Wenn der Vorstand alle grüßt - Forschungsprojekt der Universität Heidelberg

Pressemitteilung von: Maurizio Singh

Wolfgang Dahl (Name geändert) staunte nicht schlecht: Als der Sachbearbeiter in einer großen Versicherung morgens seinen Rechner hochfuhr, fand er eine Email des Vorstandsvorsitzenden. Der Vorstand nutze die Vorlage des Jahresabschlusses, um Herrn Dahl persönlich zu weiteren Höchstleistungen im kommenden Jahr anzuspornen. Die Freude von Wolfgang Dahl über die persönliche Email währte jedoch nicht lange, denn auch die Kollegen in den Nebenzimmern hatten eine "persönliche" Mail des Vorstands erhalten. Offensichtlich hatte der Vorstand eine Rund-Email mit persönlicher Anrede verschickt.

Bis vor einigen Jahren waren Mitarbeiterversammlungen oder Mitarbeiterzeitschriften die einzigen Möglichkeiten für die Geschäftsleitung mit allen Mitarbeitern Kontakt aufzunehmen. Dies hat sich durch neue Kommunikationsformen gewandelt. Durch einen Knopfdruck können heute personalisierte Emails an sämtliche Mitarbeiter verschickt werden. Diese neuen Möglichkeiten werden von vielen Vorständen und Geschäftsführern gerne und intensiv genutzt. Und so finden gerade die Mitarbeiter von größeren Unternehmen in zunehmendem Maß Rund-Emails der Geschäftsleitung zu den unterschiedlichsten Themen in ihrem Postfach.

Wie aber werden diese Rund-Emails von den Mitarbeitern aufgenommen? Was bringen solche Emails? Und was könnten Unternehmenschefs mit Emails erreichen? Diese Fragen möchte Maurizio Singh, Magisterstudent an der Universität Heidelberg, in seiner Magisterarbeit beantworten. „Von Freunden habe ich häufig gehört, dass sie Rund-Emails der Geschäftsleitung erhalten haben. Ich habe den Eindruck, dass manche Rund-Emails mit großem Interesse aufgenommen werden, während andere Emails kaum gelesen werden. Offensichtlich halten viele Vorstände und Geschäftsführer derartige Rund-Emails jedoch für sehr wichtig“, sagt Singh. Der Student will nun im Rahmen seiner Magisterarbeit untersuchen, welche Rund-Emails von der Geschäftsleitung die Mitarbeiter erwarten und welche nicht. Nach seiner Ansicht können sinnvoll eingesetzte Rund-Emails im besten Fall einen positiven Beitrag zur Arbeits- und Lernatmosphäre innerhalb des Unternehmens leisten.

Um herauszufinden, wie Rund-Emails tatsächlich von Mitarbeitern bewertet werden, führt Maurizio Singh bis Ende April eine Online-Umfrage durch. Das Ziel ist es dabei, von möglichst vielen Mitarbeitern aus möglichst vielen unterschiedlichen Unternehmen ein Feedback zu erhalten. Die Umfrage sowie weitere Informationen zu dem Projekt finden sich unter www.mail-vom-vorstand.de.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Maurizio Singh
L 2 9-10
68161 Mannheim
Tel: 0171 16 46 553


Maurizio Singh ist 25 Jahre alt und studiert an der Rupprecht-Karls-Universität Heidelberg die Fächer Politik und Pädagogik im Magister-Studiengang.

Sein Studienschwerpunkt liegt im Bereich des Organizational Learnings. Dieses Forschungsbereich der Pädagogik beschäftigt sich mit dem Lernen innerhalb von Strukturen. In den letzten 30 Jahren wurde herausgefunden, dass sich innerhalb von Strukturen, z.B. Unternehmen, Lernprozesse abspielen, die sich von den Lernprozessen eines einzelnen Individuums unterscheiden. Die Lerninhalte sind dabei etwa neue Verfahrensweisen oder neues Fachwissen.

Eine Struktur lernt jedoch immer nur, indem bei den einzelnen Mitarbeitern Veränderungen und Lerneffekte erreicht werden. Ein wesentlicher Forschungsbereich des Organizational Learning sind daher die optimalen äußeren Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sehr viele unterschiedliche Faktoren ein positives Lernumfeld schaffen können. Maurizio Singh wird im Rahmen seiner Magisterarbeit die Auswirkungen von Rund-Mails des Vorstandes auf das Lernumfeld untersuchen (www.mail-vom-vorstand.de).

In seiner Freizeit engagiert sich Maurizio Singh bei AIESEC Heidelberg und geht gerne ins Theater.

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