo? am Alexanderplatz (Treffpunkt an der Weltzeituhr)

[P r o t e s t] Schulhelfer
protest.elternzentrum-berlin.de

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Elternzentrum Berlin
info(at)elternzentrum-berlin.de

i.A. des Elternzentrums Berlin::
Berliner Gruppe von Eltern autistischer Kinder, die sich einmal monatlich zum Erfahrungsaustausch trifft. Wir besprechen alle für unsere Kinder relevanten Themen: Therapien, Beschulung, Einzelfallhilfe etc.

Da uns in Berlin für das Schuljahr 2008/2009 massive Einschnitte und Umstrukturierungen im Beschulungssystem autistischer Kinder drohen, haben wir zum Protest aufgerufen - auch am 05.Mai 2008, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

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