(openPR) Mannheim. Europa wächst zusammen – nicht nur wirtschaftlich - sondern auch auf dem Gebiet der Medizin. Die Gesellschaften für Telemedizin aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden in Zukunft grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde jetzt beim „1st D•A•CH Cooperation Meeting“ in Mannheim am Rande des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie feierlich unterzeichnet.
„Praktische Telemedizin gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung. Mit der Einführung der elektronischen Gesundheits-Karte werden klinische Fragestellungen immer wichtiger. Die EU-Kommission wird sich dieses Jahr mit dem Thema Telemedizin intensiv beschäftigen. Gerade bei chronischen Erkrankungen und Risikopatienten ist sie ein Baustein zur Lösung der Probleme, die auf die Gesundheitssysteme aufgrund der demographischen Entwicklung zukommen. Die Kooperation der europäischen Fachgesellschaften im Bereich Telematik/Telemedizin ist daher immens wichtig, damit die Vision von einer durchgehenden europäischen Telematikinfrastruktur, basierend auf internationalen Standards, die natürlich die nationalen Besonderheiten berücksichtigen, eines Tages Realität wird,“ erläuterte PD Dr. rer. nat. Günter Steyer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitstelematik e.V. (DGG).
Dr. med. Martin Denz, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Telemedizin und eHealth (SGTMeH) verwies darauf, dass in vielen Bereichen der Medizin die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung längst Realität sei. Insofern sei die Ausdehnung auf die Telemedizin eine zwingende Konsequenz.
„In Österreich spielt die integrierte regionenübergreifende „tele“-medizinische Versorgung der zunehmend mobilen 8 Mio. Einwohner und ca. 21 Mio. jährlichen Gäste eine immer größere Rolle,“ so Dr. med. Peter Sögner MSc., Präsident der Österreichisch Wissenschaftlichen Gesellschaft für Telemedizin und Ehealth (ASSTeH). Zukünftig wolle man in Europa die telemedizinische Versorgung gemeinsam optimieren, Synergieeffekte nutzen und verbindliche Standards schaffen.
Professor Dr. med. Harald Korb, der den Festvortrag hielt, hält vernetztes Denken, gemeinsames Handeln und intelligente telemedizinische Lösungen für die Bereiche Prävention, Diagnostik, Therapie- und Disease-Management sowie Compliance-Förderung für dringend erforderlich, um einerseits den wachsenden Herausforderungen an die Gesundheitssysteme gerecht zu werden und andererseits eine individualisierte medizinische Versorgung auf weiterhin hohem Niveau bieten zu können. Der 2. Vorsitzende der DGG e.V.: „Dem telemedizinischen Monitoring – der Betreuung und Überwachung chronisch Kranker im häuslichen Umfeld - kommt dabei als integralem Bestanteil einer übergeordneten Behandlungsstrategie in Verbindung mit klar strukturierten Behandlungspfaden und -programmen zukünftig eine besondere Bedeutung beim Management chronischer Erkrankungen zu. Es optimiert und beschleunigt die Prozesse zwischen den Leistungserbringern, schafft Transparenz, verbessert die Qualität von Diagnostik und Therapie, fördert die Compliance und erhöht die Lebensqualität der Patienten. Zudem ist es auch ökonomisch höchst sinnvoll. Kostenintensive Krankenhausaufenthalte werden beispielsweise signifikant reduziert oder das Auftreten teurer Spätschäden beim Diabetes mellitus vermieden.“
Dass ein europäischer Austausch auf dem Gebiet der Gesundheitstelematik notwendig und gewünscht sei, bewiesen Kooperationsanfragen u. a. aus Frankreich und den Benelux-Ländern. PD Dr. rer. nat. Günter Steyer: „Ich gehe davon aus, dass sich unser Kreis in naher Zukunft recht schnell vergrößern wird. Die Zeit ist reif dafür!“
Gastgeber des „1st D•A•CH Cooperation Meeting“ der Schweizerischen Gesellschaft für Telemedizin und eHealth (SGTMeH) und der Österreichisch Wissenschaftlichen Gesellschaft für Telemedizin und eHealth (ASSTeH) war die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitstelematik e.V. (DGG) – unterstützt vom international führenden Telemedizin-Provider Vitaphone GmbH.











