18.02.2008 - 15:18 - Politik, Recht & Gesellschaft
SR Vietnam - Anweisung der Regierung "Religionen entschieden zu unterdrücken"
Pressemitteilung von: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) / PR Agentur: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
CSW und IGFM verurteilen das Trainingshandbuch für Behörden über den Umgang mit Protestanten
Frankfurt am Main / London (18. Februar 2008) – Christian Solidarity Worldwide (CSW) und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilen in ihrem heutigen Bericht das von der vietnamesischen Regierung herausgegebene Trainingshandbuch über den Umgang mit Protestanten, das Staatsbeamte anweist, die "abnormal schnelle und spontane Ausbreitung des protestantischen Christentums in den nördlichen Provinzen entschieden zu unterdrücken".
In einem heute freigegebenen Bericht geben CSW und die IGFM eine Analyse des Handbuches, das eine überarbeitete Version des vielfach kritisierten internen Handbuchs 2006 ist. Das bisherige Handbuch trug den Titel: "Trainingsdokument zu Aufgaben mit der protestantischen Religion in der nördlichen Bergregion".
Der Bericht streicht heraus, dass trotz Abschwächung einiger der besorgniserregendsten Anweisungen des Handbuchs von 2006 die ursprüngliche repressive Absicht auch im neuen Handbuch 2007 erhalten bleibt. Wie es in dem Bericht von CSW und der IGFM heißt, formuliert die vietnamesische Regierung ihre Absicht im Handbuch von 2007 jetzt ganz explizit, die "abnormal schnelle und spontane Ausbreitung des protestantischen Christentums in den nördlichen Provinzen entschieden zu unterdrücken."
Beide Organisationen appellieren an die vietnamesische Regierung, "das Abschwören des Glaubens unter Zwangsmaßnahmen eindeutig zu verbieten. Der Bericht zeigt den andauernden politischen Verdacht gegen die Religion in Vietnam, die restriktive Kontrolle der Kirchen und kirchlichen Führer, sowie die Mängel im Registrierungsverfahren von Hauskirchen in den Bergregionen auf.
Vu Quoc Dung, Asienreferent der IGFM kommentiert: "Die überarbeitete Version verwendet zwar weniger stark die anstachelnde Agitprop-Sprache, die vorher benutzt wurde, um das Misstrauen gegen den Protestantismus zu schüren und die repressive Politik zu rechtfertigen. Trotzdem sind wir weiterhin über den Grundton dieser überarbeiteten Fassung und seinen Ansatz gegenüber den ethnischen christlichen Minderheiten besorgt. Nachdem die Regierung in der Nachkriegsphase die nationale Sicherheit als Grund für die Verfolgung angeführt hat, verweist sie nun auf den Schutz der traditionellen Kultur als Begründung für Maßnahmen, um Christen zum Abschwören ihres Glaubens zu zwingen, was in drastischem Widerspruch zum internationalen Recht auf Religionsfreiheit steht. Wir bleiben dabei, dass jede Politik zurückgenommen werden muss, wenn sie Raum für die Erzwingung der Abkehr vom Glauben lässt."
Alexa Papadouris, Advocacy Director bei CSW, fügt hinzu, dass "die überarbeitete Version eine Änderung der Sprache, nicht der Gesinnung darstellt. Die Regierung Vietnams muss sich von der Absicht, die Entwicklung des Protestantismus "entschieden zu unterdrücken", verabschieden, und muss die Freiheit der Bürger ethnischer Minderheiten, eine Religion ihrer Wahl anzunehmen und auszuüben, voll und ganz respektieren. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, die Mängel der vietnamesischen Religionspolitik zu erkennen, und rufen die vietnamesische Regierung zur Wahrung und zum Schutz von Religions- und Glaubensfreiheit auf."
Der vollständige Bericht kann in englischer Sprache von der Homepage der IGFM heruntergeladen werden.
www.menschenrechte.de
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
IGFM - Deutsche Sektion e.V.
Borsigallee 9, D - 60388 Frankfurt/Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33
eMail:
www.igfm.de
www.menschenrechte.de
Die IGFM ist eine Menschenrechtsorganisation, die 1972 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Sie unterstützt Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder die verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Nach Auffassung der IGFM sind nach dem Recht auf Leben und Sicherheit der Person, die bürgerlichen Rechte wie Meinungs-, Versammlungs- Religions- und Pressefreiheit die wichtigsten Menschenrechte. Ohne sie kann es weder Frieden noch sozialen Fortschritt geben. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.
Frankfurt am Main / London (18. Februar 2008) – Christian Solidarity Worldwide (CSW) und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilen in ihrem heutigen Bericht das von der vietnamesischen Regierung herausgegebene Trainingshandbuch über den Umgang mit Protestanten, das Staatsbeamte anweist, die "abnormal schnelle und spontane Ausbreitung des protestantischen Christentums in den nördlichen Provinzen entschieden zu unterdrücken".
In einem heute freigegebenen Bericht geben CSW und die IGFM eine Analyse des Handbuches, das eine überarbeitete Version des vielfach kritisierten internen Handbuchs 2006 ist. Das bisherige Handbuch trug den Titel: "Trainingsdokument zu Aufgaben mit der protestantischen Religion in der nördlichen Bergregion".
Der Bericht streicht heraus, dass trotz Abschwächung einiger der besorgniserregendsten Anweisungen des Handbuchs von 2006 die ursprüngliche repressive Absicht auch im neuen Handbuch 2007 erhalten bleibt. Wie es in dem Bericht von CSW und der IGFM heißt, formuliert die vietnamesische Regierung ihre Absicht im Handbuch von 2007 jetzt ganz explizit, die "abnormal schnelle und spontane Ausbreitung des protestantischen Christentums in den nördlichen Provinzen entschieden zu unterdrücken."
Beide Organisationen appellieren an die vietnamesische Regierung, "das Abschwören des Glaubens unter Zwangsmaßnahmen eindeutig zu verbieten. Der Bericht zeigt den andauernden politischen Verdacht gegen die Religion in Vietnam, die restriktive Kontrolle der Kirchen und kirchlichen Führer, sowie die Mängel im Registrierungsverfahren von Hauskirchen in den Bergregionen auf.
Vu Quoc Dung, Asienreferent der IGFM kommentiert: "Die überarbeitete Version verwendet zwar weniger stark die anstachelnde Agitprop-Sprache, die vorher benutzt wurde, um das Misstrauen gegen den Protestantismus zu schüren und die repressive Politik zu rechtfertigen. Trotzdem sind wir weiterhin über den Grundton dieser überarbeiteten Fassung und seinen Ansatz gegenüber den ethnischen christlichen Minderheiten besorgt. Nachdem die Regierung in der Nachkriegsphase die nationale Sicherheit als Grund für die Verfolgung angeführt hat, verweist sie nun auf den Schutz der traditionellen Kultur als Begründung für Maßnahmen, um Christen zum Abschwören ihres Glaubens zu zwingen, was in drastischem Widerspruch zum internationalen Recht auf Religionsfreiheit steht. Wir bleiben dabei, dass jede Politik zurückgenommen werden muss, wenn sie Raum für die Erzwingung der Abkehr vom Glauben lässt."
Alexa Papadouris, Advocacy Director bei CSW, fügt hinzu, dass "die überarbeitete Version eine Änderung der Sprache, nicht der Gesinnung darstellt. Die Regierung Vietnams muss sich von der Absicht, die Entwicklung des Protestantismus "entschieden zu unterdrücken", verabschieden, und muss die Freiheit der Bürger ethnischer Minderheiten, eine Religion ihrer Wahl anzunehmen und auszuüben, voll und ganz respektieren. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, die Mängel der vietnamesischen Religionspolitik zu erkennen, und rufen die vietnamesische Regierung zur Wahrung und zum Schutz von Religions- und Glaubensfreiheit auf."
Der vollständige Bericht kann in englischer Sprache von der Homepage der IGFM heruntergeladen werden.
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Die IGFM ist eine Menschenrechtsorganisation, die 1972 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Sie unterstützt Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder die verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Nach Auffassung der IGFM sind nach dem Recht auf Leben und Sicherheit der Person, die bürgerlichen Rechte wie Meinungs-, Versammlungs- Religions- und Pressefreiheit die wichtigsten Menschenrechte. Ohne sie kann es weder Frieden noch sozialen Fortschritt geben. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.
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