03.03.2008 - 10:46 - Politik, Recht & Gesellschaft
Bei der Geburt eines Mädchens weint der Vater
Pressemitteilung von: DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V.
Köln, 8.3.2008 - Mit diesem bengalischen Sprichwort macht die Kölner Hilfsorganisation DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. zum Weltfrauentag am 8. März darauf aufmerksam, wie sehr die Rechte von Frauen und Mädchen in Bangladesch missachtet werden. Mit ihrer bengalischen Partnerorganisation MATI fördert die DESWOS den Ausbau und die Einrichtung einer Dorfschule, um Mädchen und Jungen gleichberechtigt Zugang zu Bildung zu ermöglichen und damit insbesondere den Mädchen die Chance auf eine bessere Zukunft zu geben.
Die diskriminierende Botschaft des traditionellen Sprichwortes ist klar: Söhne gelten als Reichtum, denn sie tragen zum Familieneinkommen bei und versorgen die Eltern im Alter. Mädchen sind eine Last, denn sie sind nur für die Hausarbeit zuständig, werden früh verheiratet und nutzen lediglich der Familie ihres späteren Ehemannes. Deshalb dürfen in ärmeren Familien oft nur die Söhne eine Schule besuchen. Die Bildung der Töchter gilt als Luxus. So sind im Sprichwort die Tränen eines Vaters zu verstehen, der bei der Geburt seiner Tochter zunächst daran denkt, wie er später die Mitgift bezahlen soll.
Was für Frauen in westlichen Gesellschaften undenkbar erscheint, ist für Mädchen und Frauen in Bangladesch bitterer Alltag. Mädchen und Frauen essen grundsätzlich erst, nachdem die Männer und Jungen gegessen haben. Sie verhüllen sich, um sich so auf der Straße vor anzüglichen Bemerkungen der Männer zu schützen. Frauen haben kein eigenes Geld, da ihre Arbeit oft in Naturalien bezahlt wird. Obwohl es die Frauen sind, die sich für die Betreuung der Kinder und das Wohlergehen der gesamten Familie verantwortlich zeigen, bleiben sie von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Mädchen werden im Kindesalter verheiratet, oft an wesentlich ältere Männer, damit die Eltern keine unnütze Esserin zu versorgen haben.
Die Organisation Mati kämpft gegen die Benachteiligung der Frauen und Mädchen. Sie informiert Frauen über ihre Rechte, bildet sie aus und unterstützt sie mit zinslosen Darlehen zum Aufbau kleiner Nähstuben und Garküchen oder für die Nutztierzucht und ökologischen Gemüseanbau. Die Kölner Fachorganisation DESWOS finanziert den Ausbau und die Ausstattung der Mati-Schule durch zusätzliche Klassenräume, Tische und Bänke, Schultafeln und Lehrerpulte. Außerdem übernimmt die DESWOS das Lehrergehalt für das erste Jahr. Zwei kostenlose Mittagessen pro Woche liefert der Schulgarten von Mati. Für den Schulbesuch der Mädchen gilt es, zuallererst die Eltern aufzuklären und zu motivieren. Das braucht Beharrlichkeit und gute Beispiele erfolgreicher Schülerinnen. Das große Ziel ist, gemeinsam den Tag zu feiern, an dem die Geburt einer Tochter Grund zur Freude ist.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales
Wohnungs- und Siedlungswesen e.V.
Frau Astrid Meinicke
Innere Kanalstraße 69
50823 Köln
Tel.: 0221/579 89 37
Fax: 0221/579 89 99

www.deswos.de
Die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. ist eine gemeinnützige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit, die mit Projekten und Partnern die Wohnungsnot in Afrika, Asien und Lateinamerika bekämpft.
Nähere Informationen unter www.deswos.de .
Die diskriminierende Botschaft des traditionellen Sprichwortes ist klar: Söhne gelten als Reichtum, denn sie tragen zum Familieneinkommen bei und versorgen die Eltern im Alter. Mädchen sind eine Last, denn sie sind nur für die Hausarbeit zuständig, werden früh verheiratet und nutzen lediglich der Familie ihres späteren Ehemannes. Deshalb dürfen in ärmeren Familien oft nur die Söhne eine Schule besuchen. Die Bildung der Töchter gilt als Luxus. So sind im Sprichwort die Tränen eines Vaters zu verstehen, der bei der Geburt seiner Tochter zunächst daran denkt, wie er später die Mitgift bezahlen soll.
Die Organisation Mati kämpft gegen die Benachteiligung der Frauen und Mädchen. Sie informiert Frauen über ihre Rechte, bildet sie aus und unterstützt sie mit zinslosen Darlehen zum Aufbau kleiner Nähstuben und Garküchen oder für die Nutztierzucht und ökologischen Gemüseanbau. Die Kölner Fachorganisation DESWOS finanziert den Ausbau und die Ausstattung der Mati-Schule durch zusätzliche Klassenräume, Tische und Bänke, Schultafeln und Lehrerpulte. Außerdem übernimmt die DESWOS das Lehrergehalt für das erste Jahr. Zwei kostenlose Mittagessen pro Woche liefert der Schulgarten von Mati. Für den Schulbesuch der Mädchen gilt es, zuallererst die Eltern aufzuklären und zu motivieren. Das braucht Beharrlichkeit und gute Beispiele erfolgreicher Schülerinnen. Das große Ziel ist, gemeinsam den Tag zu feiern, an dem die Geburt einer Tochter Grund zur Freude ist.
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