27.03.2008 - 11:31 - Gesundheit & Medizin
KMF-Symposium zum Welttuberkulosetag 2008 - Kampf gegen die Tuberkulose ist ein internationales Anliegen
Pressemitteilung von: Koch-Metschnikow-Forum
Stop TB – das war der Leitgedanke des zweitägigen internationalen Symposiums, zu dem das Koch-Metschnikow-Forum, eine Initiative des Petersburger Dialogs, anlässlich des Welttuberkulosetages 2008 für den 24. und 25. März nach Berlin eingeladen hatte. Rund einhundert führende Wissenschaftler aus Deutschland, Russland, den USA, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den Niederlanden, der Schweiz und Indien sowie Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums und der WHO diskutierten neueste Forschungsergebnisse und aktuelle Aufgaben im Kampf gegen die weltweit am weitesten verbreitete bakterielle Infektionskrankheit.
Der Vizepräsident des Koch-Metschnikow-Forums und Leiter der Sektion Tuberkulose, Dr. Timo Ulrichs, unterstrich die Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit bei der Kontrolle und Eindämmung der Tuberkulose. „In der Berliner Erklärung der europäischen Gesundheitsminister vom 22. Oktober vergangenen Jahres wurden Ziele und Wege aufgezeigt, um die TB-Infektion schnell und sicher zu erkennen sowie wirksam zu bekämpfen“, unterstrich Ulrichs. Besonderes Augenmerk müsse dabei auf Maßnahmen zur Kontrolle der TB-Fälle mit Multiresistenzen (multidrug-resistance, MDR) gerichtet werden.
Prof. Dr. Stefan H.E. Kaufmann, Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, erinnerte daran, dass im Jahr 2006 rund 1,6 Millionen Menschen weltweit an der Tuberkulose verstorben sind und es insgesamt rund zwei Milliarden Infizierte gibt, zu denen jeden Tag 120 000 hinzukommen. „Angesichts dieser Zahlen muss festgestellt werden, dass die von Staaten, Organisationen und Unternehmen für den Kampf gegen die Tuberkulose bereitgestellten finanziellen Mittel bei weitem nicht ausreichen, um die Krankheit im Weltmaßstab zu besiegen“, erklärte Kaufmann. Selbst wenn sofort die erforderliche Summe zur Verfügung gestellt würde, dauerte es nach seiner Einschätzung mindestens fünfzehn Jahre, bis ein Erfolg zu verzeichnen sei.
Der Direktor des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. Jörg Hacker, warnte davor, trotz der sinkenden Zahl von Neuerkrankungen in Deutschland die Tuberkulose als gefährliche Infektionskrankheit zu unterschätzen. Insbesondere unter den Migranten aus Hochrisiko-Ländern liege der Anteil von TB-Infizierten deutlich über dem Landesdurchschnitt. Darüber hinaus stellten die weltweite Zunahme von MDR-Fällen sowie die immer häufiger auftretenden Koinfektionen mit HIV/AIDS für alle Länder ein medizinisches Problem dar, das gemeinsam gelöst werden müsse. Deshalb werde das Robert Koch-Institut die Bekämpfung der Tuberkulose noch stärker in den Mittelpunkt seiner Arbeit rücken.
Angesichts der im Vergleich zu Deutschland über zwanzigmal höheren TB-Infektionsrate in Russland und den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion würdigte Prof. Dr. Robert Loddenkemper, Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK), die Pionierrolle des Koch-Metschnikow-Forums beim Ausbau der deutsch-russischen Zusammenarbeit in der Medizin und insbesondere beim Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose. Er erinnerte daran, dass 1899 in Berlin der erste preußische Tuberkulosekongress mit mehr als 2000 Teilnehmern stattfand, auf dem über Diagnostik und Therapie der damaligen Volkskrankheit gesprochen wurde, und schlug die Brücke zu dem inzwischen Erreichten und den neuen Herausforderungen im Kampf gegen die TB. „Wir haben in Deutschland heute ein geringes Ansteckungsrisiko“, sagte er, „aber wir müssen unsere Anstrengungen auf die Beherrschung der MDR-Fälle richten und auch international unseren Beitrag zur Zurückdrängung der Infektion leisten.“
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Pressekontakt: Prof. Rolf Engelbrecht
Vorstandsmitglied im Koch-Metschnikow-Forum
c/o
MEDIS - Labor Medizinische Informatik
Helmholtz-Zentrum-München
Ingolstädter Landstr. 1
D 85764 Neuherberg
Tel.: +49/(0)89 / 3187 4138
Fax : +49/(0)89 / 3187 3008
e-Mail:
Über das Koch-Metschnikow-Forum
Das Koch-Metschnikow-Forum (KMF) ist eine politisch gewollte und politisch begleitete zivilgesellschaftliche Experteninitiative des Petersburger Dialogs. Ziel des KMF ist die Verbesserung der internationalen Kooperation im Gesundheitswesen, insbesondere die grenzüberschreitende Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die Federführung haben die Berliner Medizinische Gesellschaft, die Metschnikow-Akademie St. Petersburg und die Russische Akademie der Medizinischen Wissenschaften übernommen. Weitere Partner des KMF sind die Charité Berlin, das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie sowie das Nationale Referenzzentrum für Mykobakterien und das GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit. Auch das Deutsch-Russische Forum, der Deutsche Akademische Austauschdienst sowie zahlreiche Unternehmen unterstützen das KMF.
Der Vizepräsident des Koch-Metschnikow-Forums und Leiter der Sektion Tuberkulose, Dr. Timo Ulrichs, unterstrich die Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit bei der Kontrolle und Eindämmung der Tuberkulose. „In der Berliner Erklärung der europäischen Gesundheitsminister vom 22. Oktober vergangenen Jahres wurden Ziele und Wege aufgezeigt, um die TB-Infektion schnell und sicher zu erkennen sowie wirksam zu bekämpfen“, unterstrich Ulrichs. Besonderes Augenmerk müsse dabei auf Maßnahmen zur Kontrolle der TB-Fälle mit Multiresistenzen (multidrug-resistance, MDR) gerichtet werden.
Der Direktor des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. Jörg Hacker, warnte davor, trotz der sinkenden Zahl von Neuerkrankungen in Deutschland die Tuberkulose als gefährliche Infektionskrankheit zu unterschätzen. Insbesondere unter den Migranten aus Hochrisiko-Ländern liege der Anteil von TB-Infizierten deutlich über dem Landesdurchschnitt. Darüber hinaus stellten die weltweite Zunahme von MDR-Fällen sowie die immer häufiger auftretenden Koinfektionen mit HIV/AIDS für alle Länder ein medizinisches Problem dar, das gemeinsam gelöst werden müsse. Deshalb werde das Robert Koch-Institut die Bekämpfung der Tuberkulose noch stärker in den Mittelpunkt seiner Arbeit rücken.
Angesichts der im Vergleich zu Deutschland über zwanzigmal höheren TB-Infektionsrate in Russland und den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion würdigte Prof. Dr. Robert Loddenkemper, Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK), die Pionierrolle des Koch-Metschnikow-Forums beim Ausbau der deutsch-russischen Zusammenarbeit in der Medizin und insbesondere beim Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose. Er erinnerte daran, dass 1899 in Berlin der erste preußische Tuberkulosekongress mit mehr als 2000 Teilnehmern stattfand, auf dem über Diagnostik und Therapie der damaligen Volkskrankheit gesprochen wurde, und schlug die Brücke zu dem inzwischen Erreichten und den neuen Herausforderungen im Kampf gegen die TB. „Wir haben in Deutschland heute ein geringes Ansteckungsrisiko“, sagte er, „aber wir müssen unsere Anstrengungen auf die Beherrschung der MDR-Fälle richten und auch international unseren Beitrag zur Zurückdrängung der Infektion leisten.“
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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