13.02.2008 - 16:24 - Kunst & Kultur

"George Grosz - Gegen den Strich" Sonderausstellung in den Städtischen Museen Heilbronn

Pressemitteilung von: Städtische Museen Heilbronn
Bild im Großformat
aus der Serie "Die Räuber", 1922, Lithografie, 57,6 x 42,5 cm, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Vom 16. Februar bis 11. Mai 2008 widmen die Städtischen Museen Heilbronn einem der bedeutendsten deutschen Künstler der 1920er Jahre eine große Sonderausstellung: George Grosz (1893-1959).

Mit über 130 Arbeiten und berühmten Mappenwerken bietet die Präsentation einen umfassenden Einblick in das eindrucksvolle zeichnerische und (druck-)grafische Werk von Grosz und verleiht der Ausstellung einen retrospektiven Charakter. Für das im Vorfeld des 50. Todesjahres stattfindende Heilbronner Ausstellungsprojekt ist es gelungen, zahlreiche Leihgaben aus renommierten Museen und Privatsammlungen zusammenzutragen, einige werden erstmals öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung knüpft an eine Grosz-Ausstellung an, die 1930/31, also kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Kunstverein Heilbronn statt fand und ein großes mediales Echo auslöste. Nach der erfolgreichen Schau mit Werken von Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka im Winter 2006 richten die Städtischen Museen Heilbronn den Blick nun auf die historisch wegweisenden 1920er Jahre.

Zentrales Thema von George Grosz sind die gesellschaftlichen Auswirkungen der politischen und wirtschaftlichen Krisen der Weimarer Republik. Massenarbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Inflation und der hierzu im Gegensatz stehende Lebensstil der herrschenden Gesellschaft prangerte Grosz mit seinen sozialkritischen Werken an. Mit Otto Dix zählt er zu den schärfsten Kritikern von Politik, Religion und der konservativ-reaktionären Gesellschaft. Die Radikalität seiner Bildsprache und die hohen Auflagen seiner Druckgrafiken machten ihn rasch zum populärsten Künstler seiner Zeit, brachten ihm aber ebenso viele Kritiker und mehrere Anklagen wegen „Gotteslästerung“ und „Angriffe auf die öffentliche Moral“ ein. Im Nationalsozialismus als „entartet“ verfemt, wanderte er 1933 endgültig in die USA aus und kehrte erst in seinem Todesjahr 1959 nach Deutschland zurück.


Eigens zur Ausstellung haben die beiden Künstler Frank Düwel und Manfred Scharfenstein, Hamburg, die Installation „Möbel der Macht. Kinderstube der Diktatur“ konzipiert. Mit überdimensionierten Machtsymbolen, die Motiven von George Grosz nachempfunden sind, stellen sie die Frage nach der Relevanz von Macht und ihren Erscheinungsformen in der Gegenwart.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Städtische Museen Heilbronn
Claudia Paul
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutschhofstr. 6
74072 Heilbronn
Tel 07131/563154
Fax 07131/563194

www.museen-heilbronn.de

Die Städtischen Museen Heilbronn gehören zu den renommierten musealen Einrichtungen in Baden-Württemberg. Als zentrale Heilbronner Kulturinstitution mit überregionaler Bedeutung können sie auf eine über 125-jährige Tradition zurückblicken. Publikumswirksame Sonderausstellungen und eine ambitionierte Vermittlung von Bildungsinhalten prägen das Profil der Städtischen Museen.

Die Sammlungsschwerpunkte des Mehrspartenhauses bilden im Archäologie-Museum jungsteinzeitliche Kulturen und die römische Siedlungszeit; Tier- und Pflanzenfossilien der Trias-Zeit prägen den Bestand des Naturhistorischen Museums, während (Klein-)Skulpturen den Schwerpunkt des Kunst- und Skulpturenmuseums bilden.

Die Städtischen Museen Heilbronn verstehen sich als Ort der geistigen und emotionalen Ansprache, sie möchten - im wörtlichen Sinn - die „Augen öffnen“.

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