26.02.2008 - 13:38 - Politik, Recht & Gesellschaft

ödp -Familienexperte verärgert über Äußerung Oettingers

Pressemitteilung von: ödp Kreisverband Heidenheim
HEIDENHEIM, 26.02.2008. Die Werthaltigkeit der politischen Vorschläge Günther H. Oettingers hat in den letzten Monaten rapide abgenommen. Vorbei die Zeit als er sich wohl vorbereitet mit Kraft und Ehrgeiz gegen die Mitbewerberin Anette Schavan durchsetzte. Wie ein angeschlagener Boxer versucht der baden-württembergische Ministerpräsident derzeit mit Ideen und Äußerungen zu punkten und ist doch längst nur noch ein Schatten seiner selbst. In so fern verwundert es kaum, dass auch Oettinger sich vor wenigen Tagen mit einem abstrusen Vorschlag zum politischen Brennpunkt „Jugendkriminalität“ zu Wort meldete. Geht es nach dem Willen des Ministerpräsidenten soll Eltern, deren Kinder „kriminell“ geworden sind, das Kindergeld gestrichen werden.
Diese Idee ärgert den Heidenheimer ödp-Familienexperten Andreas Häußler gleich in zweierlei Hinsicht. Erstens, so Häußler, handele es sich beim Kindergeld zum allergrößten Teil um keine „freiwillige Sozialleistung“, die einfach nach Gutdünken gestrichen werden könne. Stattdessen handelt es sich um eine „Freistellung des Existenzminimums“, dass den Familien höchstrichterlich garantiert ist. Und zum anderen sollten, nach Ansicht des ödp´lers, die politischen Vorstöße nicht erst dann ansetzen, wenn die Kinder bereits auf die „Schiefe Bahn“, also in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen sind. Was bringt ein nachträgliches Bestrafen der Eltern durch Kindergeldstreichung? Andreas Häußler plädiert vielmehr dafür, bereits im Vorfeld dafür zu sorgen, dass sich die Gesamtsituation für Familien im Land verbessert. In immer mehr Fällen müssten beide Elternteile unfreiwillig einer Vollzeitstelle nachgehen, weil sie sonst finanziell nicht über die Runden kommen würden – und meist langt es dann immer noch nicht. Dies führt zu Stress und Vernachlässigung der Kinder, was in vielen Studien als eine Hauptursache für Verhaltens- und Auffälligkeitsstörungen bei Kindern und Jugendlichen nachgewiesen ist. Andreas Häußler: „Vorurteile und Stigmatisierungen (wie die häufig geäußerten und zu hörenden bzgl. Flachbildschirmen und Alkoholkonsum) helfen den Familien im Lande nicht weiter! Sie heizen im Gegenteil nur das Klima an und verunsachlichen die Diskussion. Dessen müsste sich Herr Oettinger eigentlich bewusst sein!“

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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