19.02.2008 - 21:04 - Energie & Umwelt

GREEN STEP e.V. überzeugt mit Pilotprojekt beim Bundeswettbewerb „start social“

Pressemitteilung von: GREEN STEP e.V.
Münchner Vereinsgründer gewinnen Stipendium beim Bundeswettbewerb „start social“ mit ihrem Pilotprojekt „Windkraft-Kleinunternehmer für Kamerun“.
Bereits kurz nach der Gründung im Oktober 2007 hat der von den zwei Münchnern Cornelia Ehlers und Johannes Hertlein gegründete Verein GREEN STEP e.V. beim Bundeswettbewerb „start social“ ein Stipendium gewonnen. „Hilfe für Helfer“ – unter diesem Motto fördert „start social“, eine Gründerinitiative der Bundesregierung und der Wirtschaft, seit 2001 den Wissenstransfer zwischen Wirtschaftsunternehmen und sozialen Projekten. Unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin sollen ausgewählte Projekte durch professionelle Begleitung zum Erfolg geführt werden.
Ein Beispiel für eine solche Erfolgsstory scheinen die beiden Münchner Cornelia Ehlers und Johannes Hertlein mit ihrem Pilotprojekt „Windkraft Kleinunternehmer für Kamerun“ nun zu schreiben. In den nächsten Monaten werden die beiden von Wilhelm von Herder-Hebenbrock, Existenzgründungsberater und ehrenamtlicher Geschäftsführer der Starnberger Initiative Unternehmerforum für den Mittelstand e.V., und von Susanne Kienow-Wimmer, Senior Key Account Manager New Business & New Channels, unter die Fittiche genommen, um dem Projekt die Flügel des Erfolgs zu verleihen.
„Doch bereits die Qualifizierung für den Wettbewerb ist ein Erfolg gewesen“, berichtet die Vorsitzende Cornelia Ehlers: „Wir freuen und sehr über die Teilnahme, denn schon die ersten Bewertungen der Juroren haben uns unglaublich weitergeholfen. Und ich bin überzeugt, dass wir nun unserem Ziel, zunächst einem Dorf in Kamerun und später vielleicht anderen Dörfern in Entwicklungsländern nachhaltig zu helfen, ein deutliches Stück näher gekommen sind.“
GREEN STEP e.V. lehrt in seinem Pilotprojekt der Bevölkerung im Dorf M’muock in Kamerun kleine Wind- und Wasserkraftanlagen aus leicht zu beschaffenden Materialien, zu denen auch Schrott-Teile gehören können, eigenhändig herzustellen. Mit den kleinen Anlagen kann man zum Beispiel ein Radio und einige Glühbirnen betreiben. Die Initiatoren gehen aber noch einen Schritt weiter. Die Windräder sollen nicht nur aus einfachsten Materialien gefertigt werden, sondern auch von ortsansässigen Handwerkern. In entsprechenden Schulungen werden sie gleichzeitig unterwiesen, wie sie mit dieser einfachen Technologie ein kleines Unternehmen für den Lebensunterhalt ihrer Familie aufbauen können.
Hilfe zur Selbsthilfe ist der Ansatz, den die zwei jungen Initiatoren verfolgen. Ein Konzept, das überzeugt, erzählt Johannes Hertlein, der technische Leiter des Vereins und stellvertretender Vorsitzender. „Seit unserer Gründung ist schon viel passiert. Wir planen z.B. im Mai in Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszentrum München einen Workshop zu der in Kamerun eingesetzten Technologie und werden auch mit einem Stand auf dem diesjährigen „Streetlife Festival“ in München vertreten sein. Manchmal kann ich gar nicht glauben, wie schnell alles geht und wie viele Menschen uns begeistert unterstützen. Ich bin einfach nur dankbar für die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Menschen, die von unserer Initiative hören.“
Auch der start social Coach Wilhelm von Herder-Hebenbrock ist schon überzeugt: „Dieses Projekt ist ein Musterbeispiel dafür, dass Kreativität und Hilfsbereitschaft eine nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen in der Dritten Welt auch mit ganz einfachen Mitteln möglich machen können“.
Die beiden Initiatoren müssen nun gemeinsam mit ihren Beratern an einigen Schwachstellen im Konzept arbeiten und sich bis zum Mai 2008 verbessern. Da steht nämlich die nächste Ausscheidungsrunde an. Nur 25 von derzeit 100 Beratungsstipendiaten kommen schließlich in die Endrunde und können sich Hoffnung machen, mit dem ersehnten Preisgeld von 5.000 Euro ausgezeichnet zu werden.
Cornelia Ehlers und Johannes Hertlein sind zuversichtlich. Genauso wie die start social Expertin Susanne Kienow-Wimmer: „Wir werden im Laufe der Beratungsphase die entscheidenden Schritte unternehmen um das Projekt weiterzuentwickeln. Wir sind sicher mit dem Pilotprojekt „Windkraft-Kleinunternehmer für Kamerun“ eines der erfolgversprechendsten Projekte im Rahmen des Bundeswettbewerbs start social zu unterstützen“.
Spendenkonto
GREEN STEP e.V.
Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen
Konto: 11 00 98 83
BLZ: 70054306

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Presse-Kontakt
GREEN STEP e.V. (VR 201206), Am Loisachbogen 5, 82515 Wolfratshausen, www.green-step.org Cornelia Ehlers, Tel: 089 12 000 423, Mobil: 0178-7855678,

Der Verein GREEN STEP e.V.
GREEN STEP e.V. ist aus der Initiative von Johannes Hertlein, Schwemmelsbach und Cornelia Ehlers, München entstanden. Das junge Paar hatte bei gemeinsamen (Arbeits-) Aufenthalten in Indien und Kamerun die Probleme der Menschen in ländlichen Gebieten erlebt und hier vor allem die Probleme der Energiearmut gesehen.
Vor diesem persönlichen Hintergrund wurde der Verein im September/Oktober 2007 gemeinsam mit Freunden und Familie als Unterstützer gegründet und dient laut Bescheinigung vom Finanzamt Miesbach ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken.

Motivation und der Name GREEN STEP e.V.
Bei all unseren Tätigkeiten ist es uns wichtig, grüne (umweltbewusste) Schritte in eine selbstbestimmte (Hilfe zur Selbsthilfe statt Abhängigkeit verursachen) und verantwortungsbewusste Zukunft zu gehen.

Jede Organisation, jedes Projekt in einem Entwicklungshilfeland hinterlässt bei ihrer Tätigkeit Fußspuren – auch diese sollen bei uns grün sein. Grün steht dabei für uns für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein.

Vereinszweck
Zweck des Vereins ist es mit Hilfe umweltfreundlicher Technologie den Lebensstandard der ländlichen Bevölkerung in Entwicklungsländern zu verbessern.
Ein essentieller Bestandteil der Vereinstätigkeit ist dabei die Kooperation mit der lokalen Bevölkerung und mit Partnerorganisationen vor Ort.
Gerade die ländliche Bevölkerung ist in Entwicklungsländern von der Elektrizität und von der Entwicklung abgeschnitten, daher liegt hier der Fokus der Vereinstätigkeit.

Erneuerbare Energien
Zu umweltfreundlicher Technologie zählt vor allem die Nutzung erneuerbarer Energie als Möglichkeit der dezentralen Energieversorgung. Die Technik soll so einfach wie möglich sein, damit sie lokal vor Ort durch ansässige Handwerker produziert und gewartet werden kann. Damit verbleibt die Wertschöpfung fast ausschließlich vor Ort. Zum Einsatz kommen derzeit, je nach den Gegebenheiten vor Ort, kleine Windkraftanlagen, kleine Wasserkraftanlagen und Ladegeräte aus Solarzellenbruch. Je nach Einsatzgebiet kann das Engagement aber auch z.B. Biogasanlagen beinhalten – das ganze Repertoire der Erneuerbaren ist möglich, solange die Technik lokal hergestellt werden kann. Denn so werden die Handwerker vor Ort ausgebildet und können die erlernte Technik zur eigenen Einkommensgewinnung nutzen. Sie können die Anlagen selbst herstellen, warten und weiter vertreiben. Daher erhalten die in der Technik Ausgebildeten auch eine Schulung in Klein-Unternehmertum.

Umweltbildung und Nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen
Zum nachhaltigen Konzept des Vereins gehören auch Umweltbildungsmaßnahmen im Projektgebiet, zum Erhalt bzw. Wiederaufbau des ökologischen Gleichgewichts und zur Schulung von nachhaltigem Umgang mit natürlichen Ressourcen. Informationen über Müllvermeidung oder Batterieentsorgung sind dabei geplant.
Da in ländlichen Gebieten meist mit Holz auf ineffizienten Kochstellen gekocht wird, ist auch der Einsatz von verbesserten Lehmkochern geplant, die den Holzverbrauch um ein Vielfaches verringern und die Rauchbelastung im Haus mindern.
Zusätzlich dienen Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft die weitestgehend auf Pestizide und Düngemittel verzichtet und die nährstoffreichen Böden erhält, dem Erhalt von kostbaren Ressourcen.

Umsetzung der Ziele
Die Vereinsziele werden derzeit im Pilotprojekt in Kamerun umgesetzt, wobei hier der Fokus zunächst auf kleinen Windkraft- und Wasserkraftanlagen liegt. Beim Pilotprojekt soll es nach Vorstellung der beiden Initiatoren aber nicht bleiben. Sollte das Projekt ein Erfolg werden, sind weitere Projekte geplant. Zunächst in Kamerun und dann auch in anderen Ländern.

Pilotprojekt im Dorf M’muock in Kamerun
Das Dorf M’muock liegt im Bergland der Südwestprovinz Kameruns und hat ca. 7.000 Einwohner. M’muock ist nicht an die nationale Stromversorgung angeschlossen. Einige wenige Dorfbewohner können sich den Betrieb von Benzingeneratoren leisten, allerdings muss um Benzin zu holen eine 2-stündige Autofahrt in Kauf genommen werden und die Benzinpreise sind relativ am Einkommen gemessen wesentlich höher als in Europa.
Strom aber bringt Erleichterungen – Kinder können abends ihre Hausaufgaben erledigen, Handys können geladen werden, ein Radio oder Fernseher kann betrieben werden und so Nachrichten aus der Stadt und aus der Welt empfangen werden, landwirtschaftliche elektrische Geräte können die Feldarbeit erleichtern, die eingesparte Zeit für die Beschaffung von Holz oder Benzin kann für Bildung genutzt werden.

Ziel des Projekts: Dezentrale Stromversorgung
Ziel des Projektes ist es durch Schulung in Erneuerbarer Energie-Technologie eine dezentrale Stromversorgung zu ermöglichen. Der durchschnittliche Bedarf einer lokalen Familie für Stromverbraucher liegt bei 2 Glühbirnen, 1 Ladegerät für ein Handy, 1 Radio und/oder Fernseher. Kleine Anlagen, die lokal hergestellt werden können, eignen sich daher hervorragend für den Einsatz in diesem Gebiet. Topographisch bieten sich kleine Wind- und Wasserkraftanlagen zur Energiegewinnung an, daher wird diese Technik vermittelt.

Umweltprobleme vermeiden
Der Einsatz von Einwegbatterien, Autobatterien und Plastik hat zu Umweltverschmutzung und Trinkwasserverschmutzung durch Entsorgung der Altbatterien und anderem Müll in Wasserläufen geführt. Das Ziel von GREEN STEP e.V. ist es, in Kooperation mit Nkong Hilltop, Kamerun durch Umweltbildungsmaßnahmen, Batteriepfandsysteme und gesicherte Müllhalden hier die Belastung zu vermindern.

Geplante Projektmaßnahmen in M’muock
 Elektrifizierung der Grundschule mit einem Windrad in M’muock
 Ausbildung der lokalen Bevölkerung im Bau von kleinen technisch einfach herzustellenden Wind- und Wasserkraftanlagen aus lokalen Materialien
 Schulung im Herstellen von Solarladegeräten hergestellt aus Solarzellenbruch
 Ausbildung im Kleinunternehmertum um aus erlernter Technik ein kleines Unternehmen aufbauen zu können, unterstützt durch Mikrokredite
 Workshops/ öffentlichkeitswirksame Maßnahmen um Gefahr von Umweltverschmutzung zu verdeutlichen

Diese Maßnahmen will GREEN STEP e.V. gemeinsam mit seinen Partnern Nkong Hilltop, eine kamerunsche Nichtregierungsorganisation mit 10-jähriger Erfahrung für ländliche Entwicklungsarbeit und Ph.D. Julius Tangka, Professor für Agrartechnik in Kamerun, umsetzen.


Geplanter Projektstart in Kamerun ist 2008/2009, dann soll mit Hilfe von Sensibilisierungsmaßnahmen das Interesse an der Ausbildung zum Bau von Windkraftanlagen geweckt werden und einige Wochen später sollen die Schulungen mit Hilfe einer mobilen Werkstatt beginnen. Die Projektinitiatoren Johannes Hertlein und Cornelia Ehlers werden dann selbst vor Ort sein und das Projekt leiten.

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