16.04.2008 - 17:01 - Politik, Recht & Gesellschaft
1. Deutscher Equal Pay Day findet große Resonanz - Debatte um Lohngerechtigkeit kommt in Schwung
Pressemitteilung von: BPW Germany e.V. / PR Agentur: corprint Kommunikation, Weinheim
Am ersten deutschen Equal Pay Day am 15. April wurde bundesweit mit 40 Aktionen und Veranstaltungen auf die bestehende Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht (Foto: BPW-Club Bremen)
“Wir sind überwältigt von der Resonanz, die der Equal Pay Day gleich bei seiner Premiere in Deutschland gefunden hat”, äußerte sich Schleicher zufrieden, “das zeigt, wie sehr das Thema auf den Nägeln brennt!” Die Anzahl der geplanten Veranstaltungen war in den letzten Wochen und Tagen stetig nach oben geklettert. Die Organisatorinnen meldeten gestern bundesweit mehr als 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. “Die Zahlen sind aber nur das eine”, betonte Schleicher. Dem BPW seien die Gespräche wichtig gewesen: “Damit endlich Bewegung in die Sache kommt und alle – Politik, Wirtschaft und jede und jeder Einzelne – dazu beiträgt, dass sich die seit Jahren scheinbar eingerostete Gehaltsschere endlich schließt.”
Bei den Aktionen auf den Straßen hätten sich viele Passanten überrascht und empört gezeigt, dass Frauen in Deutschland heute noch 22 Prozent weniger verdienten als Männer. Diese Beobachtung belegt auch eine Studie, die das BMFSFJ, das den Equal Pay Day finanziell unterstützte, anlässlich des Aktionstags veröffentlichte: Mehr als 90 Prozent der Befragten stimmten zu, dass Frauen und Männer selbstverständlich gleich bezahlt werden sollten.
Neben politischen Maßnahmen, wie der Abschaffung des Ehegattensplittings und der Verbesserung der Kinderbetreuung, tritt der BPW Germany für mehr Transparenz in den Unternehmen ein. “Wir regen eine Selbstverpflichtung an, damit die Unternehmen nach schwedischem Vorbild regelmäßig die Gehälter ihrer männlichen und weiblichen Mitarbeiter gegenüberstellen, um mögliche Benachteiligungen aufdecken und gezielt beseitigen zu können”, erläuterte Schleicher. Auch an den Gerichten müsse sich etwas bewegen, damit betroffene Frauen eine Chance haben, ihre Benachteiligung über Gutachten nachweisen zu lassen. “Unsere Initiative hat hier bei der Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes ein Defizit aufgezeigt”, erläuterte Schleicher mit Verweis auf die Pressekonferenz des Verbands am Vortag des Aktionstags.
“Wir bleiben an dem Thema dran und werden Wirtschaft und Politik drängen, die gestern vorgestellten Maßnahmenbündel in die Tat umzusetzen”, kündigte Schleicher an. Der Verband, eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für Frauen weltweit mit Beraterstatus beim Europarat und den Vereinten Nationen, werde seine Forderungen weiterhin mit Nachdruck verfolgen. “Zum Equal Pay Day 2009 müssen wir einen Schritt weitergekommen sein – nicht nur zum Wohle der Frauen, sondern auch und gerade, weil Wirtschaft und Gesellschaft von einer gerechteren Verteilung der Gehälter profitieren!”
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Zum Equal Pay Day:
2008 wurde der Equal Pay Day, der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, auf Initiative des BPW Germany erstmals in Deutschland durchgeführt. Das Datum 15. April symbolisiert die Zeitspanne, die eine Frau über den Jahreswechsel hinaus arbeiten muss, um das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu erreichen.
Entstanden ist der „Tag für gleiche Bezahlung“ in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen. Diesen Gedanken griff der BPW Germany 2007 zur Halbzeit des Europäischen Jahres der Chancengleichheit auf und startete die Initiative Rote Tasche, aus der heraus die Idee für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day entstanden ist. Die roten Taschen stehen für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.
In Europa gibt es den Equal Pay Day außerdem in Belgien und in Österreich. In Deutschland soll er künftig jährlich durchgeführt werden.
Daten, Fakten, Verhandlungstipps und umfangreiches Recherchematerial zu Entgeltgerechtigkeit und zum Equal Pay Day unter www.equalpayday.de.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Ihre Ansprechpartnerinnen:
BPW Germany e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Lange Straße 3
37127 Niemetal
Dr. Bettina Schleicher, Präsidentin BPW Germany e. V.
Tel.: 030 - 84 18 71 34, Fax: 030 - 84 10 84 84, E-Mail:
Işınay Kemmler, Leiterin der Projektgruppe „Initiative Rote Tasche“ im BPW Germany e.V.
Tel.: 06082 - 92 92 01, Fax. 06082 - 92 92 25, E-Mail.
Dr. Christiane Pfeiffer, Medienkontakt 1. Deutscher Equal Pay Day
Tel.: 06201 - 78 32 88, Fax: 06201 - 78 32 89, Mobil: 0179 - 44 59 7 59, E-Mail:
Zum BPW Germany:
Mit 38 Clubs und rund 1.750 Mitgliedern sind die Business and Professional Women BPW) Germany eines der größten Berufsnetzwerke für Frauen in Deutschland. Der in den 30er Jahren entstandene und 1951 neu gegründete Verband unterstützt berufstätige Frauen auf vielfältige Weise: Neben persönlichem Austausch, Vorträgen und Mentoring leistet das Netzwerk politisch-gesellschaftliche Lobby- und Projektarbeit auf nationaler und internationaler Ebene.
Der BPW Germany kooperiert mit Wirtschaft, Medien und Politik und unterstützt seine Partner in Fragen der Unternehmensverantwortung und Chancengleichheit im Beruf. Der Verband ist Teil des BPW International, der in rund 80 Ländern vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Weitere Informationen unter www.bpw-germany.de.
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