24.01.2008 - 08:09 - Gesundheit & Medizin

Die Pflegeversicherung in der Krise – Neues von den Gesundheitsökonomen

Pressemitteilung von: IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth
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Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth
“Die demografische Entwicklung führt das System der sozialen Pflegeversicherung (SPV) zwangsläufig in die Krise. Deshalb fordert die aktuelle DIA-Studie einen Systemwechsel hin zu einer kapitalgedeckten Eigenvorsorge. „Ohne grundlegende Reformen wird das System der sozialen Pflegeversicherung (SPV) in den kommenden Jahrzehnten zusammenbrechen.“ Dessen sind sich die die Autoren der DIA-Studie, Professor Dr. Bernd Raffelhüschen und Dr. Jasmin Häcker (Forschungszentrum Generationenverträge, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), sicher“. »»»

Quelle: Deutsches Institut für Altersvorsorge >>> Pressemitteilung v. 23.01.08 >>> www.dia-vorsorge.de/pm000067c.htm


Kurze Anmerkung (L. Barth):

Um zu verhindern, dass junge sowie zukünftige Jahrgänge für gleiche reale Pflegeleistungen deutlich höhere Beiträge zu bezahlen haben, erblicken die Gesundheitsökonomen in dem sog. Einfriermodell“ einen Ausweg aus der Krise. Nach diesem Modell würde der Beitragssatz zur Sozialen Pflegeversicherung bei 1,7 Prozent eingefroren und dies zeitigt die unausweichliche Konsequenz einer Reduzierung des aktuellen Leistungsniveaus in den einzelnen Pflegestufen auf etwa die Hälfte.
Insofern würde perspektivisch mit der Pflegeversicherung eine Art Grundversorgung geleistet werden.

Nun – derartige gesundheitsökonomische Visionen mögen ihre Rechtsfertigung haben, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Staat insgesamt die „Obliegenheiten eines ordentlichen Kaufmanns“ wahrzunehmen versteht. Die Reduzierung des Leistungsniveaus ist nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn und soweit der Staat und damit die politisch Verantwortlichen damit aufhören, gleichsam Jahr für Jahr aberwitzige Millionenbeträge zu Grabe zu tragen und sich gleichwohl eine gesundheitsökonomische Krise einstellt. Die Rechnungshöfe und der Bund der Steuerzahler offenbaren Jahr für Jahr beachtliche Finanzreserven, die versenkt werden und so erscheint es zunächst sinnvoll, schonungslos die Fehlallokationen aufzudecken, bevor über eine Absenkung des Leistungsniveaus in der Sozialen Pflegeversicherung nachgedacht wird.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

IQB - Lutz Barth
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