(openPR) Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat gegenüber den Hausärzten den Vorwurf erhoben, zu viele Patienten ins Krankenhaus statt zum Facharzt zu schicken (Quelle: Ärztliche Praxis v. 08.02.08)
Kurze Anmerkung (L. Barth):
Der Notfallkoordinator des UKE, U. Mayer, sieht neben anderen Gründen für den Patientenzuwachs in der Notaufnahme u.a. auch den Umstand an, dass eine bessere ärztliche Versorgung in den Pflegeheimen viele Notfälle vermeiden könnte. Dieser Hinweis dürfte in der Tat nicht von der Hand zu weisen sein, hat sich doch in den letzten Jahren eine Tendenz abgezeichnet, wo sich mehr oder minder schleichend ein arztfreier Bereich bei der Betreuung der multimorbiden Alterspatienten herausgebildet hat. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass auch das BVerfG in seiner Entscheidung v. 24.10.02 zum Altenpflegegesetz nach sachverständiger Beratung deutlich darauf hingewiesen hat, dass im Gegensatz etwa zur Krankenpflege im Krankenhausbereich die Altenpflege eher nicht als sog. Arzt-Pfleger-Beziehung und damit Assistenz ausgestaltet ist (vgl. dazu auch den Online - Beitrag v. L. Barth, Die bundeseinheitliche Altenpflegeausbildung – Anmerkungen zur Entscheidung des BVerfG v. 24.10.02 – Az. 2 BvF 1/01 – Ein Pyrrhussieg für die Pflege?. 2005 (pdf.)).
Die Konsequenz liegt daher auf der Hand: In der Praxis müssen nicht selten die Pflegekräfte (eigene) medizinische Entscheidungen gerade mit Blick auf eingetretene Notfallsituationen treffen.
In der aktuellen Debatte um die Neuordnung der Gesundheitsberufe wird diesem Umstand nur unzureichend Rechnung getragen, spricht doch das vielfältige Krankheitspanorama des polymorbiden Alterspatienten eher dafür, die Ärzte mehr als bisher bei der Behandlung und Betreuung der Patienten in stationären Pflegereinrichtungen zu integrieren.

















