17.02.2008 - 22:01 - Vereine & Verbände
Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkrieges in Laos
Pressemitteilung von: German-Lao Friendship Society - GLFS e.V.
Ludwig Neuber (mitte) und Padith Phongpachith (rechts) von GLFS e.V. mit dem Bombenräumkommando und Assoc. Prof. Dr. Som Ock Kingsada (5. v.r.) von der "Lao-German Friendship Associaton" vor einer Bombenfundstelle in einem Reisfeld.
Hier sind vor allem die amerikanischen Streubomben zu nennen, die über 40 Millionen tödliche Bomblets (auch Bombies = Kinder der Mutterbombe genannt) zurückgelassen haben. Jede dieser apfelgroßen Minibomben ist auch nach über 30 Jahren noch immer eine große Gefahr – vor allem für Bauern auf dem Feld und spielende Kinder.
Während unserer diesjährigen Reise in das südostasiatische Land konnten wir ein Bombenräumkomando begleiten und bei seiner gefährlichen Arbeit beobachten.
Nur 5 bis 30 cm unter der Erdoberfläche liegen die Bombies als Blindgänger, die geortet, vorsichtig freigelegt und dann einzeln gesprengt werden müssen. Denn mit Streubomben verseuchte Flächen sind wie Minenfelder zu behandeln, da man von aussen nicht bestimmen kann welcher Sprengmechanismus in den vorgefundenen Bombies steckt. Schon das Bewegen des Sprengkörpers kann also die Explosion auslösen.
Und die (leider traurige) Bilanz der gefährlichen Arbeit:
Nach sieben Jahren konnten erst 1,5 Promille der Blindgänger gefunden und entschärft werden, bei diesem Tempo müsste man in Laos noch bis zu 1.000 Jahre mit der „tödlichen Ernte“ leben.
Unexplodierte Kampfmittel (UXO genannt), verursachen nahezu täglich schlimme Unglücke mit Toten oder Verletzten. So wurde uns berichtet, dass vor wenigen Wochen durch eine Bombe sechs Personen - darunter zwei Kinder - getötet wurden, weil sie einen gefundenen Sprengkörper selbst entschärfen wollten, um ihn als Metallschrott zu verkaufen.
Hier darf das vergessene Land, hier dürfen die Menschen in Laos nicht allein gelassen werden. Darauf wollen wir die Medien und damit die Öffentlichkeit und die Politik aufmerksam machen.
Aktuell behandelt der deutsche Dokumentarfilmer Thomas Junker in seiner neue Reihe „Aus Asiens Sonne ins russische Eis“ auch dieses brisante Thema ( www.mdr.de/asienreise ).
Vom 18.02. bis 23.02.2008 läuft im MDR-Fernsehen seine Dokumentarreihe. Auf dem Weg von Thailand nach China reist er von Süd nach Nord durch Laos und insbesondere im dritten Teil (am 20.02. um 19.50 Uhr, Wdh. am 21.02. um 11.20 Uhr) ist dann auch die Gegend zu sehen, wo unser Verein seit zehn Jahren besonders aktiv ist.
Zur gleichen Zeit – vom 18.02. bis 22.02. - findet in Wellington eine internationale Staatenkonferenz zum Verbot von Streubomben statt. Fast 100 Staaten beraten darüber, wie man noch bis Ende 2008 einen völkerrechtlich bindenden Vertrag hierzu abschließen kann ( www.handicap-international.de/landminen/sb_wellington_sta... ).
Vor Ort in Laos fehlt es selbst nach 30 Jahren häufig an genügend Informationen und Aufklärungsmaterial zu den Gefahren der tödlichen Überreste dieser Flächenwaffe.
Wir wollen uns mit einem Projekt an einer Informationskampagne - vor allem für Kinder – beteiligen und die Arbeit der Bombenräumer damit aktiv unterstützen.
Spendenkonten - GLFS e.V.
Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth
BLZ: 370 695 24, Konto-Nr. 502 251 015
Kreissparkasse Köln
BLZ: 370 502 99, Konto-Nr. 021 001 402
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
German-Lao Friendship Society – GLFS e.V.
(Deutsch-Laotische Freundschaftsgesellschaft)
Schönblick 10
53809 Ruppichteroth
Tel.: 02295/902318
FAX: 02295/902319
eMail:
Web: www.german-lao-friendship.org
Die „German-Lao Friendship Society – GLFS e.V.“ geht hervor aus der Entwicklungshilfe-Initiative von Herrn Ludwig Neuber aus Ruppichteroth (Rektor i.R., Ehrenbürgermeister und Kreistagsabgeordneter der Gemeinde Ruppichteroth sowie Neubürgerbeauftragter des Rhein-Sieg-Kreises - www.rhein-sieg-kreis.de/cms100/buergerservice/aemter/amt5...
1982 kam die laotische Flüchtlingsfamilie Padith Phongpachith in die Gemeinde Ruppichteroth. Ludwig Neuber übernahm mit seiner Familie damals die Patenschaft, woraus sich eine enge familiäre Bindung entwickelte. 1996 bereiste Ludwig Neuber erstmals das Heimatland der laotischen Flüchtlinge und erkannte die dringende Notwendigkeit, diesem Land und seinen Menschen zu helfen.
Die Initiative konzentrierte sich seither auf den Kham Distrikt in der Provinz Xiengkhouang, die Region leidet bis heute stark unter den Folgen des Vietnamkrieges.
Der Verein wurde im August 2006 als "Lao-German Society for Innovation and Development - LaoGeS e.V." gegründet um größere Projektideen und Visionen in die Tat umsetzen zu können.
Im Sommer 2007 erfolgte die Umbenennung in „German-Lao Friendship Society – GLFS e.V.“ und Anfang 2008 wurde eine Partnerschaft mit der „Lao-German Friendship Association – LGFA“ in Laos begründet. Die LGFA ist eine Vereinigung von laotischen Akademikern, die in der DDR und noch bis in die Mitte der 1990er Jahre auch in der neuen Bundesrepublik Deutschland studiert und ihre Abschlüsse gemacht haben.
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