(openPR) Die Ursachen von Übergewicht und Adipositas sind vielfältig. Offenbar bestimmen genetische Faktoren unsere Geschmacksvorlieben, den Energieverbrauch, Bewegungsverhalten und das Fettverteilungsmuster. Somit wird deutlich, dass erbliche Faktoren multifaktiorell auf das Körpergewicht Einfluss nehmen.
Allerdings bestimmt die Genetik bei der Adipositas nicht alles. Die Zunahme von Übergewicht in den letzten Jahrzehnten erfolgte in einer Zeitspanne, in der genetische Veränderungen keine Rolle spielen können. Es ist vielmehr unsere adipogene Umwelt, verbunden mit einem großen Mangel an Bewegung, die zu diesem Phänomen geführt haben. Vererbung und Verhalten führen letzlich zu einem fatalen Zusammenspiel . Adipös wird demnach derjenige, der eine genetische Veranlagung in sich trägt und durch sein Verhalten zu einer positiven Energiebilanz beiträgt. Dazu gehört auch nur dann zu essen, wenn man Hunger verspürt und auf das Gefühl der Sättigung zu hören.
Hunger und Sättigung werden im Gehirn durch den Hypothalamus gesteuert. In einem speziellen Appetit- und Sättigungszentrum werden der aktuelle Füllungszustand des Magens und die Energiespeicher in Leber, Muskel und Fettgewebe überwacht. Wird Energie benötigt, führt dies zu Hungergefühlen, sind die Speicher voll, fühlt man sich satt. Die Signalübertragung, insbesondere im Hypothalamus, erfolgt durch die Hormone Serotonin und Noradrenalin. Die Verfügbarkeit und die Verweildauer dieser Botenstoffe an den Andockstellen von speziellen Nervenzellen entscheiden letztendlich darüber, ob wir uns hungrig oder satt fühlen. Das Medikament Sibutramin zur Gewichtsabnahme greift hier ein, indem es die Verweildauer dieser Botenstoffe verlängert und so das Sättigungsgefühl verstärkt.
In einer plazebokontrollierten Untersuchung bei adipösen Frauen (BMI 30,5 - 42 kg/m2) konnte gezeigt werden, dass Sibutramin direkt die Nahrungsaufnahme beim Menschen beeinflusst. Mit der Einnahme von 10 mg des Wirkstoffs (Reductil® 10 mg) ergab sich nach 14 Tagen eine klinisch signifikante Reduktion der aufgenommenen Kalorienmenge um täglich 19% oder um 356 kcal im Vergleich zu Plazebo (p < 0,05). In einer zweiten Studie wurde gezeigt, dass bereits eine einzelne Dosis des Wirkstoffs bei männlichen Probanden zu einer erheblichen Reduktion der Nahrungsaufnahme führte, wobei im Vergleich zu Plazebo alle Hauptbestandteile der Nahrung, Kohlehydrate, Protein und Fett, in geringerem Maße von den Testpersonen unter Reductil® konsumiert wurden. Die prozentuale Verteilung der mit der täglichen Nahrung aufgenommenen Makronährstoffe wurde dabei nicht verändert.
Sibutramin hat auch einen Einfluss auf die Steuerung des Energieverbrauchs (Thermogenese).
In einer plazebokontrollierten Doppelblindstudie an 32 Patienten mit einem mittleren BMI von 33,9 kg/m wurde der Energieumsatz über 24 Stunden durch indirekte Kalorimetrie gemessen und der Energieumsatz wurde in Beziehung zum Gewichtsverlust unter Sibutramintherapie und unter Plazebo gesetzt. Der gemessene 24-Std-Energieumsatz der mit Reductil® behandelten Patienten ging dabei signifikant weniger zurück als unter Plazebo. Aus den Daten kann man daher ableiten, dass der Abfall des Grundumsatzes durch Gewichtsabnahme unter einer Behandlung mit dem Medikament Sibutramin deutlich weniger stark ausfällt als unter Plazebo.












